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| 18:09 Uhr

Brandschutz Doberlug-Kirchhain
Jetzt ist auch Dübrichen dran

 Diskutieren die Pläne für Umbau und Erweiterung des Gerätehauses Dübrichen (von rechts): Innenminister Karl-Heinz Schröter, Bürgermeister Bodo Broszinski und Ortswehrführer Toni Fiedler.
Diskutieren die Pläne für Umbau und Erweiterung des Gerätehauses Dübrichen (von rechts): Innenminister Karl-Heinz Schröter, Bürgermeister Bodo Broszinski und Ortswehrführer Toni Fiedler. FOTO: Heike Lehmann
Dübrichen . Die Stadt Doberlug-Kirchhain wird das Gerätehaus in ihrem kleinsten Ortsteil umbauen. Von Heike Lehmann

Die Stadt Doberlug-Kirchhain leistet sich 13 Ortswehren, in denen 372 Einsatzkräfte für den Notfall bereitstehen. Ehrenamtlich. Die Stadt als Träger des Brandschutzes hat im vergangenen Jahr 345 000 Euro in bessere Ausstattung und Werterhaltung der Gerätehäuser investiert. Im historischen Stadtkern Doberlug entsteht in einem denkmalgeschützten Haus derzeit ein modernes Schulungszentrum für die freiwillige Feuerwehr. „Mehr als eine halbe Million Euro wenden wir dafür inzwischen auf“, verweist Bürgermeister Bodo Broszinski auf den enormen Kraftakt. Und für die Frankenaer Ortswehr wird gerade ein neues Tanklöschfahrzeug gerüstet, das mit 320 000 Euro allein aus der Stadtkasse finanziert wird.

„Zwölf Gerätehäuser der Stadt sind gemäß Feuerwehrunfallkasse saniert“, konstatiert Stadtwehrführer René Wunderlich. Nur eines wartet noch auf seinen Um- und Ausbau – das in Dübrichen, dem mit nur 148 Einwohnern kleinsten Ortsteil der Stadt. Das ist nun 2019 an der Reihe. Dafür hat am Mittwoch sogar der Innenminister des Landes Brandenburg, Karl-Heinz Schröter, persönlich Geld nach Dübrichen gebracht. „Mit 103 097,50 Euro fördern wir über das Kommunale Infrastrukturprogramm die Erweiterung ihres Gerätehauses“, verkündete er im Gemeindezentrum vor Einwohnern, Vertretern der Stadt, des Landkreises, Fraktionsvorsitzenden und der Wehrführung von Stadt und Landkreis. Die Fördersumme entspricht in etwa einem Drittel der Gesamtkosten von 307 000 Euro. „In Dübrichen soll perspektivisch die Ausbildung stattfinden. Das Geld ist also in die Zukunft investiert“, sagt Kreisbrandmeister Steffen Ludewig.

Damit ist Doberlug-Kirchhain eine Kommune, die vom KIP-Programm profitiert. Mit insgesamt 35 Millionen Euro stärkt das Land in dieser Legislaturperiode die bauliche Feuerwehrinfrastruktur in 92 Orten. Auch  Finsterwalde hat schon ein Stück vom „großen Kuchen“ abbekommen. Für Karl-Heinz Schröter ist das nicht nur eine Investition in den Brandschutz. Es sei eine Würdigung der ehrenamtlichen Helfer, die eine kommunale Pflichtaufgabe übernehmen und darüber hinaus zum gesellschaftlichen Leben beitragen. Auch in Dübrichen sei die Ortswehr der größte Organisator des Dorflebens.

Die Freiwillige Feuerwehr Dübrichen hat 34 aktive Mitglieder, davon drei Frauen. In der Alters- und Ehrenabteilung engagieren sich sechs Kameradinnen und 17 Kameraden. Gegründet wurde sie 1932. Eine Jugendwehr gibt es nicht. Doch das könnte sich bald ändern, denn der Jugendklub hat und behält seine Räume in dem Gebäude, das jetzt saniert werden soll. Ortswehrführer Toni Fiedler freut sich auf bessere Bedingungen für die Bekleidung, den Schulungsraum und endlich ordentlich Platz für das Einsatzfahrzeug. Darauf gab es ein lautstarkes „Dreifach Gut Wehr!“ Vielleicht finden dann mehr junge Dübrichener zur Feuerwehr. „Wir möchten, dass der Funke überspringt“, sagt Bürgermeister Broszinski.

Lange haben sich die Dübrichener in Geduld geübt. 2011 haben sie ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug, ein TSF/W mit 800 Litern Löschwasser an Bord, in Dienst genommen – eine Ersatzbeschaffung entsprechend des Brandschutzkonzeptes der Stadt. Aus Platzgründen wurde es in der alten LPG-Werkstatt untergestellt. Bei Alarm mussten die Einsatzkräfte vom Gerätehaus, wo die Einsatzkleidung hing, bis zum Fahrzeug laufen. Wegen komplizierter Eigentumsverhältnisse sah die Stadt von Investitionen im alten Gerätehaus ab. Die ehemalige Werkstatt bekam stattdessen neue Fenster, Elektrik, Fußboden, Farbe und Schränke für die Einsatzkleidung. Und jetzt wird an diesem Standort so umgebaut, dass künftig der Vereinsraum, die Umkleiden und die sanitären Einrichtungen über kurze Wege mit der Fahrzeughalle verbunden sind. Im Vereinsraum sollen später Schulungen und andere Vereinsaktivitäten stattfinden können. „Die Baugenehmigung ist erteilt. Wir wollen ab März bauen“, sagt Enrico Dieke vom Finanz- und Liegenschaftsservice der Stadtverwaltung.