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| 12:50 Uhr

Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes
Bürger im Elbe-Elster-Land motorisieren auf

Mehr Autos, Transporter und Busse: Staufreies Durchkommen wird, wie hier in der Berliner Straße in Finsterwalde, immer schwieriger. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Kraftfahrzeuge im Landkreis um über 1500 angestiegen.
Mehr Autos, Transporter und Busse: Staufreies Durchkommen wird, wie hier in der Berliner Straße in Finsterwalde, immer schwieriger. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Kraftfahrzeuge im Landkreis um über 1500 angestiegen. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Elbe-Elster. Die Fahrzeuge, die durchs Elbe-Elster-Land rollen, werden immer mehr und sie sind immer stärker motorisiert. Das geht aus dem neusten Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2017 hervor. Auch für Dieselfahrer dürfte die Statistik interessant sein. Von Daniel Friedrich

Die Fahrzeuge, die durchs Elbe-Elster-Land rollen, werden immer mehr und sie sind immer stärker motorisiert. Das geht aus dem neusten Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2017 hervor. Auch für Dieselfahrer dürfte die Statistik interessant sein.

Ungeachtet der Diskussion um umweltschädliche Verbrennungsmotoren werden in Elbe-Elster immer mehr Fahrzeuge zugelassen. Laut aktuellem Bestandsbericht des Kraftfahrt-Bundesamtes waren zum Stichtag 1. Januar 2017 insgesamt 79 566 Fahrzeuge registriert. Das sind im Schnitt gut zwei Prozent mehr Autos, Lkw, Busse und Motorräder als noch fünf Jahre zuvor (2012: 78 000 Kfz). Der Landkreis liegt damit im deutschlandweiten Trend, denn in der gesamten Bundesrepublik hat sich der Fahrzeugbestand erhöht (siehe Infokasten).

Die ländlich geprägte Infrastruktur des Kreises spiegelt sich im Vergleich mit anderen brandenburgischen Landkreisen wider: So besitzen 6 von 10 Einwohnern in Elbe-Elster einen eigenen Pkw, um von A nach B zu kommen. In Potsdam, mit einem gut ausgebauten ÖPNV-Netz, sind es nur 4 von 10 Bürgern. Auch diese Zahlen haben sich in den zurückliegenden Jahren nach oben entwickelt. Fast 40 Prozent der Pkw-Halter zwischen Elbe und Elster sind übrigens Frauen.

Auffällig an dem kürzlich veröffentlichten Bericht ist, dass stärker motorisierte Pkw immer beliebter werden. So stieg der Zahl der Pkw mit über 2000 Kubikzentimeter Hubraum im Elbe-Elster-Land um 13 Prozent im Vergleich zu 2012 an. Außerdem gab es mehr als 60 Prozent so viele Wagen mit Allradantrieb. Die Zahl der Lkw stieg im gleichen Zeitraum um 700 auf 5980 Lastkraftwagen an.

Betrachtet man die insgesamt rund 63 000 Personenkraftwagen im Landkreis nach ihrer Antriebsart, so zeigt sich: Insbesondere die zuletzt umstrittenen Dieselfahrzeuge erfreuen sich seit 2012 immer größerer Beliebtheit. So wurden in den zurückliegenden fünf Jahren fast 30 Prozent mehr Dieselautos zugelassen, während es 10 Prozent weniger Benziner waren. Allerdings machen die mit Benzin betriebenen Autos mit gegenwärtig 70 Prozent nach wie vor den größten Kraftstoff-Anteil aus.

Apropos Diesel: Die älteren Fahrzeuge mit den Euro-Abgasnormen 1 bis 4, die möglicherweise noch in diesem Jahr von Fahrverboten betroffen sein könnten, machen die Hälfte der Dieselautos im Landkreis Elbe-Elster aus. 38 Prozent der Dieselfahrer sind mit einem Euro 5-Pkw unterwegs und sehen sich damit frühestens ab September 2019 in Großstädten mit Fahrverboten konfrontiert. Allerdings ist auch hier der technische Fortschritt zu beobachten. So waren vor fünf Jahren deutlich weniger Fahrzeuge mit schadstoffarmen Autos unterwegs als heute.

Mager sieht es dagegen noch in puncto Zukunftstechnologie aus: Im zurückliegenden Jahr fuhren 207 Hybrid-Fahrzeuge und 25 Elektroautos durch den Landkreis, das entspricht einem Anteil von 0,4 Prozent. Die Zahl der mit Gas betriebenen Fahrzeuge hat sich mit knapp 700 gegenüber den Vorjahren kaum verändert.

Beliebter ist offensichtlich das Reisen mit Wohnmobilen geworden. Hier stieg die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge um 66 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren.

Die meisten Fahrzeuge des Landkreises sind wie bereits in den Vorjahren in Finsterwalde (9370) zugelassen, gefolgt von Bad Liebenwerda (7293) und Herzberg (6993). Als relativ verkehrsarm kann sich die Gemeinde Schilda bezeichnen: Hier sind gerade einmal 349 Fahrzeuge registriert.