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| 16:06 Uhr

Integration auf der Bühne
Eine Schulkooperation zeigt: Freundschaft macht glücklich

 Sängerstadt-Gymnasiasten und Förderschüler haben ihre eigene Version des Märchens Hans im Glück als Musical auf die Bühne gebracht.
Sängerstadt-Gymnasiasten und Förderschüler haben ihre eigene Version des Märchens Hans im Glück als Musical auf die Bühne gebracht. FOTO: Silvia Dedek
Finsterwalde. Integratives Musikprojekt mit Schülern des Sängerstadt-Gymnasiums und von der Förderschule „Sieben Brunnen“ feiert in Finsterwalde große Premiere. Von Silvia Dedek

Im Rahmen des Seminarkurses haben Schülerinnen und Schüler des Sängerstadt-Gymnasiums innerhalb des letzten Jahres gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Förderschule „Sieben Brunnen“ ein eigenes Musical entwickelt, das am Samstag in der Aula des Gymnasiums seine Premiere feierte.

„Wir haben uns im Kurs darauf geeinigt, dass wir ein Märchen als Vorlage nutzen und modernisieren wollten“, erklärten Isabel Hübner und Marie Kurzawa, die zur Regiegruppe des Kurses gehörten und die Texte des Stückes selbst geschrieben haben. So entstand eine ganz neue Geschichte von Hans im Glück, die den Wert der Freundschaft in den Mittelpunkt stellt. Hans, dargestellt von Lukas Wenzlaff, erhält für sein gutes Zeugnis eine finanzielle Belohnung seiner Mutter, diese tauscht er jedoch mit seinem Freund gegen dessen Fahrrad, dieses wiederum tauscht er mit einer ehemaligen Nachbarin gegen ein Skateboard. Entscheidend dabei ist, dass der Tauschhandel niemanden benachteiligt, sondern alle hinterher glücklicher sind als zuvor.

Das gleiche Ergebnis kann auch die Arbeit des Seminarkurses „Co-Production“ für sich verbuchen. „Ich habe hier heute ein wunderbares Stück gesehen, dass von einer großen Begeisterung der Akteure und einem barrierefreien Zusammenspiel geprägt war“, lobte Ursula Böttcher, selbst ehemalige Lehrerin, die Aufführung. „Es war humorvoll, mit toller Musik und hat richtig Freude gemacht“, fand auch Nicole Gutschwager. Diesen Eindruck bestätigt Lukas: „Ich hatte unglaublich viel Spaß auf der Bühne. Wenn es so etwas noch einmal gibt, möchte ich unbedingt wieder mitmachen.“

„Die Zusammenarbeit mit den Gymnasiasten hat unseren Schülern viel Selbstvertrauen gegeben und ihr Selbstbewusstsein gestärkt“, bestätigen Anette Jäpel und Susanne Körner, die als Lehrerinnen der Förderschule das Projekt mitbegleitet haben. „Es wurden Berührungsängste abgebaut und es war toll, dass die Schüler des Seminarkurses so auf die Besonderheiten unserer Schüler eingegangen sind.“

„Ich wollte in meinem Schulleben einmal etwas anderes machen, als immer nur zu lernen und Tests zu schreiben. Im Rahmen dieses Projektes durfte ich viele tolle Kinder kennenlernen und ich bin richtig traurig, dass es nun vorbei ist. Aber es ist schön, mit so einer Erinnerung das Abitur abzulegen“, schildert Michelle Feldner ihre Eindrücke unmittelbar nach der Aufführung. Auch Julian Lehmann war begeistert von der Passion der Kinder und findet es wichtig, solche Projekte noch mehr zu fördern. Er selbst möchte sich beruflich aufgrund der Erfahrungen aus dem Kurs mit Musik und Pädagogik beschäftigen.

Auch Isabel Hübner und Marie Kurzawa können sich das vorstellen „Die Arbeit mit den Kindern war toll und wir haben gemerkt, dass das etwas ist, was wir später gern machen möchten.“

Damit hat Kursleiterin Doris Seiler ihre Projektziele nicht nur verwirklicht, sondern deutlich übertroffen. Die gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung zwischen Gymnasiasten und Schülern mit Beeinträchtigungen ist im Rahmen dieses Projektes überzeugend gelungen. „Wir haben wirklich neue Freunde gefunden“, bestätigen die Schülerinnen und Schüler beider Schulen.

 Sängerstadt-Gymnasiasten und Förderschüler haben ihre eigene Version des Märchens Hans im Glück als Musical auf die Bühne gebracht.
Sängerstadt-Gymnasiasten und Förderschüler haben ihre eigene Version des Märchens Hans im Glück als Musical auf die Bühne gebracht. FOTO: Silvia Dedek