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| 13:12 Uhr

Eine beeindruckende Ausstellung
Große Leidenschaft fürs Radio jetzt im Weißgerbermuseum zu sehen

Allzeit empfangsbereit ist Detlef Wierschin wohl schon fast sein ganzes Leben. Nun endlich gelingt es ihm, die Öffentlichkeit daran würdevoll teilnehmen zu lassen.
Allzeit empfangsbereit ist Detlef Wierschin wohl schon fast sein ganzes Leben. Nun endlich gelingt es ihm, die Öffentlichkeit daran würdevoll teilnehmen zu lassen. FOTO: Ivonne Kommolk
Doberlug-Kirchhain. Vom Röhrenradio, der „Göbbels-Schnauze“ bis zum Konservenbüchsenradio – Detlef Wierschin zeigt bis zum Jahresende in Doberlug-Kirchhain seine historische Sammlung. Von Ivonne Kommolk

Allzeit empfangsbereit ist Detlef Wierschin wohl schon fast sein ganzes Leben. In frühester Jugend, noch zu Schulzeiten, begann seine große Leidenschaft. Nun endlich, mit großer Unterstützung von Museumsleiter Andreas Hanslok, gelingt es ihm, die Öffentlichkeit daran würdevoll teilnehmen zu lassen. „Allzeit empfangsbereit – Historische Radios aus der Sammlung von Detlef Wierschin“ heißt die neue Sonderausstellung im Weißgerbermuseum Doberlug-Kirchhain.

Bereits zur Eröffnung drängten sich zahlreiche Besucher in die Räumlichkeiten der Ausstellung. Es wurde geschaut und zugehört, nicht nur der Rede von Andreas Hanslok und dem Klarinettentrio der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“, vor allem den alten Klängen der mit viel Liebe und Sorgfalt hergerichteten Rundfunkgeräte.

95 Jahre gibt es Radio und Rundfunk. Im Oktober 1923 lief die erste Sendung über den Äther, eine Stunde lang, danach hörte man die Nationalhymne, gespielt von einer Militärkapelle, dann wurde abgeschaltet. So entwickelte sich dann über die Jahre und Jahrzehnte hinweg das Radio, erst unverkleidet, dann in einem Kasten aus Holz. Inzwischen droht das typische Radio auszusterben und nachkommende Generationen können mit so einem Gerät dann womöglich gar nichts mehr anfangen. Diese Tatsache allein zeigt bereits den Wert dieser fantastischen Sammlung von Detlef Wierschin.

Interessant ist die Ausstellung gewiss für jedermann, ist sie doch nicht zu technisch aufgebaut, sondern sehr anschaulich und informativ. So finden sich Röhrenradios von 1926 bis in die neue Zeit, nicht fehlen darf die sogenannte „Göbbels-Schnauze“, ein Radio, bekannt geworden als Nachrichtenüberträger während des Zweiten Weltkriegs. Ein Schmuckstück ist das nachgebaute Konservenbüchsenradio, das von russischen Soldaten während der Gefangenschaft zusammengebastelt wurde. Die Ausstellung ist noch bis Jahresende geöffnet. Schulklassen sind herzlich willkommen.