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Hanspeter Bethke und seine Landnahme-Sicht

Hanspeter Bethke: Hafenbild Warnemünde.
Hanspeter Bethke: Hafenbild Warnemünde. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Doberlug-Kirchhain. Die 9. Kunstausstellung des Elbe-Elster-Kreises unter dem Motto ,,Landna(h)me" ist noch bis zum 9. September im sanierten ,,Rautenstock" in Doberlug-Kirchhain zu sehen. Das historische Gebäude wird im nächsten Jahr zum Ensemble der 1. Brandenburgischen Landesausstellung ,,Wo Preußen Sachsen küsst" gehören. Insgesamt 19 Künstler aus dem Elbe-Elster-Kreis und den Partnerkreisen Naklo und Ratibor in Polen sowie dem Märkischen Kreis zeigen ihre Arbeiten von Malereien bis zur Installation. In loser Folge werden einzelne Künstler mit ihren Arbeiten vorgestellt. Heute: Hanspeter Bethke. jgw1

Hanspeter Bethke, 1935 in Magdeburg geboren, ist den meisten Kunstinteressierten im Elbe-Elster-Kreis vor allem als Gestalter des Gartenkunstwerkes Saxdorf ein Begriff. Maler, Zeichner und Gartenkünstler - seit Jahrzehnten fließen die künstlerischen Stränge in seinem Gesamtkunstwerk zusammen. Seit 1967 obliegt ihm die Gestaltung des Pfarrgartens Saxdorf, und seit 1985 ist das Pfarrhaus Saxdorf sein ständiger Wohnsitz. Mit seinen einerseits expressionistisch an den Halleschen Expressionismus anschließende Malereien, mit den andererseits impressionistisch fließenden und flirrenden Weißbildern und mit seinen vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten geschaffenen auf das Wesentliche reduzierte skurrile Figurationen und Objektdarstellungen hat er über Jahrzehnte Kunstentwicklung in Elbe-Elster mitgeprägt.

In der Doberluger ,,Landnahme"-Ausstellung greift er mit seinen gezeigten Arbeiten auf seinen Fundus zurück. Er zwingt den Besucher mit Linien und Andeutungen den beispielsweise im dunstigen weißen Nebel liegenden Warnemünder Hafen genau zu betrachten. Bethke fordert die Sinne des Betrachters und lässt aus dem Bild nach und nach undeutliche Konturen der Hafenanlagen entstehen und fordert dabei Assoziationen heraus. Der Vision Goethes, Faust zum Schluss seines Lebens dem Meer Land abzugewinnen, scheint sich bei Bethke als Ergebnis dieser ,,Landnahme" widerzuspiegeln. Als der Scharlatan, der Hintersinnige, der uns mit seinen Bildern allein lässt, die uns dadurch nicht loslassen, zeigt sich Hanspeter Bethke in der Ausstellung mit der Acrylarbeit ,,Irgendwo, wo die Welt endet". Dort ist es am Ende auch Landnahme.