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Harald Schneider erzählt in Niederlausitzer Mundart

Harald Schneider.
Harald Schneider. FOTO: Bauer
Sallgast. Einige der Schlossbesucher kannten Harald Schneider als freischaffenden Maler und Gestalter von Holzskulpturen, andere als Führer durch die Natur bei Staupitz, seinen Heimatort. Am vergangenen Freitagabend lernten sie ihn im Rahmen der LiteraTour als Autor kennen. Wolfgang Bauer

Die von ihm gebotene Auswahl aus den "Lebensmomenten" und "Kalenderblättern", wie er seine 2002 und 2011erschienenen Publikationen nennt, zeigten nicht nur seine gute Beobachtungsgabe für Heimat und Natur, sondern auch das Ablesen mancher Lebensweisheit aus persönlichem Erleben. Dazu zählten auch einige lustige Begebenheiten, die die Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln brachten. Helle Begeisterung brach aus, als er einige seiner Geschichten in Niederlausitzer Mundart zum Besten gab. Ganz gleich, ob es das Fest war, "wo an een koolen Sunnobend im Februar bei sich heeme een Schwein jeschlacht wer'n sullte..." oder sich "Hempels Emma und Krügers Frieda erzählt homm, was neilich inne Rundschau vonne Enrofine zu lesen woar" - immer war es eine sehr humorvolle, aber dem tatsächlichen Leben auf dem Dorfe detailgetreu nachempfundene Erzählung solcher Geschehnisse. Die Zuhörer im Trauungssaal brauchten keine "Übersetzung", wie sie Harald Schneider in seinen "Lebensmomenten" jenen Beiträgen beigefügt hat, "für die Leser in Bayern oder oben an der Nordsee", wo seine Bücher auch schon gekauft wurden. Hier verstand man ihn und das geschilderte Treiben.

Die am Schluss dargebotene Geschichte über die "besinnliche Weihnachtszeit", die in Anlehnung an vom Autor selbst Erlebtem eine Katastrophe nach der anderen folgen ließ, erinnerte manchen an ähnliche Vorkommnisse in der eigenen Familie. Ein gelungenes Lesevergnügen, das ein paar mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.