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| 02:36 Uhr

Isabella, Lilli und Nick haben Spaß in der Turnhalle

Der vierjährige Nick hat wie die anderen Knirpse Spaß an der Schönborner Sportstunde und zieht sich kräftig über die Bank.
Der vierjährige Nick hat wie die anderen Knirpse Spaß an der Schönborner Sportstunde und zieht sich kräftig über die Bank. FOTO: Lehmann
Schönborn. Schönborn nennt sich stolz "Dorf der Vereine". Soll heißen: Viele Vereine im Ort laden zum Mitmachen ein. Die jüngsten Mitglieder beim SSV Grün-Weiß Schönborn sind gerade mal drei Jahre alt. Seit November treffen sie sich wöchentlich zum Sport. Heike Lehmann

Beim Umziehen müssen die Eltern oder Großeltern Lilli, Nick, Tom Luca, Leon und den anderen Knirpsen noch helfen. In der Schönborner Turnhalle beweisen die Drei- bis Sechsjährigen dann, dass sie sehr wohl allein zurechtkommen. Ihre Kuscheltiere sind jetzt ihre engsten Vertrauten.

Überwältigende Resonanz

Seit dem vergangenen Herbst gibt es eine "neue Sparte" beim SSV Grün-Weiß Schönborn - für Kleinkinder. Unter Anleitung von Diplom-Pädagogin Andrea Kempe - im Verein Übungsleiterin der Aerobic-Gruppe - laufen, balancieren, springen die Jungen und Mädchen mit viel Begeisterung. Dabei wird deutlich: Körpergefühl und Gleichgewicht, aber auch Durchhaltevermögen sind unterschiedlich ausgeprägt.

"Die Idee haben wir in der Schönborner Kita Villa Kunterbunt unterbreitet", erzählt Jörg Passin. Von der Resonanz bei den Eltern ist er bis heute überwältigt. Bis zu 18 Knirpse sausen mittlerweile jeden Mittwoch ab 16 Uhr durch die kleine Turnhalle in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. "Die Idee war, Kleinkindern besonders im Winter mehr Bewegungsansporn zu geben", erklärt Passin, der im Verein selbst Fußball und Prellball spielt. Natürlich war das Vorhaben mit dem Vorstand des SSV, Herwig Liefring, abgestimmt.

Anke Hollweck aus Schönborn bringt Tochter Lia-Sophie (4) von Anfang an zur Sportstunde. "Damit sie Bewegung und Kontakt mit anderen Kindern hat", begründet sie. Und sie stellt fest: Mittwochs schläft Lia-Sophie jetzt besser als an anderen Tagen. Denny und Aliona Dietrich kommen mit Töchterchen Isabella das dritte Mal aus Rückersdorf zur "Übungseinheit". Weil es in ihrem Dorf ein solches Angebot nicht gibt. "Die Kinder müssen raus kommen, damit sie keine Eigenbrötler werden", sagt auch Frank Dähne aus Schönborn, der Opa von Lilli.

Gegen Bewegungsmangel

Ein lustiges Lied aus der Musikanlage erzählt davon, wie man sich wäscht. Dazu führen die Kinder entsprechende Bewegungen aus. Und siehe da: Sich selbst an den Po zu greifen oder die Füße einzeln auszuschütteln, ist gar nicht so einfach. Dann Springen alle durch große bunte Reifen. Das macht auch Marek (4) aus Schilda Spaß, der sich bislang lieber eng an seine Oma geschmiegt hat.

Als Mitarbeiter einer Krankenkasse wissen Jörg Passin und Bettina Krautz - sie assistieren Andrea Kempe - dass Bewegungsmangel im frühen Kindesalter schlimme Folgen für die spätere Gesundheit haben kann. "Das war aber nicht ausschlaggebend für uns", versichert Passin. "Die Kinder sollen Spaß haben, und auch soziale Aspekte, zum Beispiel ordentlich in einer Reihe stehen und Respekt anderen Kindern gegenüber, wollen wir vermitteln", sagt Passin. Dieser Ansatz wurde selbst von der örtlichen Sparkassenfiliale unterstützt, sodass einige Utensilien angeschafft werden konnten.

Kommentar zum Artikel: Spielen und Toben für die Gesundheit