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| 18:38 Uhr

Gymnasium in Finsterwalde
Alles von vorn für die Schulleiterstelle

 Eberhard Heise wird noch ein halbes Jahr länger als geplant Schulakten bearbeiten.
Eberhard Heise wird noch ein halbes Jahr länger als geplant Schulakten bearbeiten. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Sängerstadt-Gymnasium startet mit reaktiviertem Chef. Der Posten wird erneut ausgeschrieben. Von Heike Lehmann und Jürgen Weser

Auf den Start ins neue Schuljahr ist das Kollegium des Sängerstadt-Gymnasiums in Finsterwalde bestens vorbereitet. Schulleiter Eberhard Heise wollte allerdings nicht mehr dabei sein und stattdessen seinen Ruhestand genießen. Weil aber das Bewerbungsverfahren des Staatlichen Schulamtes zur Besetzung des Schulleiterpostens bis zum Ende des vergangenen Schuljahres nicht zu einem Ergebnis geführt hatte, hat sich Eberhard Heise spontan entschieden, noch ein halbes Jahr anzuhängen, „um die Schule nicht im Stich zu lassen“.

Unverständnis bei den Lehrern

Im Stich gelassen wurden die Schule und die Bewerber auf den Schulleiterposten aber vom Staatlichen Schulamt Cottbus, so jedenfalls ist die Meinung der Lehrer.  Wieso ein Ausschreibungsverfahren, das über Monate läuft, nicht zum erfolgreichen Ende geführt werden kann, ist vielen unverständlich.

Auswahlverfahren abgebrochen

Während der Sommerferien wurde das Auswahlverfahren nun gänzlich „aus dienstlichen Gründen abgebrochen“. Das bestätigt Uwe Mader, seit 1. Juli Leiter des Staatlichen Schulamtes Cottbus, am Freitag auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Weitere Angaben zu den Gründen machte er nicht.

Einer der Bewerber bittet Schulamt um Erklärung

Auch Ulli Biesold, einer der Bewerber, erfuhr dies mit einem kurzen Schreiben während der Schulferien. Weiter teilte man ihm mit, dass er sich bei Interesse „auf die bald erfolgende Neuausschreibung“ dieser Stelle wieder bewerben“ könne. Gründe, die zum Abbruch des Verfahrens geführt haben sollen, erfuhr auch er nicht. Für ihn ist das Ganze unverständlich, zumal das aufwendige Bewerbungsverfahren, das den Bewerbern viel zusätzliche Arbeit neben dem normalen Schulalltag abverlangte, seit Oktober des vorigen Jahres geführt wurde und das „Auswahlverfahren am Ende des Schuljahres ordnungsgemäß und mit eindeutigen Voten durch die Schulkonferenz und den Schulträger abgeschlossen worden ist“, wie Biesold in einem Brief an das Schulamt zum Ausdruck bringt. Er bittet darin um eine schlüssige Erklärung für den Abbruch des Bewerbungsverfahrens, „um einschätzen zu können, ob eine erneute Bewerbung sinnvoll ist.“

Uwe Mader sagt: „Wir haben alle Bewerber, den Schulträger, den Vorsitzenden der Schulkonferenz und den Schulleiter Herrn Heise informiert, dass das Verfahren abgebrochen ist.“

Ulli Biesold wüsste gern, ob oder inwiefern sich das neue Bewerbungsverfahren vom durchgeführten unterscheiden werde. Schon in den Ferien hatte er seine dienstliche Beurteilung des Bewerbungsverfahrens eingesehen, was seine Verwunderung noch verstärkte. Für sich und auch für die anderen Bewerber empfindet er diesen Umgang mit Lehrerinnen und Lehrern, die sich einer verantwortungsvollen Aufgabe stellen wollen, als nicht angemessen. Gern würde Ulli Biesold die Sachlage in einem persönlichen Gespräch im Schulamt, um das er in seinem Schreiben bittet, klären.

Ministerium prüft erneute Ausschreibung

Das Staatliche Schulamt Cottbus hat die erneute Ausschreibung für die Stelle des Schulleiters/der Schulleiterin vom Sängerstadt-Gymnasium indes an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gegeben, informiert Mader. „Dort liegt sie jetzt zur Prüfung. Danach folgt die Veröffentlichung im Amtsblatt“, sagt er. Dann beginne alles von vorn.

Schulamt: Verfahren hat oberste Priorität

Eberhard Heise hofft, dass es bis zum kommenden Schulhalbjahr zu einer Lösung kommt, denn noch einmal werde er seinen Dienst als Schulleiter nicht verlängern, macht er der RUNDSCHAU gegenüber deutlich. Auch das Schulamt setzt alles daran. Uwe Mader versichert: „Bei uns im Hause gilt oberste Priorität dafür, das Besetzungsverfahren für den Schulleiterposten des Sängerstadt-Gymnasiums so schnell wie möglich abzuschließen.“ Einen konkreten Zeitpunkt könne er dafür aber noch nicht nennen.

Entschieden hat das Schulamt hingegen über die personelle Besetzung der Stelle des Oberstufenkoordinators. Gudrun Hoyer war hier aus Altersgründen ausgeschieden. Uwe Mader versichert: „Die Stelle wird umgehend besetzt, spätestens in der zweiten Unterrichtswoche, wenn alle hausinternen Abstimmungen erfolgt sind.“