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| 22:52 Uhr

Mit einem Schwimmmeisterfrühstück
Jahrelang auf die Schwimmhalle gefreut – jetzt wird sie 40 Jahre alt

Schon vor dem 40. Geburtstag hatten Bernhard Radigk, Angela Wittig, Jürgen Hartmann und Horst Hiller (von links) viele Schwimmhallen-Geschichten zu erzählen.
Schon vor dem 40. Geburtstag hatten Bernhard Radigk, Angela Wittig, Jürgen Hartmann und Horst Hiller (von links) viele Schwimmhallen-Geschichten zu erzählen. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Schwimmmeister und Trainer erinnern sich an die Erlebnisse der ersten Jahre in Finsterwalde. Von Jürgen Weser

Für Sonnabend haben die Stadtwerke Finsterwalde zum Schwimmmeisterfrühstück eingeladen. Auf 40 Jahre will der heutige Träger der Sporteinrichtung mit Freunden, Sportlern und Weggefährten zurückblicken und den Geburtstag zünftig feiern.

Am 1. September 1978 wurde die Schwimmhalle mit viel Trubel offiziell eingeweiht. Besonders gut erinnert sich Bernhard Radigk an diesen Tag, denn er wurde erster Objektleiter der Schwimmhalle und bekam vom damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Fränkel den Schlüssel feierlich überreicht. Dabei war dieser Schritt gar nicht so selbstverständlich für den damals 26-jährigen Schwimmmeister. Er wollte eigentlich seine Zeit beim Trassenbau der Sowjetunion im ukrainischen Tscherkassy verlängern. Aber die Finsterwalder Schwimmmeisterlegende Hanne Weinert hatte ihn beim Heimat­urlaub überzeugt: „Wir brauchen dich hier.“ Ein Problem war das für Bernhard Radigk nicht, denn er war im Freibad und im Kreis der Wassersportler bei „Fortschritt Finsterwalde“ groß geworden. Außerdem konnte er von Horst Hillers Erfahrungsschatz zehren, der insgesamt 30 Jahre als Leiter des Freibades Am Ponnsdorfer tätig war und sagt: „Das war meine Heimat!“

Zehn Jahre saß Bernhard Radigk mit der Sachbearbeiterin der Stadt Christel Dade im Schwimmhallenbüro. Er koordinierte die Arbeit der Schwimmmeister, zu denen Angela Wittig von Beginn an gehört. Sie blickt auf 40 Jahre Tätigkeit in der Schwimmhalle zurück. „Unser Umgangston mit Bernhard war herzlich und auch mal sportlich deftig“, blickt sie gern schmunzelnd zurück. Sie hat alle Hallenleiter bis zum heutigen Bäderleiter Torsten Marasus kennengelernt.

Für Bernhard Radigk ging die Schwimmhallenzeit 1988 zu Ende, denn die Familientradition von Radigks Gasthaus rief. „Ich hätte gern weitergemacht, aber Mutter sagte, entweder du übernimmst die Kneipe, oder ich schließe zu.“ Alle Stammgäste vom heutigen „Radsche“ am Alexanderplatz sind froh, dass er diesen Schritt gegangen ist. Christel Dade führte die Halle bis zur Wende kommissarisch weiter.

Gut zusammenarbeiten musste Bernhard Radigk von Beginn an in der Schwimmhalle mit den Schulen, dem Trainingszentrum Schwimmen und dem Schwimmverein. „Das war alles kein Problem“, erinnern sich Gudrun und Jürgen Hartmann, die als Trainingszentrums-Trainer und Übungsleiter viel Zeit in der Schwimmhalle verbrachten. „Wir sind alle aus der Schwimmerfamilie hervorgegangen.“ Christian Homagk, der für „Fortschritt“ agierte und bis jetzt für „Neptun 08“, und Marlies Homagk, die als leitende Schwimmlehrerin den Schwimmunterricht für alle Schulen des damaligen Kreises im 3. und 4. Schuljahr koordinierte, erinnern sich: „Wir haben uns jahrelang auf die Halle gefreut.“

Die Schwimmer im Verein und im TZ hatten endlich ganzjährig beste Trainingsbedingungen und mussten nicht mehr in Bäder von Nachbarorten ausweichen. Einziges Manko war, dass der Öffentlichkeit wenig Zeit zum normalen Badebetrieb angeboten werden konnte, was sich heute geändert hat. Homagks und Hartmanns sind der Schwimmhalle und der Arbeit mit Kindern ehrenamtlich bis heute treu geblieben. „Wenn es nicht schön wäre, würden wir es nicht machen“, blicken die Hartmanns auf viele Mitstreiter.

Gern erinnern wird sich an die 40 Jahre auch der heutige Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe, der selbst als Schwimmer im Freibad und in der Halle groß geworden ist. Unter seiner und der Regie des Vorgängerbürgermeisters Johannes Wohmann konnte die Schwimmhalle trotz Schwierigkeiten erhalten und weiter ausgebaut werden, denn eine Tribüne, ein moderner Sauna- und Physiobereich sowie Bistro mit Terrasse gab es 1978 so wie heute noch nicht.

Beim Schwimmmeisterfrühstück am Sonnabend wird es viele Geschichten zu erzählen geben, auch von großen Wettkämpfen und Events für die Bevölkerung. Für die Stadt Finsterwalde soll es außerdem eine Auszeichnung vom Land Brandenburg geben.