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Jede Kerze ein Unikat

Galina Eckert hat vor einigen Monaten begonnen, selbst Kerzen herzustellen.
Galina Eckert hat vor einigen Monaten begonnen, selbst Kerzen herzustellen. FOTO: Dieter Babbe/dbe1
Doberlug-Kirchhain. Galina Eckert – ein neuer Name in der regionalen Kulturszene. Die gebürtige Kasachin, die seit mehr als 20 Jahren in Doberlug-Kirchhain lebt, will ihr Hobby zum Beruf machen. Dieter Babbe / dbe1

Und jetzt erstmals ihre Kunstwerke in einer Ausstellung zeigen. Ihr Metier passt jedenfalls zur bevorstehenden dunklen Jahreszeit: Kerzen.

Im Jahre 1996 ist die studierte Kunstlehrerin mit der Familie von Karaganda in die Urheimat ihres Mannes gekommen, dessen Vorfahren einst aus Hannover nach Russland ausgewandert sind. Von Anfang an scheuten sich beide nicht, jede Arbeit anzunehmen - zumal das russische Examen von Galina in Deutschland nicht anerkannt wird. "Ich war nie arbeitslos", sagt die heute 50-jährige Mutter von drei Kindern stolz. Während ihr Mann als Hausmeister tätig ist, hat sie mit befristeten Neben- und Minijobs bei der Pflege, in Haushalten und als Aushilfe in Supermärkten dazu verdient - und dabei nicht nur gute Erfahrungen gemacht.

Weil der Schein der Kerzen bei Eckerts am Abend schon immer für Gemütlichkeit in der Wohnung sorgt, kam Galina vor wenigen Monaten auf die Idee, selbst welche herzustellen. Die Probe kam an bei ihrem Mann und ihren Kindern. Seitdem formt und gießt die Frau fast täglich Wachs, bemalt und beklebt die Kerzen, denkt sich immer wieder neue Gestaltungsmotive aus, sammelt Blätter und andere Naturmaterialien, damit aus Kerzen kleine Kunstwerke werden. "Jede Kerze ist ein Unikat", legt Galina Eckert wert darauf.

Seit Kurzem erst wagt sich die Künstlerin an die Öffentlichkeit. Im Kirchhainer Pflegeheim ist sie mit ihren Kerzen bereits gut angekommen, in einem Supermarkt der Stadt kann man sie auch kaufen, für den Weihnachtsmarkt hat sich Galina Eckert schon angemeldet. Doch zuvor zeigt sie 200 ihrer schönsten Kerzen erstmals in einer Ausstellung. Am Sonnabend wird die um 16 Uhr im Finsterwalder Schützenhaus eröffnet, eine Woche lang kann man hier die Kunstwerke von Galina Eckert bewundern.

"Kirchhain ist zu unserer neuen Heimat geworden. Ein schönes Städtchen, hier fühlen wir uns sehr wohl", sagt Galina Eckert. Auch die drei Kinder sind längst in Deutschland angekommen, haben alle einen Beruf und Arbeit - nur der Jüngste wohnt noch in der elterlichen Wohnung. Jetzt, wo diese leerer, die Familie kleiner geworden ist und die Mutter mehr Zeit hat, hofft Galina Eckert, sich als Künstlerin einen Namen zu machen.