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"Hab ‚Dreck geleckt‘– und bin nächstes Jahr als Fahrer dabei!"

Fahrspaß gab es auf dem Sandoval und dem gesamten Gelände inklusive Campingplatz.
Fahrspaß gab es auf dem Sandoval und dem gesamten Gelände inklusive Campingplatz. FOTO: Jana Zadow-Dorr/jzr1
Massen. Das neunte "Massen Dirt Track" hat die Zuschauer mit spannenden Duellen auf der Sandbahn und ganz eigenem Flair in seinen Bann gezogen. Jana Zadow-Dorr / jzr1

Am vergangenen Wochenende war ein Stück 50er-Jahre nur etwa zwei Kilometer von Finsterwalde auf dem weitläufigen Areal des ehemaligen Flugplatzgeländes beheimatet. Überall begleitende Rock'n'Roll-Musik, extra präparierte Bretterbuden für Speisen und Getränke, auch Petticoatkleider oder Schiebermützen, aber vor allen Dingen "Amis" wie Chevi, Pontiac, Dodge, Chrysler oder Studebaker in unterschiedlichem Zustand.

Insgesamt 17 Autos davon traten zum Duell auf der Sandbahn an. Eine viertel Meile - genau drei Runden - war zu absolvieren; eine Strecke ganz nach amerikanischem Vorbild. Am Ende schnappte sich der Vorjahressieger aus Wolfenbüttel, Oliver Weiss, mit spektakulären Läufen am Nachmittag und unter Flutlicht den Sieg mit seinem Oldsmobile Business Coupe, Baujahr 1939. Seine schnellste Zeit: 1:05:05 Minute. Nicht weniger beeindruckte der ebenfalls seit Jahren mit fahrende Olaf Reichert aus Petershagen, der mit seinem "weißen Elephanten", einem Chevrolet Panel Truck aus dem Jahr 1953, den zweiten Platz errang. Rang drei erkämpfte sich Herko Plötz aus Quellendorf mit einem Ford aus dem Jahr 1933.

Auch auf zwei Rädern wagten sich insgesamt 14 Fahrer auf das Sandoval mit solch unterschiedlichen Maschinen wie Maico, AWO, Rixe oder Zündapp. Ausgerechnet Henryk Neubert, der mit 403 Kilometern die weiteste Anreise von allen Fahrern aufwies, hatte Pech mit seiner NSU Fox. Gleich zu Rennbeginn gab sie ihren Geist auf. Regelrecht atemberaubend entwickelte sich der Kampf um Platz eins, den Peter Schuricht vor Mario Alex und Tom Schönherr für sich entschied.

Die Nummernschilder auf den Parkflächen verrieten, dass dieses besondere Rennen Besucher aus allen Teilen Deutschlands und benachbarten Ländern wie Frankreich, den Niederlanden, Polen oder Tschechien anlockte. Tina Kerstan und Thomas Wälscher aus Senftenberg waren zum ersten Mal dabei und fühlten sich "wie auf einem anderen Planeten" - obwohl sie sich in der Szene recht gut auskennen. Thomas nennt einen Chevi sein Eigen, Tina verkauft stilechte Mützen und weitere Accessoires. "Das Ambiente hier vermittelt das Gefühl: Das ist ja ein richtiger Jungenspielplatz! Wir sind begeistert!" Auch Annett und Alex aus Dresden besuchten erstmalig das "Dirt Track" und befanden es für "niedlich - eine richtige kleine, hübsche Veranstaltung!" Beide waren mit ihrem 1946er Chevi Pickup angereist, mit dem sie wie viele andere Besucher die Sandbahn zwischen den Rennen selbst erkundeten. Danach war sich Alex sicher: "Ich habe sozusagen Dreck geleckt und bin nächstes Jahr als Fahrer mit dabei!"

Das nächste Jahr, das haben auch die vielen freiwilligen Helfer um Steffen Niemann im Blick, denn immerhin gilt es dann: Start frei zum "10. Massen Dirt Track"!