| 15:31 Uhr

Abschluss
Neue Heilpädagogen unterstützen Inklusion

Haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren zusammen erfolgreich gelernt: Schüler und Lehrer der Heilpädagogenklasse am OSZ Finsterwalde. Am Mittwoch haben die 13 Absolventen ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Sie dürfen sich nun staatlich anerkannte Heilpädagogen nennen. 
Haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren zusammen erfolgreich gelernt: Schüler und Lehrer der Heilpädagogenklasse am OSZ Finsterwalde. Am Mittwoch haben die 13 Absolventen ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Sie dürfen sich nun staatlich anerkannte Heilpädagogen nennen.  FOTO: Daniel Friedrich / LR
Finsterwalde. Absolventen des OSZ Elbe-Elster nehmen ihre Zeugnisse entgegen. Sie werden künftig Schülern bei Lernschwierigkeiten helfen. Von Daniel Friedrich

Sie helfen Menschen mit Beeinträchtigungen in der Schule und bringen dort auch die Integration voran: 13 fertig ausgebildete, staatlich anerkannte Heilpädagogen haben am Mittwoch im Finsterwalder Oberstufenzentrum (OSZ) ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Zwölf Frauen und ein Mann haben dafür zweieinhalb Jahre lang die Schulbank gedrückt. „Das ist besonders hoch anzuerkennen, da alle Absolventen bereits einen Grundberuf wie Heilerziehungspfleger oder Erzieher erlernt haben. Anschließend mussten sie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung sammeln“, sagt Abteilungsleiterin Andrea Koppen.

So kommt es, dass die neu ausgebildeten Heilpädagogen zwischen 30 und 53 Jahre alt sind. Petra Merkel etwa, die zuvor viele Jahre als Heilerziehungspflegerin gearbeitet hat, wollte sich beruflich noch einmal verändern: „Mir gefallen die neuen Arbeitsperspektiven, auch wenn es eine anstrengende Zeit war.“ Der Unterricht fand parallel zum eigentlichen Job statt. Merkel arbeitete hauptsächlich als Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Prösen. Immer mittwochabends und samstags musste sie gemeinsam mit den anderen Absolventen in das Oberstufenzentrum zum Unterricht fahren. Hinzu kam ein Praktikum. „Die Ausbildung an einer Fachschule ist eine komplexe Erfahrung. Da muss man Beruf, Familie und Freunde unter einen Hut bekommen“, stimmt ihr Andrea Koppen zu.

In ihren neuen Einsatzgebieten werden sich die Heilpädagogen verstärkt um jene Schüler kümmern, denen das Lernen schwer fällt: Manuela Lichan beispielsweise unterstützt an der Finsterwalder Grundschule Stadtmitte Schüler mit geistiger Behinderung. „Ich helfe auch Jugendlichen mit Migrationshintergrund beim Erlernen der Sprache und Zurechtfinden im neuen Umfeld“, erzählt die Absolventin. Nadine Richter fördert durch den Einsatz von speziellen pädagogischen Maßnahmen vor allem Kinder mit einer emotional-sozialen Entwicklungsstörung. Ihr Einsatzort ist die Grundschule in Rückersdorf.

Auf diese Weise sind die Heilpädagogen sehr wichtige Fachkräfte, wenn es um die Bewältigung der derzeit viel diskutierten Stichwörter Inklusion und Integration geht. „Zum Glück sind Arbeitsplätze in dieser Branche keine Mangelware“, sagt Schulleiter Rainer Böhme in seiner Rede und gibt den Absolventen mit auf den Weg, sich deshalb künftig auch auskömmlich bezahlen zu lassen.

Alle zwei Jahre wird die Heilpädagogenausbildung nur angeboten. Nach OSZ-Angaben ist der diesjährige Abschlussjahrgang der bislang erfolgreichste. Der Notendurchschnitt liegt über 2,0. Vier Fachschülerinnen wurden zudem mit einer Anerkennungsurkunde für ihre sehr guten Leistungen ausgezeichnet: Franziska Balko und Nadine Richter (1,1) sowie Manuela Lichan und Jennifer Karg (1,3).

Stößchen! Franziska Balko, Nadine Richter und Manuela Lichan (v.l.) stoßen mit Abteilungsleiterin Andrea Koppen (2.v.l.) auf ihren Abschluss an.
Stößchen! Franziska Balko, Nadine Richter und Manuela Lichan (v.l.) stoßen mit Abteilungsleiterin Andrea Koppen (2.v.l.) auf ihren Abschluss an. FOTO: Daniel Friedrich / LR