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| 17:42 Uhr

Bundesgesundheitsminister in Finsterwalde
Wunsch: Innovative Lösungen für das Wohl der Patienten fördern

Vor dem Sommerfest der „Ambu Süd“ wird  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn  (CDU) vom ersten ärztlichen Leiter des Hauses, dem Kinderarzt in Rente Dr. Arnulf Sallach, begrüßt.
Vor dem Sommerfest der „Ambu Süd“ wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom ersten ärztlichen Leiter des Hauses, dem Kinderarzt in Rente Dr. Arnulf Sallach, begrüßt. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. Nur in Partnerschaft wird medizinische Versorgung auf dem Lande zu entwickeln sein. Bundesgesundheitsminister erfährt in Finsterwalde von vorzeigenswerten Netzwerken. Von Gabi Böttcher

In einem durch seine um 30 Minuten verspätete Ankunft und die Belagerung von Medien weiter verengten Zeitfenster kam im sonnenüberfluteten Innenraum des Ärztehaues Süd in kurzer Zeit viel auf den Tisch. Anlässlich des 40. Geburtstages des Ärztehauses und des hier seit gut fünf Jahren etablierten medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) des Ärztenetzes Südbrandenburg fiel die Bilanz ausgesprochen positiv aus. Bis auf einen Neurologen sind im Landkreis alle Arztstellen im ambulanten Bereich besetzt. Was den gefühlten Bedarf angeht, so sieht die Lage schon anders aus. Da stehen 1500 Patienten im Quartal – wie beim Vorstand des Ärztenetzes Dr. Erhard Kiesel in Crinitz – um die 900 Patienten bei Kollegen in Berlin gegenüber.

Andrea Trunev, Geschäftsführerin des MVZ des Ärztenetzes, betonte mit Blick in die Zukunft die Notwendigkeit, in der bereits sehr guten Zusammenarbeit mit Kommunen, dem Klinikum Elbe-Elster und dessen MVZ, mit den Kassen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Trägerstrukturen und den Ausbau von Synergien voranzutreiben. Erste Gespräche für eine Bereitschaftspraxis gebe es in Herzberg.

Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KV Brandenburg: „Wir wollen kleine Netze größer machen“, und an Jens Spahn gerichtet die Aufforderung: „Dafür müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden.“ Ebenso für die Organisation der Bereitschaftsdienste, für die es in der Praxis bereits ein funktionierendes System gebe, ein Sachverständigenrat wäre dafür nicht notwendig. Auch die Behandlung der Patienten über den Tag solle nach dem Motto organisiert werden: „Willst Du Krankheit besiegen, dann rufe die 116 117.“

Andrea Trunev plädierte für innovative Lösungen, die aus der Praxis geboren werden. Mit der Ausbildung von neun Präventionsberaterinnen, die in dieser Woche alle ihre Prüfungen bestanden hätten, gehe man einen solchen Weg.

Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg: „Wir glauben an regionale Versorgungsnetze, die am Patienten orientiert sind und bei denen nicht permanent Dollarzeichen in den Augen erscheinen.“ Kommunales Engagement solle, auch mit Geld, motiviert werden. Dr. Erhard Kiesel legte Jens Spahn ans Herz, zugunsten der Stärkung der Pflege nicht für eine Umverteilung von Schwestern zu sorgen. Apotheker Erhard Weiß appellierte dringend, dass sich der Bundesminister für ein Versandverbot für verschreibungspflichtige Medikamente einsetzt.

Jens Spahn sicherte zu, die bereits begonnene Förderung von funktionierenden Ärztenetzen weiter zu führen. Der Bundesgesundheitsminister sprach davon, dass die Mittel für Strukturfonds der Kassenärztlichen Vereinigungen verdoppelt werden sollen.

Für die Kleinen gab es auch Unterhaltung beim Sommerfest der Ambu Süd. Anke Gollaneck mit Tochter Ronja, Ulrike Krause von Tullilo sowie Ewelina Majchrzak mit Alexandra (von rechts).
Für die Kleinen gab es auch Unterhaltung beim Sommerfest der Ambu Süd. Anke Gollaneck mit Tochter Ronja, Ulrike Krause von Tullilo sowie Ewelina Majchrzak mit Alexandra (von rechts). FOTO: LR / Gabi Böttcher