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| 16:06 Uhr

Initiative geht weitere Schritte
Initiative macht etwas gegen das Bild des „Jammer-Ossis“

 Eine Hausaufgabenhilfe für deutsche und ausländische Kinder wird in Kirchhain gerne angenommen. Diana Wolff (links) und viele weitere Helfer kümmern sich um die Besucher der Begegnungsstätte.
Eine Hausaufgabenhilfe für deutsche und ausländische Kinder wird in Kirchhain gerne angenommen. Diana Wolff (links) und viele weitere Helfer kümmern sich um die Besucher der Begegnungsstätte. FOTO: Menschen für Menschen
Doberlug-Kirchhain. Doberlug-Kirchhain unterstützt mit dem Land(auf)Schwung-Projekt die Initiative „Menschen für Menschen“.

Sie vernetzen: Die rund 20 Mitglieder der Initiative „Menschen für Menschen“ aus Doberlug-Kirchhain arbeiten seit etwa drei Jahren zusammen, um dem Bild des „Jammer-Ossis“ etwas entgegenzusetzen. Seit wenigen Wochen ist die Initiative, die von vielen Seiten unterstützt wird, Land(auf)Schwung-Projekt der Stadt Doberlug-Kirchhain.

Mit der damit verbundenen finanziellen Ausstattung können die Helfer nun weitere Schritte gehen, um noch mehr Menschen zu erreichen, teilt Diana Wolff von der Initiative mit. So werde das Team demnächst telefonisch vor Ort erreichbar sein. Auch die Spendenkammer und das Bürgerbüro sollen neu ausgestattet werden. Unter anderem werde auch die Website, die aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung zunächst abgeschaltet worden war, wiederbelebt und in der Handhabung komfortabler gemacht, um noch sichtbarer zu werden.

„Begonnen hat alles damit, dass Doberlug-Kirchhain Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge wurde und das viele kontroverse Diskussionen in der Stadt und Umgebung auslöste. Eine Facebook-Gruppe entstand 2015, um für die Menschen, die neu angekommen waren, etwas zu tun und gleichzeitig auch vor Ort direkt zu zeigen, dass es miteinander und nicht gegeneinander geht“, erzählt Diana Wolff. Sie griff die Idee gemeinsam mit weiteren Helfern auf und ist seitdem federführend bei der Initiative dabei. Was mit Deutschunterricht in der Erstaufnahmeeinrichtung und mit dem Sammeln von Kleiderspenden vor dreieinhalb Jahren begann, ist heute ein Netzwerk, das über die Grenzen von Doberlug-Kirchhain hinaus tätig ist. „Wir sind offen für jeden, für Einheimische, Zugezogene, für Unternehmen, für Bedürftige. Sinn unserer Arbeit ist es, auf vielfältige Weise Helfer und Helfende zusammen zu bringen und gemeinsam zu lernen, zu arbeiten und natürlich zu feiern“, so Diana Wolff weiter.

Von Anfang an konnte der Verein auch auf institutionelle Unterstützung bauen, so sind die Stadt Doberlug-Kirchhain und die evangelische Kirchengemeinde Kirchhain mit dabei, aber auch Vereine wie „Generationen gehen gemeinsam“ (G 3) und Unternehmen wie die E&G Projekt Agentur GmbH. Inzwischen konnte mit Hilfe von Bundesfreiwilligendienstlern, den ehrenamtlichen Helfern und vielen Spenden eine Kleiderkammer aufgebaut werden, die sowohl von einheimischen wie auch ausländischen Bedürftigen nach wie vor rege genutzt wird. Ein einst leerstehendes Gebäude konnte mit viel Unterstützung und Herzblut zu einer lebendigen Begegnungsstätte werden. Die ehrenamtlichen Helfer bieten Kochkurse, Weihnachtsbacken, Spielenachmittage, Erzählcafé, Beratungsstunden und vieles mehr für jeden an, der mitmachen möchte. Eine Hausaufgabenhilfe für deutsche und ausländische Kinder mit einem kostenlosen warmen Mittagessen wird in Kirchhain gerne angenommen. Immer wieder kommen alle zusammen in der MaLVi-Begegnungsstätte in Kirchhain. Hier konnten die Ehrenamtler im vergangenen Sommer den Garten herrichten, so dass auch hier ab Frühjahr wieder Begegnungen möglich sind.

Dabei geht es um beidseitige Vernetzung von Einheimischen miteinander, von Flüchtlingen mit Einheimischen. „Uns geht es gut, wir möchten etwas zurückgeben“, so der Tenor der Helfer. „Es geht auch darum, zu zeigen und vorzuleben, dass Anpacken besser ist als Meckern, dass miteinander besser ist als gegeneinander“, fasst Diana Wolff zusammen.

Diana Wolff und ihr Team freuen sich sehr über jeden, der vorbeischaut, mit anpackt oder sich helfen lassen möchte. Das Projekt wird im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

(pm/blu)