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| 17:53 Uhr

Ministerpräsident auf Zukunftstour
Gymnasiasten wollen mehr Praxis

Anna Hansch, die an der BTU Cottbus-Senftenberg Biotechnologie studiert, untersucht im mobilen Labor der BTU mit  Schülerinnen des Bio-Leistungskurses am Sängerstadt-Gymnasium Knorpelgewebe. Ministerpräsident Dietmar Woidke informiert sich über die Studienorientierung am Gymnasium.
Anna Hansch, die an der BTU Cottbus-Senftenberg Biotechnologie studiert, untersucht im mobilen Labor der BTU mit  Schülerinnen des Bio-Leistungskurses am Sängerstadt-Gymnasium Knorpelgewebe. Ministerpräsident Dietmar Woidke informiert sich über die Studienorientierung am Gymnasium. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. Wer sich für den künftigen Beruf orientieren will, kann ein Füllhorn voller Angebote nutzen. Ein Defizit legten Sängerstadt-Gymnasiasten Ministerpräsident Dietmar Woidke ans Herz. Von Gabi Böttcher

Diese Gelegenheit haben Schülerinnen und Schüler des Sängerstadt-Gymnasiums genutzt: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will nun  in einer Angelegenheit mit der Bildungsministerin sprechen. Nach einer Führung durch die imposanten Schulgebäude des Campus, einem Schnellkurs in Philosophie und Farbenlehre nach Yin und Yang, einem flotten Lied der Jüngsten aus der 5a, in dem jedes Menschen Einzigartigkeit als etwas Tolles besungen wird, ging es zum Schnuppern ins mobile Schülerlabor der BTU Cottbus-Senftenberg. Dieses machte am Montag wieder einmal Station am Sängerstadt-Gymnasium. Lehrerin Sylvia Freese schätzt das den Unterricht ergänzende Angebot und die seit Jahren gelebte Kooperation. Steffen Poske aus dem Bio-Leistungskurs der 11. Klasse: „Ja. Das macht Spaß, mal so zu experimentieren.“ Die Untersuchung von Knorpelgewebe stand am Montag auf dem Plan. Anna Hansch, Studentin der Biotechnologie im 6. Semester an der BTU, agierte im mobilen Schülerlabor als Lehrerin und betreute sehr wissbegierige Gymnasiastinnen.

In einer Gesprächsrunde präsentierten Schulleiter Eberhard Heise und die Studien- und Berufskoordinatorin Sabine Scholder schließlich, welche Angebote der Orientierung Schülern offeriert werden. Melanie Krengel von der Agentur für Arbeit ist dabei langjährige Partnerin. Sie kommt regelmäßig ins Gymnasium, spricht bei Elternabenden, vereinbart individuelle Termine. Erfreulich – auch aus der Sicht des Ministerpräsidenten – ist das zunehmende Interesse an einem dualen Studium.  Mit 20 Prozent ist jedoch  der Anteil der Gymnasiasten hoch, die nach dem Abitur noch ohne Plan für ihre berufliche Zukunft sind. Laut Befragungen, die Melanie  Krengel seit 2015 zum Thema durchführt, zeugt auch ein Anteil von etwa 35 Prozent so genannter Überbrücker, die zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr machen oder ins Ausland gehen, von der lange andauernden Suche nach einem beruflichen Plan. Immerhin sei eine wachsende „Studienneigung“ zu verzeichnen. 46 Prozent der Abiturienten würden bereits zum Wintersemester ein Studium aufnehmen. Was Ministerpräsident Woidke nun aus Finsterwalde mitnehmen will zu  Bildungsministerin Britta Ernst? Unisono erklärten Schüler und Schulleiter, dass ein dreiwöchiges  Praktikum in einem Unternehmen allein in der 9. Klasse nicht ausreiche. Eberhard Heise: „Laut Verwaltungsvorschrift ist am Gymnasium in Klasse 10 kein Praktikum erlaubt.“  Dietmar Woidke: „Es ist klar, dass im ersten Jahr nicht alles sitzen kann. Es ist gut, verschiedene Dinge auszuprobieren.“

Über ihre Praktika, Zukunftstage, Exkursionen, Seminar-Kurse, Schüler-trifft-Chef-Ausflüge  und welchen Namen Berufsorientierung noch so haben kann, berichteten Schüler der 9. bis 12. Klassen anschaulich. Vereinzelte Ausblicke, Lehrer werden oder zur Polizei gehen zu wollen, nahm der Ministerpräsident besonders erfreut zur Kenntnis.  Die Annahme, als Mädchen zu klein zu sein für die Polizei, räumte er mit Nachdruck aus: „Bei der Brandenburger Polizei ist die Mindestgröße abgeschafft.“ Das duale Studium liege im Trend – mit immerhin inzwischen 32 dualen Studiengängen an Brandenburger Hochschulen. Und auch die  Medizinische Hochschule Brandenburg kam in des Ministerpräsidenten Werbeblock vor. Über deren Angebote und Kooperationen mit Krankenhäusern sollte man sich ruhig auch mal informieren.

Ministerpräsident Dietmar Woidke auf Zukunftstour. Am Montagvormittag kam er im Sängerstadt-Gymnasium mit Schülern ins Gespräch.
Ministerpräsident Dietmar Woidke auf Zukunftstour. Am Montagvormittag kam er im Sängerstadt-Gymnasium mit Schülern ins Gespräch. FOTO: LR / Gabi Böttcher