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| 02:48 Uhr

In Massen wachsen Pappeln fürs Heizhaus

Susann Skalda führt die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (2. v. r.) über die Massener Kurzumtriebsplantage.
Susann Skalda führt die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (2. v. r.) über die Massener Kurzumtriebsplantage. FOTO: Dieter Babbe
Massen. Über einen Meter groß sind die Pappeln bereits, die erst im März als kurze Stecklinge in den Boden kamen. 30 000 Stück sind im Frühjahr auf einem drei Hektar großen Feld im Massener Gewerbegebiet gesteckt worden – alle einzeln mit der Hand. Dieter Babbe

In drei Jahren können die Pappeln das erste Mal geschnitten und geerntet werden. Dann soll das Erntegut auf kurzem Wege ins Hackschnitzelheizkraftwerk gelangen, das gegenwärtig in der Martin-Kaschke-Straße gebaut wird.

Damit macht sich die Gemeinde Massen ein stückweit unabhängig von Energieversorgern, spart teures Erdgas und produziert auf umweltfreundliche Art und Weise Wärme für die Schule, die Sporthalle, das Energie-Service-Center und das Gebäude der Amtsverwaltung, würdigt Susann Skalda. Sie ist Geschäftsführerin vom Verein Biomasse Schraden, der die bisher insgesamt elf Hektar große Umtriebsplantage mit nachwachsenden Pappeln bewirtschaftet.

"Die Bäume werden bei der Ernte entweder gleich auf dem Feld geschreddert, oder sie werden abgeschnitten, getrocknet und erst dann gehäckselt", erklärte die Geschäftsführerin bei einem Rundgang mit Annalena Baerbock, der Bundestagsabgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die in ihrer Fraktion Sprecherin für Klimapolitik ist. "An den Schnittstellen entwickeln sich immer mehr Triebe, sodass das Holzaufkommen von Ernte zu Ernte zunimmt", berichtet Susann Skalda. Bis zu zehn Tonnen Holz könnten so pro Hektar und Jahr geerntet werden. Eine Plantage produziere mindestens 20 Jahre Holz, man rechne sogar mit mehr als 30 Jahren. Das neue Massener Hackschnitzelheizkraftwerk verbraucht im Jahr etwa 400 Tonnen. Deshalb wird die Fläche mit nachwachsenden Rohstoffen - neben Pappeln sind auch Weiden und Robinien geeignet - noch erweitert, informiert Susann Skalda. Die Gemeinde Massen sei auf dem Gebiet beispielgebend in der Region. Im Amt Kleine Elster wird gegenwärtig mehr Energie produziert - auch durch die Windkraftanlagen - als man hier verbraucht. Eine knappe Million Euro kostet das neue Hackschnitzelheizkraftwerk, das Land schießt davon 640 000 Euro zu. Den Rest teilen sich Amt und Gemeinde zu 60 beziehungsweise 40 Prozent.

"Ein spannendes Projekt, wie eine Kommune sich hier dezentral mit Energie versorgt", würdigt Annalena Baerbock. "Das ist auch eine gute Alternative zum starken Maisanbau, der in Brandenburg aus dem Ruder läuft", erklärt die Abgeordnete.