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| 16:09 Uhr

Greivogelstation in Oppelhain
Wo Vögel ihre Freiheit wiederbekommen

Für Revierförster und Leiter der Greifvogelstation in Oppelhain, Falko Göbert, ist es etwas ganz besonders, so majestätische Tiere, wie den Seeadler, zurück in die Freiheit zu schicken. „Dann fühlt man sich selbst ein bisschen frei wie ein Vogel“, sagt er.
Für Revierförster und Leiter der Greifvogelstation in Oppelhain, Falko Göbert, ist es etwas ganz besonders, so majestätische Tiere, wie den Seeadler, zurück in die Freiheit zu schicken. „Dann fühlt man sich selbst ein bisschen frei wie ein Vogel“, sagt er. FOTO: LR / Josephine Japke
Oppelhain. In der Oppelhainer Greifvogelstation werden teils schwer verletzte Vögel und Eulen gepflegt, ehe sie wieder davonfliegen können. Von Josephine Japke

Die langen, kräftigen Flügel aufgespannt, fliegt der Seeadler in die Abendsonne. „Für diesen Moment lohnt sich unsere Arbeit“, sagt Falko Göbert und schaut dem Vogel hinterher. Zuvor kümmerte er sich anderthalb Jahre um das Tier, das mit einem gebrochenen Flügel zu ihm in die Greifvogelstation in Oppelhain gebracht wurde. „Es ist unsere Aufgabe, diese Tiere wieder aufzupeppeln, in der Hoffnung, dass sie bald wieder in die Lüfte steigen und frei sein können“, sagt Falko Göbert.

In der Greifvogelstation des Landesbetriebes Forst Brandenburg landen Turmfalken, Milane und Uhus, die teils schwer verletzt sind. Einige von ihnen fallen aus Nestern, krachen gegen Autos, Züge, Fensterscheiben oder Stromleitungen. „Viele flattern auch gegen Windkraftanlagen und werden dadurch teils schwer verletzt“, erklärt Falko Göbert. Die Blätter der Windräder haben an den Spitzen eine Geschwindigkeit von 200 Kilometer pro Stunde. Vor allem den Jungvögeln, die die Gefahr nicht einschätzen können, kann das zum Verhängnis werden.

Der Seeadler verbrachte anderthalb Jahre in der Greifvogelstation in Oppelhain, ehe ihn Falko Göbert wieder in die Freiheit entlassen konnte.
Der Seeadler verbrachte anderthalb Jahre in der Greifvogelstation in Oppelhain, ehe ihn Falko Göbert wieder in die Freiheit entlassen konnte. FOTO: LR / Josephine Japke

Etwa 100 Greifvögel und Eulen werden im Jahr in Oppelhain behandelt. In diesem Jahr hatten die Mitarbeiter der Greifvogelstation in Oppelhain leider besonders gut zu tun. Durch die anhaltende Trockenheit fiel es den Wildvögeln schwer, Nahrung und Wasser zu finden. Immer weitere Strecken führten sie immer dichter an Siedlungsgebiete heran, wo die Gefahren nur so lauern.

Auch andere Greifvögel und Eulen werden in Oppelhain versorgt. Dieser Rotmilan hat einen zerfetzten Flügel.
Auch andere Greifvögel und Eulen werden in Oppelhain versorgt. Dieser Rotmilan hat einen zerfetzten Flügel. FOTO: LR / Josephine Japke

„Jeder kann etwas zur Sicherheit der Vögel beitragen, indem er zum Beispiel Ornamente an große Fensterscheiben klebt, oder seine Essensreste nicht mehr an den Straßenrand wirft“, erklärt Falko Göbert. Denn so werden Mäuse angelockt, auf die sich die Vögel stürzen und den vorbeirasenden Autos gefährlich nahe kommen.

Wer mehr über die Vögel, ihren Lebensraum und brandenburgische Natur erfahren möchte, ist in der Greifvogelstation in Oppelhain genau richtig. Seit Jahren wird die Einrichtung von Vereinen, Privatpersonen und Schulklassen gut besucht. Zu sehen, gibt es nicht nur ausgestopfte und in Brandenburg beheimatete Vögel, sondern auch lebende Tiere. Besondere Attraktionen sind momentan die drei Seeadler, die sich in einer der großen Volieren befinden. „Dass wir so viele Seeadler auf einmal haben, ist sehr ungewöhnlich“, sagt Falko Göbert.

Der Seeadler verbrachte anderthalb Jahre in der Greifvogelstation in Oppelhain, ehe ihn Falko Göbert wieder in die Freiheit entlassen konnte.
Der Seeadler verbrachte anderthalb Jahre in der Greifvogelstation in Oppelhain, ehe ihn Falko Göbert wieder in die Freiheit entlassen konnte. FOTO: Falko Göbert

Eines der Tiere wurde Ende Oktober gefunden, ein weiterer Vogel erst am vergangenen Wochenende. Beide Tiere werden noch einige Zeit in der Greifvogelstation verbringen müssen. Ein dritter Seeadler wurde in dieser Woche wieder in die Freiheit entlassen, mitten im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.

Für Falko Göbert ist das ein besonderer Moment: „Es sind Wildtiere. Ihnen ihre Wildnis und Freiheit zurückzugeben, ist unbeschreiblich“, sagt er, ehe er den Greifvogel in die Luft schmeißt, wo der Seeadler seine zwei Meter langen Flügel aufspannt und davonflattert. „Es ist imposant und majestätisch. Für einen Augenblick fühlt man sich selbst frei wie ein Vogel“, versucht Falko Göbert das seltene Ereignis in Worte zu fassen.