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Karneval
Heiße Tanznacht im Mass’ner Saloon

Als heiße Saloongirls wickelte die Showtanzgruppe die Männerwelt tänzerisch um den Finger.
Als heiße Saloongirls wickelte die Showtanzgruppe die Männerwelt tänzerisch um den Finger. FOTO: Sarah Große
Massen. In einer wilden Show vereinen die Mass’ner Narren den Flair des Wilden Westens mit karnevalistischen Highlights. Von Sarah Große

Wenn der Abend schon mit einer wilden Schießerei zwischen zwei Cowboys beginnt, bei der sich zum Schluss beide in einem spannenden Showdown die Revolver an die Schläfen halten, und man voller Nervenkitzel nur darauf wartet, wer nun als Erster den Finger am Abzug hat, könnte man meinen, der Programmhöhepunkt sei bereits zu Beginn der Veranstaltung erreicht. Viel könne ja jetzt nicht mehr kommen. Eigentlich könne man nun ebenso gut nach Hause gehen. Wer das dachte, hatte aber nicht mit den Machern des Mass’ner Karnevals gerechnet. Denn das nervenaufreibende Revolver-Duell war nur der Anfang einer zweistündigen Wild-West-Show voller rhythmischer Tänze, Witz, Klamauk und Gesang.

Dass Elferratspräsident Steffen Fröschke nur den Einmarsch des Prinzenpaares und den wirbelnden Tanz der Funkengarde ankündigen konnte, bevor er das Lied vom Tod spielend am Strick endete, versetzte sein närrisches Volk dabei keinesfalls in Trauer. Die Sitten im Wilden Westen sind rau, der Abend kurz und der Durst der Elferräte groß. Also verlor Mathias Winzer als „Hausmeesta Krause“, der sich als einziger für eine halbwegs ordentliche Bestattung des Präsidenten verantwortlich fühlte, nur noch kurz ein paar gute und ein paar weniger gute Worte über den Dahingeschiedenen und danach ließen die Narren die Puppen tanzen.

Ein neuer Ansager war schnell gefunden und so kündigte Moderator Reinhard Große als erstes den Tanz der kleinen Funken an, die mit Cowgirl-, Indianer-, und Funkenkostümen den Wilden Westen tanzend mit dem Karneval vereinten und dafür viel Applaus ernteten. Danach wechselten sich in einer furiosen Show karnevalistische Highlights mit Gesang und Wild-West-Klamauk ab. So warteten die Narren im Mass’ner Saloon nicht nur mit zwei Funkensoli der Tänzerinnen Elisa und Julie auf, sondern auch mit einem flotten Line-Dance der Gemischten Tanzgruppe, einer wilden Gangster-Geschichte der Saalpolizei und einer sportlich-tänzerischen Parodie auf den Film „Der Schuh des Manitu“ der Handballer.

Die Saloongirls der Showtanzgruppe wickelten mit einer heißen Tanznummer die Männerwelt gekonnt um den Finger. Ganz so leichtes Spiel hatten die Frauen des Mass’ner Karnevals dagegen nicht. Erst beklagten sie als trauernde Witwen am Grab ihre Männer, die – wie sich während der Gesangsnummer der Damen herausstellte – gar nicht so zufällig zu Tode gekommen waren. Und dann wurden sie auf der Partnersuche auch noch wüst von den feschen Cowboys abgewiesen, weil sich – angeblich – an ihren Schenkeln kleine Orangenhautpölsterchen aufplustern. Es folgte also ein weiteres Klagelied, diesmal jedoch über Cellulite und die kosmetischen Leiden einer Frau.

Zumindest ein Paar passte zusammen wie Topf und Deckel. Prinzessin Alexandra befreite als Indianermädchen ihren Prinzen Alexander aus den Fesseln zweier Gauner. Neben der traditionellen Tanzeröffnung folgte dann noch ein echter Freudentanz der beiden Hoheiten, die einen erstklassigen Rock’n’Roll zeigten. Als Indianer und Cowboys mit Pferd heizte zum Abschluss auch das Männerballett dem Publikum noch einmal ordentlich ein.