| 02:40 Uhr

Im hervorragenden Zusammenspiel

Das Weimarer Klavierquartett und Solveig Rosenhauer im ausverkauften Logenhaus.
Das Weimarer Klavierquartett und Solveig Rosenhauer im ausverkauften Logenhaus. FOTO: Stadt Finsterwalde
Finsterwalde. Im fünften Jubiläumsjahr des Finsterwalder Kammermusik Festivals hat das Weimarer Klavierquartett und Solveig Rosenhauer an der Violine mit Werken von Schostakowitsch und Dvoøák begeistert. Bis auf den letzten Platz war das Finsterwalder Logenhaus besetzt und die erwartungsvollen Zuhörer wurden nicht enttäuscht. red/gro

Bei der Darbietung von Dimitri Schostakowitschs Quintett op. 51g-Moll, gelang es den fünf Musikern mit atemberaubender Intensität, die verschiedenen Stimmungen des im Jahr 1940 komponierten Werkes auf die Zuschauer zu übertragen. Darüber informiert die Stadtverwaltung Finsterwalde.

Wie kaum ein anderer Musiker seiner Zeit schaffe es Schostakowitsch, die politische Situation und seine persönliche Stimmungslage in die Musik zu übersetzen, erläutert der Cellist Nassib Ahmadieh bei diesem Konzert einführend.

Erinnerten der erste und zweite Satz (Präludium und Fuge) noch an Bach, so sind im vierten Satz der Schmerz des Krieges und die Angst vor Repression förmlich zu spüren. Nicht frei von Ironie ist hingegen der dritte Satz in seiner Heiterkeit. Das Überziehen ist ein typisches musikalisches Merkmal des Komponisten. Von scheinbarer Harmonie und Zufriedenheit ist der fünfte Satz geprägt, das Werk endet mit einem zarten, fragenden Schluss.

Mühelos präsentierten die fünf Musiker die anspruchsvollen Passagen und arbeiteten die Feinheiten des Werkes ausdrucksvoll heraus. Es gelang ihnen, einen Spannungsbogen aufzubauen, welcher bis zur letzten Note erhalten blieb. Dissonanzen in hohen Lagen, mahnendes Staccato, hämmernde Akkorde, düsteres Pianissimo und grotesk anmutende Passagen der Bratsche wechselten sich mit heiteren und nahezu tänzerischen Elementen ab.

All dies gelang sehr eindrücklich. Spürbar war die Wirkung auf die Zuhörer.

Ungleich heiter und fröhlich wirkte dagegen das im zweiten Teil des Konzertes wunderbar interpretierte Klavierquintett A - Dur, op. 81 Antonin Dvoøák, das reich an Melodien und Elementen böhmischer Volksmusik ist. Die fünf Musiker arbeiteten diesen kompositorischen Höhepunkt Dvoøák virtuos, präzise und in einem hervorragenden Zusammenspiel aus.

So entließen die Musiker das Publikum aus einem Konzertabend, der reich an Klang- und Stimmungsvielfalt war und voller Intensität. Begeistert forderten sich die Gäste eine Zugabe ein. Das Weimarer Klavierquartett gehört zu den Hausensembles des Finsterwalder Kammermusik Festivals. Es ist nach Angaben der Stadtverwaltung Publikumsliebling in der Sängerstadt.

Das Festival findet 2015 bereits zum fünften Mal statt. Ein Jubiläumshöhepunkt ist in diesem Jahr das Thüringische Kammerorchester, das am 25. April in der Trinitatiskirche in Finsterwalde zu erleben ist.