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| 02:37 Uhr

"Ich freue mich über jede Punktzahl"

Chris Poller unterrichtet seit fast 27 Jahren als Musikpädagoge in Finsterwalde junge Gesangstalente.
Chris Poller unterrichtet seit fast 27 Jahren als Musikpädagoge in Finsterwalde junge Gesangstalente. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Mit weit mehr als zwanzig Teilnehmern in der Wertung Popgesang Solo ist die Kreismusikschule "Gebrüder Graun" in der nächsten Woche beim Regionalausscheid "Jugend musiziert" in Lübben vertreten. Eine starke Fraktion von einem viel gefragten Fachbereich, geleitet von Chris Poller. Heike Lehmann

Drei Jahre sind ins Land gegangen, seit der Popgesang Wettbewerbskategorie bei "Jugend musiziert" war. Erwartungsvoll fiebern ihm deshalb Schüler und Lehrer entgegen. Zehn bis 20 Minuten dauert ein Beitrag - je nach Altersgruppe. "Der Wettbewerb ist wichtig für die künstlerische Entwicklung", sagt Chris Poller. Der 49-Jährige versichert, dass die Schüler, aber auch seine Kollegen hoch motiviert sind, um möglichst viele Punkte und Delegierungen zur nächsthöheren Stufe nach Elbe-Elster zu bringen. Alle wissen aber auch, dass die Tagesform eine Rolle spielen wird. "Entscheidend ist, wie das Geübte in so einer Stresssituation abgerufen werden kann", dämpft Poller vorschnelle Erwartungen, ohne den eigenen Ehrgeiz zu verleugnen. "Wir haben schon sehr gute Leute dabei. Ich freue mich aber über jeden, der sich dem Wettbewerb stellt und über jede erreichte Punktzahl, auch wenn es nicht für den Landeswettbewerb reichen sollte", sagt er. Weit mehr als 20 Schüler - Jonas Musiol und Hannes Harnisch sind die einzigen Jungen - stellen sich der Herausforderung (auch Seite 19).

Zwei, drei zusätzliche Proben in der Woche in der heißen Phase vor dem Wettbewerb sind keine Seltenheit. Damit sie Auftrittssicherheit vor Publikum üben können, hat Chris Poller mit seinen Kollegen in Finsterwalde die Offene Bühne ins Leben gerufen. Anfang März findet sie zum 56. Mal im Brauhaus statt. In Elsterwerda ist es die Talenteschmiede, und auch in Herzberg gibt's eine Offene Bühne.

Mindestens drei Titel unterschiedlicher Genres (Jazz, Pop, Chanson) sind beim Wettbewerb zu singen. Die instrumentale Begleitung übernehmen teilweise gleichaltrige Jugendliche. Ein Titel muss aber ohne instrumentale Begleitung vorgetragen werden. Außerdem soll ein eigenes Lied oder eine eigene Improvisation dabei sein. Die Juroren achten penibel auf Präsentation und Interpretation, Intonation sowie Stilistik. "Adele ist hoch im Kurs bei der Auswahl der Titel - und auch als Vorbild", sagt der Pädagoge, der immer auch die Gesamtentwicklung seiner Schützlinge verfolgt.

1989 hat Chris Poller als Gesangslehrer an der Kreismusikschule Finsterwalde angefangen. Als 23-Jähriger und mit vierjähriger Berufserfahrung als Sänger am heutigen Berliner Theater am Park. Poller stammt aus Calau, hat das Konservatorium in Cottbus besucht und 1988 seinen Berufsabschluss als Bühnensänger gemacht. Der Abschluss an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden für Gesang und Jazzgitarre folgte. Seit mehr als 15 Jahren hat er einen Lehrauftrag für die BTU Cottbus-Senftenberg. Er unterrichtet dort künftige Musikpädagogen und sagt: "Wir haben schon sehr gute Leute ins Berufsleben verabschiedet." Sein Blick reicht weiter: Seit 1994 ist er Fachgruppensprecher Popgesang für ganz Brandenburg.

Mit elf Schülern hat Poller einst im Pop- und Jazzgesang in Finsterwalde angefangen. Bis heute boomt dieser Bereich. Noch vor zwei Jahren unterrichteten fünf Kollegen Gesang. Heute sind es sieben. "Und alle sind selbst einstige Schüler unserer Musikschule", betont Poller nicht ohne Stolz.

Mit Kollegen spielt und singt Chris Poller in der Band MarbleCake. Über die Region hinaus begeistern sie mit Soul, Funk, Blues und Pop sowie eigenen Titeln.

Zum Thema:
Mittwoch, 20. Januar, 15 Uhr: öffentliche Generalprobe der EE-Teilnehmer am Regionalausscheid "Jugend musiziert" im Vorspielraum der Kreismusikschule in Finsterwalde21. bis 23. Januar: Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" in Lübben3. März (Donnerstag): 56. Offene Bühne unplugged im Finsterwalder Brauhaus