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In der Beethovenstraße staubt's

Anwohner der unbefestigten Beethovenstraße leiden gerade in diesen Tagen unter starker Staubbelastung.
Anwohner der unbefestigten Beethovenstraße leiden gerade in diesen Tagen unter starker Staubbelastung. FOTO: Böttcher
Finsterwalde. Die Sängerstadt verfügt über etwa 35 Kilometer noch unbefestigter Straßen und Wege. Immer wieder führt das bei Anwohnern zu Ärger. Jetzt machen Anlieger der Beethovenstraße ihrem Unmut Luft. Gabi Böttcher

"Über einen Sandweg wird der Verkehr zum Freibad geführt. Die Stadt sollte sich mal ein Beispiel nehmen an den Dörfern", klagt Kurt Korn. Bis zum Brauhausweg ist die Straße noch zu DDR-Zeiten befestigt worden, der Rest der Beethovenstraße fehlt", schüttelt er den Kopf über den Zustand. Und er hat viele Unterstützer. Auch Hans-Joachim Haubitz, Hans-Günter Richter, Edith Zimmer, Helmut Eckert, Herbert Brendel und Sybille Bartel finden, dass es so nicht weitergehen kann. "Meine Tochter muss jeden Tag ans Sauerstoffgerät. Wir können das Fenster tagsüber gar nicht öffnen, so staubt es", erklärt Edith Zimmer.

Mit den Bauarbeiten in der Sonnewalder Straße hat der Umleitungsverkehr sein Übriges getan, um den Unmut über den Straßenzustand zu bestärken. Hans-Günter Richter: "Wenn die Autofahrer wenigstens die 30 km/h fahren würden, die angegeben sind. Aber das Schild wird von vielen übersehen." Edith Zimmer: "Wir haben schon mal eine Schubkarre auf die Straße geschoben." In der Diskussionsrunde am Straßenrand wird die Frage laut, ob sich die Stadt überhaupt für die unbefestigten Straßen interessiere. Von einer eigens dafür gebildeten Arbeitsgruppe sei nichts zu hören. Auch regelmäßige Anrufe bei der Stadtverwaltung hätten bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Dass die Straße immer wieder mal geschoben werde und inzwischen Warnbaken am Rande aufgestellt wurden, wird nur als ein Tropfen auf den heißen Stein angesehen. Einig ist man sich in der Runde, dass ein Gespräch mit den Anliegern ein erster Schritt sei. Mit diesem Wunsch könnten sie wohl offene Türen einlaufen. Denn aus dem Rathaus heißt es, dass das Prüfen eines Ausbauprogrammes für die Beethovenstraße bisher weder von Bürgern noch von Abgeordneten an die Verwaltung herangetragen wurde. "Erfahrungen aus der Ernst-Moritz-Arndt-Straße zeigen sogar, dass eine Befestigung der Straße aufgrund der dadurch entstehenden Straßenbaubeiträge für die Anlieger in der Vergangenheit grundsätzlich eher unerwünscht war", sagt Karsten Pinetzki. Sollte die Verwaltung einen entsprechenden Auftrag erhalten, würden die Anwohner vorab nach ihrer Meinung gefragt und auf der Grundlage einer Vorplanung vor dem Beginn des Ausbaus in zwei Bürgerinformationsveranstaltungen beteiligt. Warum im Unterschied zur Beethovenstraße der Westring mit nur einer Seite privater Anlieger oder auch die Moritz-Arndt-Straße befestigt wurden, erklärt die Verwaltung so: Für den Westring gab es einen Auftrag an die Verwaltung. Die Ernst-Moritz-Arndt-Straße ist durch eine angeordnete Umleitung einer Bundesstraße belastet. Der Entwässerungsbetrieb Finsterwalde, der Bauherr in der Sonnewalder Straße ist, habe sich entschieden, diesen Straßenzug vorübergehend zu befestigen, um eine Belästigung der Bewohner so gering wie möglich zu halten. "Bei der Beethovenstraße handelt es sich um einen eben nicht geplanten und gewollten Teil der Umleitungsstrecke", konstatiert Karsten Pinetzki. Ungeduldige Verkehrsteilnehmer würden sich eigene Umleitungsstrecken suchen. Darunter eben auch solche, die dafür nicht ausgebaut sind. Dieses Verhalten sei bedauerlich, "rechtlich aber schlecht greifbar oder regelbar". Auch mit den bereits eingeleiteten Umbeschilderungen könne immer nur begrenzt Einfluss auf die Entscheidungen des Einzelnen ausgeübt werden.

In einer jüngsten Krisensitzung am 1. August hätten sich Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Stadt darauf verständigt, die gewollte und ausgeschilderte Umleitungsstrecke komplett als Vorfahrtsstrecke zu beschildern, um die Leistungsfähigkeit der Trasse und damit die Akzeptanz zu erhöhen.

"Die Polizei hat zugesagt, auch in Zukunft präsent zu sein und die Geschwindigkeit, auch auf den ,nicht gewollt' als Umleitung genutzten Straßen, häufiger zu überwachen", erklärt Karsten Pinetzki.

Bestätigt wird von der Verwaltung, dass die Arbeitsgruppe Unbefestigte Straßen/Wege bisher nicht tätig geworden ist.