ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:41 Uhr

Strecken-Sanierung Finsterwalde – Crinitz
Museumseisenbahn: Nikolausfahrt heißt das Ziel

 Damit die Fahrt wieder aufgenommen werden kann auf der vorübergehend stillgelegten Strecke der Niederlausitzer Museumseisenbahn, muss diese Brücke wieder die Brückenprüfung bestehen. Daran wird gearbeitet.
Damit die Fahrt wieder aufgenommen werden kann auf der vorübergehend stillgelegten Strecke der Niederlausitzer Museumseisenbahn, muss diese Brücke wieder die Brückenprüfung bestehen. Daran wird gearbeitet. FOTO: Heike Lehmann
Crinitz/Kleinbahren . 2019 ist noch kein Zug der Niederlausitzer Museumseisenbahn auf der Strecke Finsterwalde – Crinitz gefahren. Brücken und Schwellen sind zu marode. Stillstand aber sieht anders aus. Es wird fleißig gearbeitet. Von Heike Lehmann

Als Ende 2018 der Fahrbetrieb auf der vereinseigenen Strecke zwischen Finsterwalde und Crinitz schweren Herzens und „auf unbestimmte Zeit“, wie es damals hieß, eingestellt wurde, hat es Carsten Jurisch durchzuckt. Der Cottbuser las davon in der LAUSITZER RUNDSCHAU und sagte sich: „Das darf nicht sein! Das wäre traurig. Wir haben schon die Spreewaldbahn verloren und jetzt bitte nicht noch eine“, schildert er, was ihm durch den Kopf ging. Der Sanierungsstau an den Gleisen war so groß, dass der kleine Verein 2018 keinen Ausweg mehr sah und am 30. Dezember zu einer letzten öffentlichen Fahrt eingeladen hatte.

Carsten Jurisch sucht Anfang des Jahres den Kontakt zum Vereinsvorsitzenden Lars Metzinger und sitzt am 9. Februar mit seiner Frau Janine in der Jahreshauptversammlung des Vereins. „Da herrschte viel Trübsal. Von verkaufen, alles schließen, zu großem Aufwand war die Rede“, erinnert er sich.

 Die Brücke über die Bergener Straße soll noch 2019 wieder befahrbar sein. Carsten Jurisch (r.) und seine Frau Janine, Lothar Thor (l.), André Berger (2.v.r.) und Wolfram Schmidt helfen dabei.
Die Brücke über die Bergener Straße soll noch 2019 wieder befahrbar sein. Carsten Jurisch (r.) und seine Frau Janine, Lothar Thor (l.), André Berger (2.v.r.) und Wolfram Schmidt helfen dabei. FOTO: Heike Lehmann

Auch die Crinitzer Lothar Thor und André Berger wurden durch das von der Zeitung verkündete Aus der Museumsbahn aufgeweckt. Die Männer mit Bauverstand engagieren sich als Förderer. Ebenso einbringen will sich der Heimatverein.

Die Bahn spendiert 15 Schwellen

 Carsten Jurisch freut sich über 15 Schwellen, die die Deutsche Bahn gesponsert hat.
Carsten Jurisch freut sich über 15 Schwellen, die die Deutsche Bahn gesponsert hat. FOTO: Heike Lehmann

Das sorgt für Aufwind im Verein, der inzwischen wieder 23 Mitglieder hat. Zwei Beratungen finden statt – in Crinitz und Kleinbahren, um eine Rang- und Reihenfolge der wichtigsten Arbeiten festzulegen. Ein  Arbeitsplan wird erstellt. Ein Kontakt zur Streckenaufsicht verspricht positive Signale – „sofern entsprechende Initiativen zu erkennen sind“, gibt Carsten Jurisch wieder.

Knackpunkt ist die Brücke über die Bergener Straße. Sie muss abgedichtet werden. Sponsoren werden gesucht. „Familie Schmidt als Anlieger gibt uns kostenlos Wasser und Strom“, wird erzählt. Nach der Brücke drängt der Schwellenbereich zwischen Kleinbahren und Crinitz. „Auf 380 Metern müssen die Schwellen komplett ausgetauscht werden“, sagen die Männer. Auf 100 Metern liegen 165 Schwellen. Mehrere Zig-Tausend Euro wird das alles kosten, trotz hoher Eigenleistung. Dennoch: Zufrieden zeigt Carsten Jurisch 15 Schwellen, die er schon mal von der Deutschen Bahn gesponsert bekommen hat.

Jurischs aus Cottbus sind ein Glücksfall für die Niederlausitzer Museumseisenbahner. Seit Februar sind sie Mitglied im Verein. Mehr noch: Sie packen tüchtig zu. Carsten Jurisch ist gelernter Tief- und Straßenbauer inklusive Brücken- und Bahnbau. Als Pizza-Fahrer ist er zudem so flexibel wie seine Frau, die selbstständig ist. „Beim Freilegen des Brückentrogs hat sie neben zwei Jugendlichen aus Finsterwalde ordentlich mitgeschippt“, sagt der 48-Jährige stolz.

Alle Beteiligten haben ein Ziel vor Augen: Die Nikolausfahrt 2019 soll stattfinden – allerdings nur zwischen Kleinbahren und Crinitz. Erst später wieder ab Finsterwalde. Aber dafür sind mehr als 3000 Schwellen zu erneuern.