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Herbstkracher: Feiern wie in Bayern

Tolle Stimmung herrschte beim "Herbstkracher" am Samstagabend im beheizten Festzelt auf dem Finsterwalder Markt. Schon am Freitag wurde das dreitägige Fest gestartet. Mit einem Schlag hatte Bauverwaltungschef Frank Zimmermann das Bier fließen lassen.
Tolle Stimmung herrschte beim "Herbstkracher" am Samstagabend im beheizten Festzelt auf dem Finsterwalder Markt. Schon am Freitag wurde das dreitägige Fest gestartet. Mit einem Schlag hatte Bauverwaltungschef Frank Zimmermann das Bier fließen lassen. FOTO: Torsten Pötzsch / top1
Finsterwalde. Wenn es beim Oktoberfest "richtig kracht", nennt man die ganze Sache "Herbstkracher". Diese Veranstaltung erlebte am Wochenende auf dem Finsterwalder Markt ihre neunte Auflage. Am Samstagabend war das große Festzelt – sehr zur Freude des "Herbstkrachervereins", der die Party organisiert – ausverkauft. 700 Sitzplätze waren vergeben. Torsten Pötzsch / top1

Los ging es schon Freitagabend mit einem mehrminütigen Feuerwerk und dem traditionellen Fassanstich. Diese Aufgabe übernahm in diesem Jahr Frank Zimmermann, städtischer Bauverwaltungschef. Und der legte die Messlatte hoch. Mit nur einem Schlag gelang es ihm, das 50-Liter-Freibierfass anzustechen. Da konnte in der Folge eigentlich nichts mehr schiefgehen. Allerdings blieben am Freitag noch viele Plätze unbesetzt. "Da müssen wir uns noch was einfallen lassen", so Klaus-Dieter Umlauf, der Mann, der den "Herbstkracher" erfand und sich auch immer wieder was Neues einfallen lässt. "Es ist schon eine Mammutaufgabe, immerhin sind wir nur 19 Leute hier am Start. Da kann es schon etwas anstrengend werden, wenn man das ganze Wochenende gestalten will." Klaus- Dieter Umlauf hielt nicht nur die organisatorischen Fäden in der Hand, er moderierte auch, leitete diverse "Gaudispiele" und stand zudem am DJ-Deck. Dass er Samstagabend kaum noch eine Stimme hatte, verzieh man ihm. Jährlich bemüht sich der Verein, mit einem bunten Programm alle Generationen anzusprechen. Und es gelang: Alt und Jung feierten ausgelassen miteinander und beim Kinderfest am Samstag gingen 154 kostenlose Essenportionen über den Tresen.

"Natürlich geht immer noch mehr, doch wir sind zufrieden und ich denke, die Gäste auch", resümierte Umlauf am Samstagabend. "Das Fest steht der Stadt gut zu Gesicht, wir haben viele Gäste aus dem Umland und sogar Bayern und Franken kommen jedes Jahr, weil es sich hier so gut feiern lässt." Dirk Korbstein, aus Wildflecken, Unterfranken, konnte das nur bestätigen. "Wir sind hier mit acht Leuten am Start, kommen seit acht Jahren und die 1000 Kilometer Fahrt lohnen sich wirklich. Die Stimmung ist super, wir erfahren hier eine sehr große Gastfreundschaft. Man kann wirklich feiern wie in Bayern." Ein großes Lob von den Unterfranken gab es für die vielen hübschen Frauen im Dirndl. "Wirklich sehr fesch und es werden jedes Jahr mehr."

Ein großes Lob gab es auch von Daniel Steingräber aus Oberfranken, dem Frontmann der "EchtStark"-Partyband: "Das ist hier wirklich sehr, sehr gut. Der Funke springt sofort über und wir haben als Musiker riesigen Spaß. Wir spielen ja deutschlandweit und können sagen, dass Finsterwalde beim Feiern richtig gut mithalten kann." Besonders erwähnenswert fand er, dass mit Khongorzul Müller ein junges Mädchen mit mongolischen Wurzeln "Miss Dirndl" wurde. "Das spricht für die Stadt, für das Publikum. Es freut uns natürlich, dass unsere Traditionen weltweit funktionieren." Gern würden die Musiker um Daniel Steingräber im kommenden Jahr, zur 10. Auflage des "Herbstkrachers", wieder in die Sängerstadt kommen.

Dass der "Kracher" mittlerweile ein Fest für alle Generationen geworden ist, war auf den ersten Blick zu sehen. Der Finsterwalder Thomas Richter: "Vor drei Jahren war ich das erste Mal hier und kannte keinen Menschen. Heute komme ich keine zwei Meter, ohne mit jemandem ins Gespräch zu kommen."

Da darf man schon auf das kommende Jahr gespannt sein, wenn es zum 10. Mal auf dem Markt "krachen" wird. "Und das wird es", verspricht Klaus-Dieter Umlauf. "Und wenn wir noch ein paar Sponsoren mehr finden, dann können wir ein richtig großes Ding starten."