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| 11:12 Uhr

Finsterwalde
Herzliche Freundschaften aus einer Bierlaune raus

Holger Barth marschiert frisch mit Säbel gekürt dem Fanfarenzug und dem Schützenverein voran.
Holger Barth marschiert frisch mit Säbel gekürt dem Fanfarenzug und dem Schützenverein voran. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Der Schützenverein befördert den Finsterwalder Holger Barth wieder zum Säbelträger. Von Jürgen Weser

Nach einer Pause von acht Jahren marschierte die Bauerngruppe des Schützenvereins Heesen 1835 e.V. am Sonnabend wieder durch die Robert-Koch-Straße in Finsterwalde. Der Grund war erneut Schlossermeister Holger Barth. Er wurde zum zweiten Mal für ein Jahr zum Säbelträger und Kommandeur der Bauerngruppe des Schützenvereins aus Hamms Stadtteil Heesen gekürt. Dafür waren extra 18 Mitglieder des Vereins nach Finsterwalde gereist. Beim Finsterwalder Sängerfest geht es dem langjährigen Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Festumzug nicht so gut. Da zwängt er sich in die schwere Ritterrüstung. Diesmal durfte er mit grün-schwarzer Uniform, den frisch angebrachten Kommandeursschulterstücken und dem Prunksäbel der Musikgruppe „Sun Pipers“ und den Schützenmännern aus Westfalen voranmarschieren und schließlich das wichtigste Kommando des Tages geben: Schützengruppe links um und wegtreten zum Biertrinken und Bratwurstessen.

Für den geselligen Abend hatte Holger Barth mit Hilfe der Familie und von Nachbarn alles bestens vorbereitet. Der in Finsterwalde und Umgebung bestens bekannte und langjährige Stadtverordnete Holger Barth nimmt die ganze Angelegenheit humorvoll. „Vor zwölf Jahren“, so erzählt Barth, „habe ich aus einer Bierlaune heraus zugesagt, Mitglied im Schützenverein Heesen 1835 e.V. zu werden. Zuvor hatte er jedoch seinen Freund Hubert Möllenbrink aus Hamm, der zeitweise in Finsterwalde gearbeitet hat, 2004 zur Mitarbeit im Sängerfestverein überredet. Wieder in der Heimat, führte Möllenbrink den Finsterwalde Holger Barth 2006 in die Bauerngruppe des Schützenvereins ein. Da Holger Barth den Heesener Männern den Besuch in Finsterwalde schmackhaft gemacht hatte, waren sie 2010 erstmals zu Gast in der Sängerstadt und kürten Barth für ein Jahr zu ihrem Kommandeur. Nun also bekam er zum zweiten Mal die Ehre von Johannes Averdung als 1. Vorsitzenden der Bauerngruppe und von Heinz Ritter als Vorgängerkommandeur verliehen. Dafür braust Holger Barth mit dem Säbel im Gepäck auf dem Motorrad, seiner geliebten Honda, Ende Mai nach Hamm, um dort seine Pflichten beim traditionellen Adlerschießen zu übernehmen.

Mit 600 Mitgliedern des gesamten Vereins darf Holger Barth das Fest feiern. Überhaupt, so Holger Barth, gehe es um die Festigung von Freundschaften. Die Heesener Männer kamen am Sonnabendabend auf Barts Hof nicht aus dem Schwärmen heraus. Über die Gastfreundschaft, die prima Unterkunft im „Vetter“ und vor allem über den Tagesausflug in den Spreewald mit vierstündiger Kahnfahrt und zünftiger Einkehr. Mit Wohlwollen sah auch der Finsterwalder Stadtverordnetenvorsteher die Freundschaften, die im Gesang des umgedichteten Sängerliedes mündeten.