Weiterbildung der Mitglieder des Kreisverbindungskommandos (KVK) Elbe-Elster vor wenigen Tagen in Herzberg. Das KVK hat im Ordnungsamt der Kreisverwaltung zwei Dienstzimmer. Hauptmann Hornig, Leiter des Unterstützungstrupps Brück spricht mit den Reservisten des KVK über neue Ausbildungsvorschriften. Der Termin hat noch einen besonders erfreulichen Anlass. Der Feldwebel der Reserve Ralf Becker aus Schlieben wird zum Hauptfeldwebel befördert. Vor einigen Jahren hat sich der 45-Jährige bereit erklärt, im KVK Elbe-Elster mitzuarbeiten. "Einmal Soldat, immer Soldat", sagt er. 18 Jahre hat in der Armee gedient, davon sechs bei der NVA.

In seinem zivilen Leben betreibt Ralf Becker ein Versicherungsmaklerbüro in Finsterwalde. "Wir sind im KVK Elbe-Elster sehr gut aufgestellt. Das innere Gefüge stimmt. Wir ergänzen uns gut, sind zum Beispiel Selbstständige, Beamte oder Lehrer. Alle haben aktiv in der Bundeswehr gedient und sind vor einigen Jahren ausgeschieden", sagt er. Das Engagement des Reservisten Ralf Becker reicht soweit, dass er auch eine freiwillige Bereitschaft zu Auslandseinsätzen unterschrieben hat.

Dazu ist es bei ihm bisher noch nicht gekommen. Aber mit Michael Schelter war ein anderer Offizier der Reserve des KVK Elbe-Elster im vergangenen Jahr im Afghanistan-Einsatz. Schelter ist im KVK Stabs- und Presseoffizier und wurde kürzlich zum Oberstleutnant befördert.

Vier Monate lang hat Michael Schelter im Norden von Kundus gearbeitet. "Wir haben in 50 Kleinstprojekten den Bau von Brücken, Straßen oder Brunnen kontrolliert, die vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik bezahlt wurden", erzählt Michael Schelter. Bei seiner Arbeit stand nicht in erster Linie die Hilfestellungen bei der Verbesserung der Infrastruktur inm Vordergrund, sondern vielmehr das Training von Verwaltungshandeln für die Landräte dieser Region, die Clustchiefs. Das ging von der Einhaltung von Absprachen bis zur Verhinderung von Korruption bei solchen kleinen Baumaßnahmen, so der Oberstleutnant.

Nach Schelters Einschätzung sind etwa zehn Prozent der in Afghanistan eingesetzten deutschen Soldaten Reservisten. Auch in der zivil-militärischen Zusammenarbeit vor Ort werde die Bedeutung der Kreisverbindungskommandos und der Reservisten weiter zunehmen, so der Stabsoffizier. "Mit der Aussetzung der Wehrpflicht werden im Katastrophenfall die Reservisten Arbeiten übernehmen, die bisher von aktiven Bundeswehrangehörigen geleistet wurden", sagt Schelter. Im Hochwasser 2010 haben 530 militärische und 40 zivile Kräfte der Bundeswehr die Abwehrarbeiten an der Schwarzen Elster im Landkreis Elbe-Elster unterstützt. .