In mehreren Ausschussdiskussionen in den vergangenen Jahren ist der Wille der Finsterwalder Abgeordneten laut geworden, dass es auf dem Kunstrasenplatz am Stadion des Friedens an Toiletten fehlt. Nicht mehr lange, denn der Beginn der Bauarbeiten steht kurz bevor.
Dass das neue stille Örtchen bei den Kosten locker mit einem schicken Einfamilienhaus mithalten kann, hat mehrere Gründe. Eine Bedarfsermittlung ergab aufgrund der Vielzahl der Spiele und Trainingseinheiten mit etwa 100 Personen auf den benachbarten Sportplätzen, aber auch wegen großer Veranstaltungen wie dem Neptun-Winterlauf (180 Menschen) und dem Herbstlauf des ASC (mit etwa 160 Sportlern und Besuchern) sowie durch den ständigen Bedarf von der Mehrzwecksportfläche aus, dass vier Damen-WCs, drei Männertoiletten, vier Urinale, vier Waschtische sowie ein Behinderten-WC optimal wären. So viel großes Porzellan passt in kein kleines Toilettenhaus wie am Bürgerheide-Spielplatz.

Standort sorgt für hohe Anschlusskosten

Noch mehr aber schlägt bei den Kosten rein, dass an dem Standort keine Medien anliegen. Die in der Erschließung günstigere Lösung mit einer Sammelgrube schaffte es nicht ins Finale. 25 000 Euro hätte das einmalig gekostet, doch dazu wären pro Jahr rund 4300 Euro für die Leerungen der Grube gekommen.
Karsten Pinetzki, in der Stadt Finsterwalde Abteilungsleiter Tiefbau und Grünpflege, schlug den Stadtverordneten bei ihrem Treffen Ende Februar deshalb eine vollständige Medienerschließung in Höhe von 58 000 Euro vor. „Nach etwa zehn Jahren entsteht bei dieser Variante ein wirtschaftlicher Vorteil“, rechnete er vor.
Bei einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 80 Jahren sollte sich nicht für die die billigste Erschließungsvariante entschieden werden, so Pinetzki weiter. Dafür gab es in der Stadtverordnetenversammlung die geballte Zustimmung von allen 28 anwesenden Abgeordneten.

Auch an Finsterwalder Freizeitsportler ist gedacht

Wie die Stadt weiter informiert, soll das neue Toilettengebäude sowohl von der Stadionseite als auch von der Kunstrasenplatzseite erreicht werden. Dazu sei die vorhandene Stadionumzäunung geringfügig anzupassen. „Diese Toiletten werden vorrangig im Schul- oder Vereinssport genutzt“, erklärte Karsten Pinetzki.
Darüber hinaus werde eine ständig zugängliche Unisex-Variante vom Skaterpark aus zugänglich gemacht, sodass auch die Freizeitsportler nicht mehr in die Büsche gehen müssen, um sich zu erleichtern, sondern schon bald das neue Porzellan benetzen können.

Stadt Finsterwalde zahlt knapp die Hälfte

Die Förderung läuft über das Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit“. Sie setzt sich aus einem 80-prozentigen Förderbetrag zusammen, der jeweils mit einem Drittel von Bund, Land und Stadt befüllt wird, so dass insgesamt ein Eigenanteil in Höhe von 48 Prozent der Investitionssumme von der Stadt Finsterwalde zu zahlen ist. Diese ist im Stadthaushalt 2019 enthalten.

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