Von Jürgen Weser

Das Finsterwalder Feuerwehrurgestein Hans-Dieter Unkenstein besuchte vom 8. bis 12. Oktober Österreich. Nicht zum Urlaub war er angereist, sondern als Teilnehmer an der Zusammenkunft europäischer Feuerwehrhistoriker. Die Arbeitsgemeinschaft trifft sich jährlich und verhandelt ein bestimmtes Thema der Feuerwehrgeschichte und -technik. In diesem Jahr ging es im Feuerwehr- und Sicherheitszentrum Tulln um „Feuerwehren in und auf dem Wasser“.

Als das Thema im vergangenen Jahr durch die Arbeitsgemeinschaft (AG) vereinbart wurde, „machte es sofort ,Klick’ bei mir und ich dachte, da muss ich etwas über die speziellen Feuerwehren im Spreewald vorbereiten“, erzählt der erfahrene Hauptbrandinspektor und langjährige Feuerwehrhistoriker.

Seit 2007 ist Hans-Dieter Unkenstein Mitglied der „Internationalen AG für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF“ und vertritt dort als einziger Feuerwehrhistoriker das Land Brandenburg.

In Tulln waren diesmal 114 Teilnehmer aus 14 europäischen Nationen vertreten. 36 Beiträge vermittelten Kenntnisse und Hintergrundinformationen über verschiedene Möglichkeiten der Feuerwehrarbeit in und auf dem Wasser. Als spezielle Einsatzform stach die Arbeit über Feuerwehren im Spreewald heraus, erzählt Unkenstein. „Das Interesse war groß, als ich über die Feuerwehren in den Spreewalddörfern Lehde seit 1904, Leipe seit 1921 und Burg mit ihrer speziellen Einsatztechnik per Feuerwehrkahn auf den Fließen berichtete“.

Wie die ersten Feuerwehrkähne entstanden und aussahen, wie die Handdruckspritze auch zur Fortbewegung auf den Wasserkanälen genutzt wurde und wie zum Beispiel Übungen in den 20er- und 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts und die erste schulmäßige Vorführung 1937 aussahen. Der Beitrag von Hans-Dieter Unkenstein im Tagungsband 2019 zeichnet sich durch die anschauliche Präsentation aus. Sie umfasste historisches Bildmaterial. Insgesamt 14 Beiträge hat der erfahrene Feuerwehrhistoriker mit seinem profunden Fachwissen in den jährlichen Tagungsbänden veröffentlicht.

Als Bestandteil der Tagung, so erzählt Unkenstein, gab es interessante Vorführungen vom Wasser- und Tauchdienst im Donauhafen des Feuerwehr- und Sicherheitszentrums und eine ebenso interessante Besichtigung im Stift Klosterneuburg.

Schon jetzt denkt Hans-Dieter Unkenstein über einen Beitrag für das kommende Treffen am Balaton nach, wenn es um „Feuerwehren in Zusammenarbeit mit anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen“ geht.