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| 02:34 Uhr

"Ideenschmiede” feiert Silberhochzeit

Amtsdirektor Gottfried Richter mit einem Korrekturabzug der Jubiläumsbroschüre "25 Jahre Amt Kleine Elster".
Amtsdirektor Gottfried Richter mit einem Korrekturabzug der Jubiläumsbroschüre "25 Jahre Amt Kleine Elster". FOTO: Gabi Böttcher
In einer festlichen Veranstaltung wird am Freitag der 25. Geburtstag des Amtes Kleine Elster gewürdigt. Die RUNDSCHAU sprach vorab mit Amtsdirektor Gottfried Richter.

25 Jahre Amt Kleine Elster - Grund zum Feiern auch für Sie persönlich?
Gottfried Richter Das kann man wohl sagen, schließlich kann ich damit mein gesamtes zweites Arbeitsleben Revue passieren lassen.

Alle Gäste der Festveranstaltung können sich auf eine Jubiläumsschrift als Geschenk freuen. Was werden Sie darin lesen können?
Gottfried Richter Wir stellen auf 30 Seiten das Amt als Verwaltungseinheit, als öffentliche Körperschaft vor, die die Gemeinden vertritt und die von den Gemeinden übertragenen Aufgaben erfüllt. Schulen, Kitas und die Wirtschaftsförderung sind da zu nennen. Und natürlich die Feuerwehr, die ja nach dem Gesetz Aufgabe des Amtes ist. In verschiedenen Rubriken gehen wir auch auf Geschichte und Wappen, Kultur und Höhepunkte ein. Mein großes Dankeschön geht schon jetzt an das Redaktionsteam mit Bernd Güttes, Simone Erpel und Oksana Kolinska. Übrigens geht die Festschrift in Zeitungsqualität mit dem Amtsblatt an alle Haushalte des Amtes.

Auf die Schullandschaft sind Sie besonders stolz?
Gottfried Richter Mit einer Oberschule und drei Grundschulstandorten haben - wir gemessen an unseren 5700 Einwohnern - die dichteste Schulinfrastruktur im Landkreis Elbe-Elster.

Als das Rückgrat jeglicher erfolgreicher Entwicklung betrachten Sie seit jeher die Entwicklung von Industrie und Gewerbe?
Gottfried Richter Im vorigen Jahr konnten wir den 25. Geburtstag des Gewerbe- und Industrieparkes in Massen feiern. Das ist ein Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Es ist doch ganz einfach. Wer Arbeit hat, der denkt daran, sich ein Haus zu bauen und Kinder zu bekommen. Dazu beizutragen, den Menschen vernünftige Arbeitsplätze anzubieten, darin sehe ich den überwiegenden Teil meines politischen Auftrages. Straßenbau, der Lausitz-Flugplatz, die Finsterwalde-Sallgaster Industrieeisenbahn, die Bergbausanierung und die touristische Entwicklung am Bergheider See sowie die erneuerbaren Energien markieren weitere Schwerpunkte der Infrastruktur-Entwicklung. Dabei lässt sich mein persönliches und das Herangehen der Amtsverwaltung mit drei Worten auf den Punkt bringen: Verwalten und Gestalten. Ich verstehe die Amtsverwaltung als innovative Ideenschmiede im Interesse der Gemeinden.

In der Diskussion um die Verwaltungsstrukturreform in Brandenburg sind Sie ein Verfechter des Amtsmodelles. War das schon immer so?
Gottfried Richter: Das Amtsmodell ist aus Sicht der Verwaltung ein sehr aufwendiges, weil es die politische Mitbestimmung in allen Orten erfordert. Zugegeben - ich war früher schon eine Zeit lang der Meinung, dass ein vereinfachteres Verwaltungsarbeiten in einer Großgemeinde von Vorteil wäre. Im Verlaufe der letzten fünf Jahre ist es aber sehr deutlich geworden, dass die Gemeinden den größeren Wert auf ihre Eigenständigkeit, auf die eigene Finanz- und Satzungshoheit legen, als ich das ursprünglich dachte. Das war ein Erkenntnisprozess auch bei mir.

Eigenständigkeit der Gemeinden und mehr Aufwand für die Verwaltung haben am Ende aber doch nicht zu unterschätzende Vorteile?
Gottfried Richter: Die Eigenständigkeit der Gemeinden stärkt das Verantwortungsbewusstsein, die Eigeninitiativen und damit eine stabile Dorfgemeinschaft. Das ist ein großer Vorteil.

Im Prozess der Verwaltungsstrukturreform sehen Sie demnach die Zukunft des Amtes Kleine Elster auch in diese Richtung gehen?
Gottfried Richter: Die Gemeinden Sallgast, Massen und Lichterfeld-Schacksdorf haben dazu Festlegungen getroffen. Sie wollen am jetzigen Modell festhalten beziehungsweise eines mit der größtmöglichen Eigenständigkeit wählen. In Crinitz ist man gegenwärtig noch in der Diskussion, ob man Teil von Luckau werden möchte.

Die Silber-Hochzeit ist verbunden mit zwei weiteren Höhepunkten?
Gottfried Richter: Ja, wir vergeben zum 15. Mal für herausragende ehrenamtliche Leistungen im Amt die SilberElster. Und wir werden unsere zum Teil schon seit Jahrzehnten aktiven Ortschronisten durch eine offizielle Berufung ehren und damit ihre wichtige Arbeit für die Gemeinden würdigen.

Mit Gottfried Richter sprach

Gabi Böttcher.