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| 14:50 Uhr

Angekommen
„Ich würde gern für immer bleiben.“

Nigusu Aynalem (27) aus Eritrea überzeugt bei der Fimag in Finsterwalde nicht nur Geschäftsführer Bodo Altkrüger und Vorarbeiter Jens Schnack (v.r.). Er selbst will für immer im Unternehmen bleiben.
Nigusu Aynalem (27) aus Eritrea überzeugt bei der Fimag in Finsterwalde nicht nur Geschäftsführer Bodo Altkrüger und Vorarbeiter Jens Schnack (v.r.). Er selbst will für immer im Unternehmen bleiben. FOTO: Böttcher Gabi / LR
Finsterwalde. Vor Terror und in Todesangst flüchtete Nigusu Aynalem mit seiner Frau aus Eritrea. Im Oktober 2014 kamen sie in Finsterwalde an. Von Gabriela Böttcher

Als Nigusu Aynalem im April 2016 als erster Asylbewerber in der Entwicklungsgesellschaft Energiepark Lausitz GmbH in Finsterwalde seine Ausbildung zum Industriefertiger begann, gab es viele Fragezeichen zum  künftigen Weg des damals 25-Jährigen. Heute gibt es schon viele Antworten. Bei einer stand – und steht – die Finsterwalder Maschinen- und Anlagenbau GmbH (Fimag) Pate.

Die Suche nach einem Praktikumsplatz mit Aussicht auf Übernahme war bei Fimag-Geschäftsführer Bodo Altkrüger auf offene Ohren gestoßen. Seit dem 1. Juni vorigen Jahres folgte dann auf das Praktikum ein befristeter Arbeitsvertrag, der am 31. Mai dieses Jahres endet. Seine Grenze bestimmt die gegenwärtig geltende Aufenthaltserlaubnis des aus Eritrea stammenden jungen Mannes.

„Wir haben Interesse daran, den Arbeitsvertrag zu entfristen“, sagt Bodo Altkrüger ohne Umschweife. Und er hat guten Grund. Nigusu Aynalem hatte bereits während seines Praktikums bewiesen, dass er seine Chance unbedingt am Schopfe packen möchte. „Er ist ein verantwortungsbewusster, zuverlässiger Mitarbeiter, der bei uns schon wieder dazugelernt hat. Auch seine Sprachkenntnisse haben sich verbessert“, lobt der Chef. Ja, man sehe durchaus eine gesellschaftliche Verantwortung, sich dem Thema Flüchtlinge zu stellen. Vor wenigen Tagen hat ein zweiter Praktikant aus Eritrea im Unternehmen begonnen. Fertigungsleiter Mathias Fritsche: „Man fordert von den Menschen, sich hier zu integrieren. Nigusu will sein Glück in die eigene Hand nehmen. Ohne Arbeit wäre sein Blick in die Zukunft sehr problematisch.“

In der Fertigungshalle des Unternehmens, in der Nigusu mit dem Schweißen von Containern für Stromaggregate beschäftigt ist, gibt es ebenfalls Anerkennung für den inzwischen 27-Jährigen. Vorarbeiter Jens Schnack, der tagtäglich mit dem jungen Kollegen aus Eritrea arbeitet, weiß, was dieser besonders gut kann. „Das Schweißen. Das macht er sehr gut“, attestiert Schnack. Aber auch den Gabelstapler kann er fahren und erledigt alle Aufgaben, die ihm übertragen werden. Alle scheinen sich einig zu sein, dass ein höherer Einsatz des Unternehmens und der Kollegen beim Einarbeiten und auch die Unterstützung bei dem einen oder anderen Alltagsproblem von Nigusu dankbar angenommen und durch seinen Einsatz im Betrieb vergolten werden.

Mit einem breiten Lächeln sagt Nigusu: „Es ist alles gut, alles super hier. Ich würde gern für immer bleiben.“ Wohnte seine kleine Familie mit Frau Tadesse Shemit und dem inzwischen zwei Jahre alten Sohn Amaneal anfangs noch in Lichterfeld, so hat sich ein weiterer Wunsch inzwischen erfüllt. Die drei konnten nach Finsterwalde ziehen und Nigusu  nun mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Das Unternehmen, das derzeit an 20 großen Stromaggregaten für einen Kunden in der Schweiz arbeitet, verdient  nicht nur  durch Geschäfte über die Grenzen Deutschlands hinaus.  Mit handfester Integrationsarbeit beweist die Fimag-Familie, wie man sich selbst versteht, dass sie auch in anderen Fragen über den eigenen Tellerrand hinaus blickt.

Eritreer Industriefertiger
Eritreer Industriefertiger FOTO: Böttcher / LR