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| 02:42 Uhr

"International prima aufgestellt"

Nicole Krampitz, Jasmin Kaiser, Lisa Richter und Florian Koppelt (vo li) berichten begeistert vom Holland-Praktikum.
Nicole Krampitz, Jasmin Kaiser, Lisa Richter und Florian Koppelt (vo li) berichten begeistert vom Holland-Praktikum. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Die Flaggen von Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Holland wehten: Zeichen für den Europatag des Oberstufenzentrums (OSZ) Elbe-Elster, Abteilung Sozialwesen in Finsterwalde. In Workshops haben Schüler von ihrem vierwöchigen Praktikum berichtet, das sie in einem der europäischen Partnerländer absolviert haben. Jürgen Weser / jgw1

Großes Interesse herrschte bei Schulleitung, Gästen aus Praxiseinrichtungen, vom Jugendamt der Kreisverwaltung, der Sparkasse und Schülern des OSZ, als die angehenden Erzieher, Heilerziehungspfleger und Sozial-Assistenten ihre Erfahrungen auswerteten und diskutierten. ,,Ich bin äußerst gespannt auf die Ergebnisse", verriet Schulleiter Rainer Böhme und mischte sich unter alle Projektgruppen. Die Sozialassistenten im zweiten Ausbildungsjahr Claudia Weist und Stephanie Lippold resümierten ihre Erlebnisse im finnischen Kustaankartano vor dem Forum im Saal. Erfahrungen sammelten sie bei ihrer Arbeit mit Demenzkranken in einer Tageseinrichtung und in einem finnischen Kindergarten. Soziale und sprachliche Kompetenzen hätten sie neben den fachlichen in den vier Wochen erworben, versicherten beide.

Dann konnten die Gäste einen Rundgang durch alle Projektgruppen absolvieren. Wie ihre Ängste und Befürchtungen zu Beginn des Praktikums im südholländischen Dordrecht abgebaut wurden, erzählten die Heilerziehungspfleger im dritten Ausbildungsjahr Nicole Krampitz und Jasmin Kaiser, die sich dort mit Lisa Richter und Florian Koppelt als Erzieher im dritten Studienjahr zusammen fanden und Erfahrungen in einer offenen, gruppenübergreifenden Kindertageseinrichtung und im betreuten Wohnen für Menschen mit Demenz und körperlicher Behinderung sammelten.

Dass es sich bei den Praktikumsauswertungen um bilinguale Workshops handelte, erfuhr auch Elbe-Elster-Sparkassenvorstand Jürgen Riecke, der sich über die ,,gut angelegten Fördermittel" selbst ein Bild machte und im Schweden-Workshop mit Christin Günther ein Kinderlied in der Landessprache zu üben hatte. ,,Erzieher und Kinder in norwegischen Kitas haben keine Scheu vor Beschäftigung bei schlechtem Wetter im Freien. Es gibt weniger Spielzeug aber dafür mehr Rollenspiele", haben Claudia Lortz und Maria Ohlenberg als Erfahrungen mit nach Hause gebracht.

Mit Wohlwollen beobachtete OSZ-Lehrer Klaus Kurek als ,,Europa-Beauftragter" der Schule, wie Abteilungsleiterin Andrea Koppen lobend formulierte, die Workshops. Er hat die internationalen Beziehungen seit 1996 am Finsterwalder OSZ mit ersten Kontakten nach Ungarn auf den Weg gebracht und dann mit Partnerbeziehungen zu jetzt insgesamt acht Ländern ausgeweitet. Neben dem Schüler- gibt es auch einen Lehreraustausch und in der kommenden Woche fährt eine Delegation aus Schülern, Lehrern und Erziehern nach Helsinki zu einem Projekt zum Thema ,,Spiel im Freien", erzählt Klaus Kurek.

Andrea Koppen ist sehr froh, dass die Abteilung Sozialwesen international gut aufgestellt ist. ,,Die jungen Leute lernen im Ausland neue Handlungskompetenzen, werden selbstbewusster und bekommen einen anderen Blick auf inklusive Bildung", ist sie überzeugt. Für das Auslandspraktikum, das für alle Schüler, die das wollen und sich dafür erfolgreich bewerben, am Beginn ihres 17-wöchigen Gesamtpraktikums steht, bekommen sie bei erfolgreicher Beurteilung ein Zertifikat.

Zurzeit laufen gerade die Bewerbungen für das neue Ausbildungsjahr. Für den Bereich der Heilerziehungspfleger sind noch Plätze frei, heißt es.