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| 19:00 Uhr

Nachfolge geglückt
HNO-Praxis in neuen Händen

Dr. Christoph Jotzo nimmt seinen Hut als niedergelassener HNO-Arzt in Finsterwalde. Die Praxis hat er an Dr. Myriam Genné übergeben, die Anfang Juli offiziell mit ihren Sprechstunden beginnt.
Dr. Christoph Jotzo nimmt seinen Hut als niedergelassener HNO-Arzt in Finsterwalde. Die Praxis hat er an Dr. Myriam Genné übergeben, die Anfang Juli offiziell mit ihren Sprechstunden beginnt. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Dr. Christoph Jotzo nimmt seinen Hut und will sich beruflich neu orientieren. Die Patienten sind abgesichert. Dr. Myriam Genné beginnt am 1. Juli mit ihren Sprechstunden. Von Heike Lehmann

Patienten mit Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden (HNO) müssen in Finsterwalde keine medizinische Versorgungslücke befürchten. Zwar wird sich Dr. Christoph Jotzo nach 24 Jahren Praxistätigkeit jetzt beruflich neu orientieren, aber er hat vorgesorgt und in Dr. Myriam Genné eine Praxisnachfolgerin gefunden. In dieser Woche wurde die Praxisübergabe vollzogen. Anfang Juli beginnt die junge Ärztin ihre Sprechstunden in Finsterwalde.

Beiden Ärzten war in dieser Woche die Erleichterung über den geglückten Wechsel anzusehen. Mit kleinen Aufmerksamkeiten haben sie sich gegenseitig überrascht. Dr. Jotzo bekam einen Outdoor-Hut geschenkt, „weil er ja jetzt seinen Hut nimmt“, wie Myriam Genné sagt. Bei ihr wiederum wird in der Praxis ab sofort ein Feuerzeug bereitliegen. „Wenn es dreimal nacheinander gezündet wird, werde ich, wenn nötig, bereit sein, um die Urlaubsvertretung zu übernehmen“, sagt Christoph Jotzo in Anspielung auf das Märchen „Das Feuerzeug“ von Hans Christian Andersen.

Dr. Myriam Genné hat ihren Lebensmittelpunkt in Cottbus. Dort lebt die 40-Jährige mit ihrem Mann, der vor einem Jahr eine eigene Kinderarztpraxis in Forst eröffnet hat, und den zwölf und 15 Jahre alten Kindern. Viele Jahre habe sie im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum gearbeitet. „Zuletzt aber war ich an der HNO-Uniklinik in Marburg beschäftigt“, erzählt Myriam Genné von sich. Geboren ist sie in Speyer. Medizin studiert hat sie in Greifswald. In ihrer Freizeit läuft und  liest sie gern. Sie liebt die Natur, das Wandern und das Radfahren.

Christoph Jotzo hat seine HNO-Praxis über 24 Jahre geführt. Dreimal ist er innerhalb der Stadt umgezogen – von der Tuchmacherstraße in die Friedrich-Engels-Straße und von dort dann in die Moritzstraße. Weil er sich jetzt aber beruflich neu orientieren möchte, wie er sagt, hat er einen Praxisnachfolger gesucht. Der 57-Jährige wird künftig „freiberuflich für eine große deutsche Versicherung Berufsunfähigkeitsgutachten erstellen“.

Zwei Arzthelferinnen, Iris Barich und Doreen Gerlach, übernimmt Dr. Myriam Genné von Dr. Jotzo. Mit Kerstin Ertner wurde eine dritte Arzthelferin bereits eingestellt. „Die Angestellten übernehme ich gern. Das ist ein sehr tolles Team hier, sie arbeiten gut zusammen“, sagt Myriam Genné. Das Urteil darüber kann sie sich getrost erlauben, denn sie hat seit einem halben Jahr in Finsterwalde Sprechstunden mit durchgeführt. Dabei habe sie auch gespürt, dass es bei den Patienten „ein großes Bedauern über den Weggang von Dr. Jotzo“ gebe. „Sie schätzen ihn sehr, das ist auffällig.“ Beruhigt haben sie aufgenommen, dass die weitere HNO-Versorgung gewährleistet ist. die Praxisräume bleiben am Ort. Der Praxisablauf bleibt der gleiche. Die Sprechzeiten werden leicht verändert.

Aber: Die junge Ärztin bringt natürlich auch Neuerungen mit nach Finsterwalde. Dr. Jotzo sagt: „Sie hat jetzt schon viel Neues, Zeitgemäßes eingeführt, was die Arbeitsabläufe erleichtert. Die Praxis wurde quasi von innen heraus renoviert. Das Behandlungsprofil wird sich wesentlich erweitern.“ Myriam Genné nennt ein Beispiel: „Patienten mit Verdacht auf Schlafapnoe können ein Polygraphie-Gerät zur Untersuchung der nächtlichen Atemaussetzer mit nach Hause nehmen. Die Wartezeiten in den Schlaflaboren sind ja doch enorm.“ Dieses Angebot versteht sie als Ergänzung, um Patienten schneller helfen zu können.

Ausscheiden aus der Praxis werden Dr. Anne-Katrin Jotzo – auch sie wolle sich beruflich neu orientieren, sagt Christoph Jotzo über die Pläne seiner Frau, und der Sohn, der seit Jahren in der Praxis mitgearbeitet hat, aber eigentlich gelernter Koch ist.

Die HNO-Praxis in der Moritzstraße wird auch mit Dr. Myriam Genné eine Allergologische Schwerpunktpraxis bleiben. „Ich war extra nochmal im CTK in der Dermatologie tätig, um die Allergologie zu intensivieren“, sagt sie. Im Juli wird auch Dr. Anne-Katrin Jotzo, deren spezielles Arbeitsfeld die Allergologie ist, noch mitarbeiten, „um den Übergang zu erleichtern“, wie Christoph Jotzo erklärt.