Es ist nachmittags 14.30 Uhr. Im Hort Kinderland herrscht ein Kommen und Gehen. Die ersten Kinder sitzen schon im Bus und fahren nach Hause, andere werden von ihren Eltern abgeholt. Die größeren, die der 3. bis 6. Klassen, kommen gerade auf das Hortgelände.

Hort sehr beliebt

Bis auf 180 ist die Zahl der Hortkinder hochgeschnellt. Was die Beliebtheit des Hortes unterstreicht und in der Größenordnung nicht vorhersehbar war. Die ursprüngliche Betriebserlaubnis für das Gebäude - mehrere Hundert Meter entfernt von der Schule - war für 74 Kinder ausgelegt. Deshalb gibt es bereits jetzt eine Zweitnutzung von Unterrichtsräumen in den Nachmittagsstunden. Für alle Beteiligten - Kinder, Lehrer und Erzieher - keine optimale Lösung, aber seit acht Jahren mit Ausnahmegenehmigung des Landesjugendamtes geduldet.

Doch die Behörde will die Augen nicht länger zudrücken, deshalb muss Abhilfe her. Statt für 21 wird momentan für 41 neue Hortplätze auf Hochtouren in der Berg-Grundschule der gesamte Kellertrakt im Seitenflügel umgebaut. Denn auch für die nächsten Jahre zeichnet sich ab, dass durchschnittlich 180 Kinder den Hort nutzen werden.

Der Umbau verschlingt nach mehreren Nachforderungen seitens des Landesjugendamtes und des kreislichen Bauordnungsamtes sowie Überraschungen an der Bausubstanz 150 000 Euro. Da ursprünglich nur für zwei neue Räume Geld im Haushalt für 2013 vorgesehen war, muss jetzt umgeschichtet werden. 40 500 Euro werden aus dem Posten für die laufende Werterhaltung der Berg-Grundschule (insgesamt 62 000 Euro) entnommen. "Was wird dafür wegfallen?", wollte Gert Fest von der Fraktion Bündnis Umland//LUN in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wissen. "Es wird nichts ersatzlos gestrichen, nur auf die folgenden Jahre geschoben", versicherte die Kämmerin Gudrun Körner. Betroffen sind davon die Planung für die Gestaltung des Schulhofes, dafür vorgesehene Betonelemente, die Errichtung einer Kleinsportanlage, Prallschutz in der Turnhalle und vorbereitende Arbeiten für die versorgungstechnische Trennung der Kegelhalle/Gaststätte von der Kindertagesstätte im Sportkomplex Doberlug.

Bauarbeiten stören Unterricht

Dass der Bedarf "zu einem unglücklichen Zeitpunkt festgestellt wird", wie Uwe Roland (CDU) festgestellt hat, erschwert den Schulalltag. Erste Eltern hätten Kritik geäußert, dass die Bauarbeiten den Unterricht stören. Die Bauarbeiter seien schon gebeten worden, die lärmintensiven Arbeiten nach Unterrichtsschluss auszuführen, erklärte die Verwaltung.

Einstimmig gab der Haupt- und Finanzausschuss grünes Licht für die Arbeiten. Das endgültige Wort spricht in der nächsten Woche die Stadtverordnetenversammlung.