Doch beginnen wir von vorn: Wer Wolfgang Jabin folgen und Sorno kennen lernen möchte, der muss sich am Mittwoch um 10 Uhr vor dem Schloss der Sängerstadt einfinden. Von hier aus geht es mit dem Bus in den Finsterwalder Ortsteil - da hier die Plätze begrenzt sind, sollte man sein Kommen Anfang der Woche beim Stadtmarketingverein anmelden: 03531 717830. „Ist das Wetter am Mittwoch schön, steigen wir bereits in Pechhütte aus“ , beschreibt Wolfgang Becker, Geschäftsführer beim Verein, den Weg. Der führt durch Wald und Feld, vorbei an der besagten Brücke am Schneidemühlenteich, nach Sorno. Dort wird im „Waldeck“ zu Mittag gegessen.
Danach übernimmt der Maler Dietrich Tosch die Wandergruppe. Der Künstler lädt in sein Atelier im alten Pfarrhaus ein, zeigt die Vielfalt seiner Bilder - wenn die Sonne scheint, sogar im Freien. Danach geht es in Sornos ältestes Gebäude - in die Kirche. Hier wird Dietrich Tosch mit einer Botschaft überraschen: Der Neu-Bürger des Dorfes schließt nicht aus, dass beim Bau der Dorfkirche Karl Friedrich Schin kel seine Hände mit im Spiel gehabt haben könnte. „An verschiedenen Stellen ist die Handschrift des Königlich-Preußischen Baumeisters zu erkennen. So findet sich das berühmte Schin kel-Rot, wie man es noch im Original im Schloss Charlottenhof im Park von Sanssouci findet, auch am Sornoer Kirchenaltar wieder“ , verweist Tosch nur auf ein wesentliches Detail - auf andere wird er bei der Führung aufmerksam machen. Der Künstler versteht sich auch als Schinkel-Kenner. Dietrich Tosch gehörte mit zum Team, das die großen deutschen Schin kel-Ausstellungen im Alten Museum im Berliner Lustgarten und in der Hamburger Kunsthalle in den Jahren 1980 bis 1982 anlässlich des 200. Geburtstages des großen preußischen Baumeisters organisierte.
Sollte sich Toschs Vermutung tatsächlich bewahrheiten, ist Finsterwalde mit der Eingemeindung des dörflichen Ortsteils ein wahrer Kunstgriff gelungen. Auf jeden Fall bekommt so die diesjährige Wanderung zum Frauentag einen ganz besonderen Reiz.