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Adventsserie
In Kirchhain wurde 1912 eine neue Lederhalle eingeweiht

Noch deutlich zu lesen ist, wofür das Gebäude in der Friedenstraße von Doberlug-Kirchhain bestimmt war.
Noch deutlich zu lesen ist, wofür das Gebäude in der Friedenstraße von Doberlug-Kirchhain bestimmt war. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Inschriften an Häusern zeugen oft von einer wechselhaften Geschichte der Gebäude. In einer LR-Adventsserie werden sie aufgespürt.

Für Lederauktionen ist in der Bis­marckstraße von Kirchhain (heute Friedensstraße) Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Lederhalle gebaut worden. Die LR fragt: Was wissen Sie darüber? Wie wurde das Gebäude später genutzt? Bitte rufen Sie am Freitag, 22. Dezember, zwischen 14 und 15 Uhr die 03531 717424 an oder schreiben Sie uns bis 15 Uhr eine E-Mail an finsterwalde@lr-online.de.

Auch nach der Sanierung des Häuserkomplexes ist er erhalten geblieben: der Schriftzug „Energieversorgung“ (Advents­türchen Nr. 20), der auf einen für die Stadt Falkenberg sehr wichtigen Wirtschaftsstandort aufmerksam macht. Er kommt gleich nach der Eisenbahn und hat bis heute ausreichend „Gewicht“. Das kleine Häuschen ist insbesondere für die Anwohner der Mühlberger Straße wichtig. Es beherbergt die Trafo­station, die den Straßenzug versorgt – und das schon seit seinem Bau im Jahr 1923. Wie einem historischen Rückblick von Dieter Giersch unter dem Titel „Die Entwicklung des Überlandwerks Liebenwerda zu Falkenberg“ im Falkenberger Heft Nr. 2 zu entnehmen ist, entstanden zu dieser Zeit auch die anderen Häuser, die zum Komplex zwischen Mühlberger Straße, Torgauer Straße, Schenkbreite und Freiherr-vom-Stein-Straße gehören: ein großes Verwaltungsgebäude, ein Direktorenwohnhaus, ein Wohnhaus für den Prokuristen und den Oberingenieur, außerdem Betriebswerkstatt, Schmiede, Kraftfahrzeugwerkstatt, Zählerprüfamt, Lager, Tischlerei und Pferdestall. Ein imposanter Betriebssitz war entstanden, der bis heute voll Leben gefüllt ist.

Nur 15 Jahre zuvor war in Bad Liebenwerda das erste regionale Energieversorgungsunternehmen der heutigen Elbe-Elster-Region gegründet worden. Die Elektrische Überlandzentrale Kreis Liebenwerda und Umgebung wurde zuerst von Bad Liebenwerda aus geleitet, aber schon drei Jahre später wurde nach Falkenberg umgezogen. Zuerst kam man in der Dachstube des Gemeindeamtes unter, dann im Haus des Schlossermeisters Kupke in der Bahnhofstraße. Gründe für den Wechsel des Unternehmenssitzes nach Falkenberg sind nicht überliefert, schreibt Dieter Giersch. Man vermutet jedoch, das die sehr günstige Verkehrslage Falkenbergs am Eisenbahnknoten der Hauptgrund war.

Im nächsten Jahr kann 110-jähriges Gründungsjubiläum gefeiert werden.

Mittendrin im Energieversorgungskomplex in Falkenberg: die alte Trafostation, von der aus seit 1923 die Mühlberger Straße versorgt wird.
Mittendrin im Energieversorgungskomplex in Falkenberg: die alte Trafostation, von der aus seit 1923 die Mühlberger Straße versorgt wird. FOTO: Sylvia Kunze / LR
(leh/sk)