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In Crinitz, Gahro und Babben steigt der Trinkwasserpreis

Die Einwohner von Crinitz, Gahro und Babben müssen für Trink- und Abwasser künftig noch tiefer in die Tasche greifen. Die Verbandsversammlung des Trink- und Abwasserzweckverbandes Crinitz hat während ihrer vergangenen Sitzung in Fürstlich Drehna zum Teil drastische Gebührenerhöhungen beschlossen. Zugleich bleibt der TAZV in einer äußerst schwierigen Situation. Der hoffnungslos überschuldete Verband wartet weiter auf eine finanzielle Entlastung durch das Land, um aufgelöst und dem TAZV Luckau angeschlossen werden zu können. Investitionen sind nicht möglich, wären aber dringend notwendig. Von Tilo Winkler

Zum TAZV Crinitz gehören neben Crinitz, Gahro und Babben auch Fürstlich Drehna (Stadt Luckau) und Weißack (Heideblick, nur Abwasser).
Die Trinkwassergebühr steigt laut Beschluss um sieben Prozent von jetzt 2,60 Euro auf 2,78 Euro je Kubikmeter (einschließlich Mehrwertsteuer). Hinzu kommen unverändert monatliche Grundgebühren in Höhe von 6,99 Euro bei einem gewöhnlichen Hausanschluss. Der Abwasserpreis beträgt neu 4,85 Euro statt bislang 4,32 Euro je Kubikmeter bei zentraler Entsorgung. Das entspricht einer Steigerung um zwölf Prozent. Die Grundgebühr bleibt bei zehn Euro im Monat.
Betreiber von Sammelgruben müssen für die Entsorgung von Fäkalwasser eine 36-prozentige Steigerung der Gebühr hinnehmen. Der Kubikmeterpreis steigt von 11,85 Euro auf 16,14 Euro. Die Entsorgung von Fäkalschlamm kostet 29,71 pro Kubikmeter (bislang 28,58 Euro).
Ursprünglich sollte der Preisanstieg beim Trinkwasser noch größer ausfallen. In der im Dezember 2006 bekannt gewordenen Gebührenkalkulation war von 3,11 Euro pro Kubikmeter (2,91 Euro plus Mehrwertsteuer) ausgegangen worden. Grundlage sei damals der vom Wasser- und Abwasserzweckverband Calau (WAC) geforderte Einkaufspreis für Trinkwasser gewesen, erlärte Dirk Gebhard. Der Leiter der Kommunalaufsicht des Landkreises Elbe-Elster führt als „Beauftragter für das Organ Verbandsvorsteher“ die Geschäfte des TAZV Crinitz. Zwischenzeitlich habe es Nachverhandlungen mit dem WAC gegeben, so Gebhard. Die vom TAZV Crinitz an den WAC zu zahlende Festkostenpauschale sei reduziert worden und beträgt der Beschlussvorlage zufolge nun rund 92 000 Euro. Für das eingekaufte Trinkwasser werden 25 Cent pro Kubikmeter an den WAC bezahlt.
Die wirtschaftliche Situation des TAZV Crinitz ist unverändert schlecht. Der Verband hat Altschulden in Höhe von rund drei Millionen Euro. Eine seit langem erhoffte Teilentschuldung durch das Land gebe es aber erst, wenn die Jahresabschlüsse der vergangenen Jahre vorliegen, so Gebhard. Die für 2003 und 2004 seien jetzt im Entwurf fertig, so Gebhard.
Die erst acht Jahre alte Pflanzenkläranlage in Fürstlich Drehna müsse dringend saniert werden, ergänzte Dirk Gebhard. Das gleiche gelte für die Anlage in Cri nitz. Dort stelle sich die Frage, ob langfristig ein Anschluss an das Klärwerk in Sonnewalde kostengünstiger wäre. „Aber wir brauchen uns nichts vorzumachen“ , erklärte Dirk Gebhard. „Welche Lösung auch immer sinnvoll ist, ohne Fördermittel lässt sich keine verwirklichen.“

Zum Thema Preisvergleich
 Die Gebühren des WAC Calau zählen laut Verband Berlin -Brandenburgischer Wohnungsunternehmen zu den günstigsten im Land Brandenburg. Im direkten Vergleich mit Crinitz und Luckau ergibt sich folgendes Bild:
Trinkwasser
WAC Calau: 0,64 Euro pro Kubikmeter (monatlicher Grundpreis 13,09 Euro); TAZV Luckau: 2,03 Euro (6,99 Euro); TAZV Crinitz: 2,78 Euro (6,99 Euro)
Abwasser, zentral
WAC: 1,90 Euro (14,82 Euro); Crinitz: 4,85 Euro (10 Euro); Luckau: 3,53 Euro (10 Euro).