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| 17:11 Uhr

Mit seltenen Schmuckstücken
Großes Traktorenknattern in Lindena

Trotz der anhaltenden Hitze haben sich viele Besucher das 16. Treffen alter Traktoren in Lindena nicht entgehen lassen.
Trotz der anhaltenden Hitze haben sich viele Besucher das 16. Treffen alter Traktoren in Lindena nicht entgehen lassen. FOTO: Silvia Dedek
Lindena. Mehr als 400 Fahrzeuge, darunter auch Motorräder, Lkw und Eigenbautraktoren, sind zum 16. Treffen alter Traktoren des Lanz Bulldog Clubs Lindena aus Nah und Fern angereist. Von Silvia Dedek

Knattern, Röhren und ein leichter Geruch von ungefiltertem Diesel kennzeichneten den ersten Eindruck, den man beim Besuch des 16. Treffens alter Traktoren in Lindena gewinnen konnte. Die einen, wie Dirk Schulze aus Fermerswalde, zogen dabei besonders das Treffen mit Gleichgesinnten, der Erfahrungsaustausch oder auch das Stöbern auf dem Ersatzteilemarkt an. Traktoren sind für ihn und seinen Sohn Richard Hobby und Beruf zugleich. Als gelernte Landmaschinenschlosser hatten sie für die ausgestellten Fahrzeuge natürlich einen besonderen Blick und präsentierten mit ihrem eigenen Lanz Bulldog Baujahr 1937 ein echtes Liebhaberstück. Aufgrund solcher Oldtimer ist auch Steffen Kanus extra aus Beilrode nach Lindena gereist. Seinen eigenen Oldtimer-Traktor hat er aufgrund der Entfernung und der hohen Temperaturen zu Hause gelassen, bestaunte aber mit Begeisterung die „seltenen Schmuckstücke, die es in Lindena zu sehen gibt“.

So zum Beispiel den 1939er Lanz Bulldog von Horst Fröschke aus Münchhausen. Dieser Traktor ist ein echtes Familienerbstück und wurde als Neufahrzeug bereits von seinem Großvater erworben. Dann war der Traktor jahrelang im Einsatz, wurde zum Pflichtpflügen im Oderbruch eingezogen und auch von der russischen Besatzungsmacht genutzt. Inzwischen ist er liebevoll aufgearbeitet und wird nur noch für Traktorentreffen oder Sonntagsfahrten genutzt.

Siegfried Waldmann und seine Frau Ingrid sind mit ihrem Kramer Baujahr 1954 aus Wildgrube angereist, der Liebhaberei wegen, wie sie gestehen. Ihr Traktor ist auf dem heimischen Grundstück aber noch regelmäßig insbesondere den Mäharbeiten im Einsatz. „Nachdem ich den Traktor gekauft hatte, habe ich ihn erst einmal komplett auseinandergenommen und restauriert. Nun nutzen wir ihn regelmäßig und unterstützen sogar noch unsere Kinder damit.“

Dass alte Traktoren nicht nur etwas für gestandene Männer sind, zeigte der Umzug der Landwirtschaftsfahrzeuge am Sonntag.
Dass alte Traktoren nicht nur etwas für gestandene Männer sind, zeigte der Umzug der Landwirtschaftsfahrzeuge am Sonntag. FOTO: Silvia Dedek

Dass alte Traktoren nicht nur etwas für gestandene Männer sind, zeigte der Umzug der Landwirtschaftsfahrzeuge am Sonntag. Teilweise drei Generationen standen interessiert gemeinsam am Straßenrand und saßen mitunter sogar gemeinsam auf dem Traktor. Der achtjährige Lukas Drewitz, der mit seiner Mutter Sandra aus Hohenleipisch gekommen ist, konnte sich an den vielen Traktoren gar nicht satt sehen. Er fährt bereits jetzt mit seinem Opa regelmäßig auf dem Trecker mit und will später natürlich auch unbedingt allein fahren. Der 17-jährige Christian Caspar aus Falkenberg ist ebenfalls schon mit Traktoren groß geworden und in diesem Jahr das erste Mal mit seinem 1958er Fendt F17 beim Lindenaer Traktorentreffen dabei. Er ist seit einem Jahr Mitglied im Verein der Oldtimer- und Schlepperfreunde Koßdorf und ist vom Lindenaer Treffen, eingebettet in das Lindenblütenfest, begeistert. Das Rahmenprogramm spielt dabei eine wesentliche Rolle. „Unsere Abendveranstaltungen waren in diesem Jahr wieder sehr gut besucht“, freute sich Yvonne Müller, die als Kassenwartin des Lindenaer Lanz Bulldog Clubs organisatorisch die meisten Fäden in der Hand hält. „Nachmittags hat uns die Hitze leider ein wenig zugesetzt und die Besucher kamen etwas verhaltener als sonst.“

Der Verein, der sich die Förderung des Interesses an den Anfängen der landwirtschaftlichen Mechanisierung auf die Fahnen geschrieben hat, unterhielt seine Besucher an diesem Wochenende auch mit verschiedenen Schauvorstellungen. So zeigten Max Babben, Erik und Robert Pötzsch und Michael Döring unterstützt von Bernd Breitkreuz und Wilfried Noatnick beispielsweise, wie früher Korn gedroschen wurde. Die Frauen vom Bauernmuseum Lindena hingegen ergänzten diese Darbietung noch durch die Demonstration weiterer Aufgaben bei der Kornernte.

Mit einer Schauvorstellung wurde gezeigt, wie früher Korn gedroschen wurde.
Mit einer Schauvorstellung wurde gezeigt, wie früher Korn gedroschen wurde. FOTO: Silvia Dedek