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| 01:32 Uhr

Gruhnoer wollen ihre alte Schröther-Orgel retten

Eckhard Heinrich an der Gruhnoer Orgel. Foto: Dieter Babbe
Eckhard Heinrich an der Gruhnoer Orgel. Foto: Dieter Babbe FOTO: Dieter Babbe
Gruhno. In der kleinen Gruhnoer Dorfkirche steht eine der ältesten Orgeln von Schröther dem Jüngeren, dem einstigen bekannten Sonnewalder Orgelbauer. 1833 ist das gute alte Stück gebaut und zu Pfingsten eingeweiht worden, älter soll nur die Schröther-Orgel in Frankena sein, ihr Geburtsjahr ist 1812. Dieter Babbe

“Doch unsere Orgel hat noch alle Original-Pfeifen„, weiß Eckhard Heinrich.

Der Kirchenälteste von Gruhno ist 53 Jahre jung. Und ein begeisterter Fan seiner Kirche. “Ohne Kirche ist ein Dorf leer„, sagt Eckhard Heinrich, der sich seit langem zusammen mit anderen um das Gotteshaus kümmert. Besonders liegt ihm die alte Orgel am Herzen, wo nicht mehr alle Pfeifen aus Holz und aus Zinn die richtigen Töne spielen. “Wir wollen sie restaurieren lassen, doch das kostet eine Menge Geld„, sagt der Gruhnoer. Er hat es schon mal überschlagen lassen: 30 000 Euro werden mindestens benötigt, vielleicht sogar 45 000. Ein Förderverein soll gegründet und dann die Werbetrommel gerührt werden. Bereits am Wochenende rückt die alte Orgel ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Eine kleine Orgelfahrt beginnt am Sonnabend um 10 Uhr in Gruhno, wo der junge tschechische Organist Pavel Svoboda ein stimmungsvolles Konzert gibt, bevor es weitergeht nach Friedersdorf, Oppelhain und Doberlug. Bei einer Führung wird Eckhard Heinrich das kleine, fast 800 Jahre alte Gotteshaus vorstellen und Geschichten erzählen. Wie die vom Blasebalg, den er als Konfirmand immer treten musste - was längst ein viel zu lauter Motor übernommen hat. Oder davon, als zu seiner Hochzeit 1987 die Glocke aus Bergheide in Gruhno schlug, weil die eigene einen Riss hatte und repariert werden musste. "Doch die harmonierten vom Ton her nicht zusammen„, kann sich Eckhard Heinrich noch erinnern.

Wenn die alte Orgel keine wurmstichigen Pfeifen mehr hat, will er Musikschüler einladen, in Gruhno zu üben und kleine Konzert zu geben. Weil doch ein Dorf ohne Kirche - mit ihren lauten Glocken und dem schönen Orgelklang - so leer ist.