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| 18:02 Uhr

In Massen wird die Luft sauberer

Amtsdirektor Gottfried Richter und Alt-Bürgermeister Wilfried Klär beim Baustart eines Fast-Millionen-Vorhabens.
Amtsdirektor Gottfried Richter und Alt-Bürgermeister Wilfried Klär beim Baustart eines Fast-Millionen-Vorhabens. FOTO: Dieter Babbe
Massen. Für eine knappe Million Euro errichten das Amt Kleine Elster und die Gemeinde Massen im Gewerbegebiet ein neues Hackschnitzelheizkraftwerk. Dazu begannen am Montag die Bauarbeiten mit dem feierlichen ersten Spatenstich. Dieter Babbe

Vom Standort in der Martin-Kaschke-/Ecke Turmstraße aus werden künftig die Schule, die Sporthalle, das Energie-Service-Center und das Gebäude der Amtsverwaltung mit Wärme von umweltschonenden Hackschnitzeln versorgt. Diese sollen das klimaschädliche Erdgas in den einzelnen Einrichtungen ablösen und für mehr saubere Luft in Massen sorgen. Amt und Gemeinde wollen damit "Vorreiter bei der Energiewende" in der Region sein, wie Amtsdirektor Gottfried Richter beim Baustart betonte. Schon jetzt sei das Amt durch die Windparks "Exporteur von Energie", weil mehr Energie produziert als in den vier Gemeinden und im großen Gewerbegebiet verbraucht werde.

Mit dem neuen Heizkraftwerk und durch die Bestückung mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Amt solle die Wertschöpfung vor Ort bleiben, erklärte Richter. Zwar produziere die Anlage im Vergleich zum derzeitigen Erdgaspreis noch ein bis zwei Cent pro kW/h teurere Wärme, bei einer Vollversorgung mit Holz aus den nahen Wäldern komme man allerdings am Ende auf eine wirtschaftliche Null, so Richter.

Dazu sind bereits vor mehr als zwei Jahren ganz in der Nähe sogenannte Kurzumtriebsplantagen angelegt worden. Auf inzwischen elf Hektar wachsen Pappeln, wo die ersten inzwischen bereits sieben Meter hoch sind und im kommenden Winter das erste Mal geerntet werden können. Die Bäume wachsen ständig nach und können 20 bis 30 Jahre geerntet werden, hat Bauamtsleiter Detlev Bönisch erklärt.

Für den bevorstehenden Winter sei das Holz bereits gesichert - 1000 Kubikmeter kommen kostenlos von Kippenflächen der LMBV. Für die Zeit danach wird die Anlage mit Bruchholz gefüttert, eine Windhose hatte im vorigen Jahr in Massen zahlreiche große Bäume umgeknickt. Das Hackschnitzelheizkraftwerk, das im Herbst betriebsbereit sein soll, wird automatisch betrieben - und so gebaut, dass es für weitere Anschließer noch erweitert werden kann.

Für Wilfried Klähr, langjähriger Bürgermeister von Massen, war der offizielle Spatenstich für das neue Heizwerk die letzte öffentliche Amtshandlung. Unter seiner Regie waren die Planungen vor drei Jahren mit angeschoben worden. Am feierlichen Akt nahm auch der neu gewählte Bürgermeister Lutz Modrow teil, der als Gemeindevertreter Anteil an der Vorbereitung des Bauwerkes hatte.

Zum Thema:
Eine knappe Million Euro kostet der Bau des Hackschnitzelheizkraftwerkes. "Das Land hat davon 640 000 Euro finanziert. Ohne eine finanzielle Förderung rechnet sich das nicht", erklärte Amtsdirektor Gottfried Richter. Den Rest der Kosten teilen sich Amt Kleine Elster und die Gemeinde Massen zu 60 beziehungsweise 40 Prozent. Im Oktober und damit vor der Heizsaison soll das Werk in Betrieb gehen.