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| 17:39 Uhr

Engagement
„Als würde ich für mich bauen“

 Vieles ist durch Horst Hofmanns Einsatz geschafft worden – unter anderem auch die Sanierung des Pavillons am Töpferdenkmal.
Vieles ist durch Horst Hofmanns Einsatz geschafft worden – unter anderem auch die Sanierung des Pavillons am Töpferdenkmal. FOTO: LR / Jenny Theiler
Finsterwalde. Der Crinitzer Bürgermeister Horst Hofmann wird am Sonntag nicht zur Bürgermeisterwahl antreten. Aber der 83-Jährige kommt von der Kommunalpolitik nicht los und will als einfacher Abgeordneter weitermachen. Von Jenny Theiler

Saubere, ordentlich sanierte Straßen ziehen sich durch die Gemeinde Crinitz. Die freundlichen Häuserfassaden wirken auf Besucher einladend und wer sich auf der Straße begegnet, grüßt sich. Das Gemeinschaftsbewusstsein im Ort ist stark und immer ein wichtiges Anliegen von Bürgermeister Horst Hofmann gewesen. „Crinitz hat ihm viel zu verdanken, das muss man schon anerkennen“, findet auch der Direktor des Amtes Kleine Elster, Gottfried Richter. Dennoch seien 28 Jahre aktive Tätigkeit in der Gemeinde genug, findet Horst Hofmann, der eigentlich niemals Bürgermeister werden wollte.

„Daran ist meine Tochter Schuld“, gibt Horst Hofmann schmunzelnd zu. Nachdem die erste Bürgermeisterin in den frühen 90er-Jahren in das Amt Kleine Elster wechselte, musste kommissarisch ein neuer Bürgermeister her. „Meine Tochter sagte: ‚Vati, du hast doch auch schon zu DDR-Zeiten dauernd den Kopf für alle hingehalten. Da kannst du das doch eigentlich auch machen’“, erinnert er sich. „Ich hätte mir den Posten damals nicht zugetraut, aber ich habe ihn von Anfang an ernst genommen“, sagt er.

Bereits zu DDR-Zeiten war der gebürtige Crinitzer im Ort aktiv – hat in sämtlichen Vereinen mitgewirkt, war leidenschaftlicher Pkw-Turniersportler. Der gelernte Schweißer, der kurz nach der Ausbildung in die väterliche Speditionsfirma eingestiegen ist, hat mit der Sanierung der Straßen im Ort seinen ersten großen Erfolg als Bürgermeister. 1995 gründet er die Bürgerinitiative „Provisorischer Straßenbau Crinitz“. Knapp eine Viertel Million D-Mark kommt damals zusammen. „Insgesamt konnten wir 16 Straßen erneuern. Das waren rund 12,5 Kilometer“, sagt Horst Hofmann. Vier weitere Straßen sind mit Fördermitteln finanziert worden. Diese Leistung erscheint umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass Crinitz damals keinen ausgeglichenen Haushalt hatte.

Daran erinnert sich auch Amtsdirektor Gottfried Richter: „Wir hatten genug damit zu tun, die Schulden der Gemeinde und des Amtes abzubauen und er hat es trotzdem noch geschafft, immer wieder Gelder für alle möglichen Projekte zu organisieren.“ Das rechnet der Amtsdirektor Horst Hofmann hoch an. „Er hat die Bürger mobilisiert und selbst viele freiwillige Aufgaben übernommen, um was in der Gemeinde zu bewegen“, sagt er. Damit war Horst Hofmann sehr erfolgreich, denn Crinitz ist mittlerweile schuldenfrei.

130 Gewerbeanmeldungen hat es seit Horst Hofmanns Amtsbeginn in Crinitz gegeben. Er hat sich unter anderem für das altersgerechte Wohnen in Crinitz und die Erneuerung der Filterkessel im Waldbad eingesetzt. Die Sanierungen des Töpferdenkmals mit echter Crinitzer Keramik und des grünen Pavillons gehören ebenfalls zu seinen Verdiensten. „Immer, wenn ich in der Gemeinde bauen wollte, habe ich so viel Kraft eingesetzt, als würde ich für mich bauen“, sagt der Crinitzer. Durch gut gepflegte Beziehungen und langjährige Kontakte kann er vieles schneller und effektiver erreichen – so auch durch die Unterstützung von Regine Hildebrandt.

„Sie hat uns Ende der 90er besucht und kam mit der ganzen Hose voller Schlamm in der Wohnstätte an“, erinnert sich Horst Hofmann. Die SPD-Politikerin musste den unsanierten Waldweg hinter dem Birkenhain bei starkem Regen zu Fuß gehen. „Sie hat sich so sehr über den schlechten Weg geärgert, dass sie versprochen hat, Mittel für die Sanierung zu organisieren. Das hat sie gemacht. Den Rest haben wir durch Eigenleistung finanziert“, sagt Horst Hofmann. Die Pestalozzistraße wird im Zuge dessen gleich mitsaniert. Der Unterbau kann dabei eingespart werden, weil das Crinitzer Keramikwerk für die Bauarbeiten Keramikbruch kostenlos zur Verfügung stellt. Eine Wendeschleife für den Bus wird ebenfalls gelegt.

In den vergangenen 28 Jahren ist Horst Hofmann fünfmal zum Bürgermeister gewählt worden. Private Schicksalsschläge und Krankheitsfälle konnten den emsigen Crinitzer nicht aufhalten, die Gemeinde zukunftsfähig zu stärken. Auch das Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt sei keineswegs ein Grund, nun den Kopf in den Sand zu stecken. „Solange ich noch lebe, möchte ich noch den Überblick über die Gemeinde behalten und ich denke, dass die Crinitzer das auch möchten“, sagt Horst Hofmann zu seiner Entscheidung, als Einzelkandidat für die Gemeindevertretung zu kandidieren.

 Logo Wahlen 2019
Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin
 Vieles ist durch Horst Hofmanns Einsatz geschafft worden – unter anderem auch die Sanierung des Pavillons am Töpferdenkmal.
Vieles ist durch Horst Hofmanns Einsatz geschafft worden – unter anderem auch die Sanierung des Pavillons am Töpferdenkmal. FOTO: LR / Jenny Theiler