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| 01:02 Uhr

Hör nicht auf, mich zu träumen

3 D-Erlebnis zur Finsterwalder Friedensdekade mit speziellen Brillen.
3 D-Erlebnis zur Finsterwalder Friedensdekade mit speziellen Brillen. FOTO: Dietmar Seidel
Finsterwalde.. „Wege suchen, die Erde bewohnbar zu machen“ , wollte der berühmteste Heilige des Mittelalters Giovanni Bernadone, der unter dem Namen Franz von Assisi in die Kirchengeschichte eingegangen ist. Wege suchen, dessen leidenschaftliches Engagement für die Armen der Welt nachzuzeichnen, war das Anliegen der neuen 3D-Show von spirit art am Dienstagabend in der Trinitatiskirche im Rahmen der Finsterwalder Friedensdekade. Jürgen Weser


Den musikalischen Part des Abends bestritt ebenso leidenschaftlich das Percussion-Ensemble „Weberknechte“ von der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ .

Gute Tradition
Die 3D-Shows haben eine gute Tradition innerhalb der Friedensdekade. Vor sechs Jahren versuchten sich die „vom Virus befallenen“ , wie es Jugendwart Friedemann Müller ausdrückte, um Hagen Strauß und Thomas Müller mit ihrer ersten Produktion „Auf den Straßen des Glücks“ , hatten Erfolg und kamen mit ihren Nachfolge-Shows immer sehr gut an. Diesmal führte sie nun der Weg ins italienische Assisi, wo eine Gruppe junger Erwachsener der Jungen Gemeinde im Sommer diesen Jahres den Spuren des Franz von Assisi nachgegangen war. Sie faszinierte der Weg eines jungen Mannes, der den Weg vom reichen Jüngling zum armen Mönch bewusst gewählt hatte, der den Benachteiligten der Gesellschaft nahestand und schließlich den Franziskanerorden gründete. Das alles passte bestens in das Konzept der diesjährigen Friedensdekade unter dem Motto „Wer kriegt was?“ .

Kirche total gefüllt
Ungefähr sechshundert Bilder wurden fotografiert und schließlich 84 Bilder für die hinreißend zusammengestellte und wunderbar digitalisierte Show genutzt. Die Zuschauer in der total gefüllten Kirche konnten 35 Minuten lang in den Geist des berühmten Heiligen eintauchen. Ohne Biografie des Franz sein zu wollen, zeichnete die Show Assisis Wege nach, „die Erde bewohnbar zu machen“ . Wunderbare Aufnahmen ließen, durch die ausgeteilten 3D-Brillen betrachtet, den Eindruck der Mehrdimensionalität entstehen. Man konnte den Weg durch die berühmte Basilika mitgehen, ließ den Blick über die Hügellandschaft von Assisi schweifen und tauchte, geschickt mit christlichen Darstellungen aus Assisis Leben von den Machern inszeniert, in die Stille der geistigen Welt eines Menschen ein, der Gott verstanden wissen wollte als einen, der nur durch die Menschen leben kann. „Hör nicht auf, mich zu träumen.“

Aus gutem Grund gab es viel Beifall für das beeindruckende Seh- und Hörerlebnis, dem der Senftenberger Schauspieler Stephan Bergel seine Stimme geliehen hatte. Vor dem Erfolg lagen Wochen stressiger Arbeit für die neuen 3D-Besessenen, zu denen neben Hagen Strauß und Thomas Müller noch Alexander Krug, Susanne Magister, Maren Wienigk, Judith Goyla, Stephan Hänsch, Falco Walter und Friedemann Müller aus Finsterwalde, jetzt zumeist Studenten, gehören. Rechtzeitig zur Friedensdekade war das Werk fertiggestellt.

Frisch vom Probenlager
Den reizvollen Kontrast zur meditativen Ruhe eines Franz von Assisi bildete das Percussion-Ensemble „Weberknechte“ der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ . Ziemlich frisch aus einem viertägigen Probenlager zurückgekehrt, zündeten ein Mädchen und fünf Jungen ein Feuerwerk temperamentvoller Percussionmusik. Afrikanische Samba, lateinamerikanisches Flair mit Bosonova, polyphone klassische Musik, orientalische Klanglinien, phantastische Rock-Trommelwirbel und Klassiker wie der Säbeltanz brachten rhythmische Musik lautstark in das Kirchenschiff. Schlagzeug, Trommeln und Becken aller Art sowie die Marimba beherrschten Lisa Bubner, Philipp und Mathias Krüger, Christian Peter, Tim Fischer und Franz Große bestens.

„Regenbeschwörung“
Ihr Lehrer Lars Weber, der mit einer wunderbaren Interpretation von mexikanischer „Regenbeschwörung“ auf der Marimba zur 3D-Show überleitete, hat mit den sechs jungen Leuten in drei Jahren eine hervorragende Ensemblearbeit geleistet. Zuhörer und Musiker waren gleichermaßen begeistert. Kein Wunder, dass sogar nach dem Konzert noch Percussionklänge vor das Kirchenhaus drangen.