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| 02:38 Uhr

Grätenlos, küchenfertig und frisch

Uwe Keil von der Teichwirtschaft Hammermühle in Lindena ist kreativ, wenn es darum geht, seinen Fisch den Kunden schmackhaft zu machen. Hier zeigt er geräucherte Variationen.
Uwe Keil von der Teichwirtschaft Hammermühle in Lindena ist kreativ, wenn es darum geht, seinen Fisch den Kunden schmackhaft zu machen. Hier zeigt er geräucherte Variationen. FOTO: Mona Claus/mcl1
Lindena. Fisch ist gesund und aufgrund seiner Inhaltsstoffe und ihrer Zusammensetzung eines der wertvollsten Lebensmittel. Doch Kunden mäkeln mitunter wegen der Gräten. Fischer Uwe Keil aus Lindena hat deshalb Filet in der Assiette auf den Markt gebracht. Mona Claus / mcl1

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung, so sagen Experten, sollte mindestens ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche beinhalten. Doch allein mit dem "gesunden Argument", so Teichwirt Uwe Keil aus Lindena, "kommst Du bei den Kunden noch nicht groß raus." Schmecken müsse es und am besten auch noch unkompliziert zubereitet werden können, weiß er.

Nach dem herbstlichen Abfischen und der stressigen Zeit zwischen den Jahren ist der Fischer jetzt in ruhigem Fahrwasser angelangt. Doch eine Frage lässt ihn nicht los: "Wie bekomme ich meinen guten Fisch noch zahlreicher als bisher auf den Tisch der Kunden?" Die würden immer wieder argumentieren: Nicht der Appetit fehle, es sei die Scheu vor zu vielen Gräten, vor zu großen Fischen, die ein kleiner Haushalt nicht verzehren könne, und vor der richtigen Zubereitung. Mitunter heiße es noch, dass die Gewürze fehlen.

Der Direktvermarkter aus Lindena hat jetzt reagiert: Seine jüngsten Produkte kommen in der Assiette daher. Schlemmer-Karpfenfilet in Kräuter- oder in Käsecreme - regional und küchenfertig. "Alle verwendeten Zutaten sind frisch und der Fisch grätenfrei", sagt Uwe Keil.

"Die Idee zu diesem Produkt ist im Team gereift", erzählt der Fischer. "Sechs Soßen standen zur Auswahl." Nach dem Verkosten seien zwei Favoriten übriggeblieben, die keiner besser zubereiten könne als Mitarbeiterin Christel Lehmann, schwärmt der Chef. Nach Absprachen mit dem Veterinäramt über die Verarbeitung und Etikettierung sei alles ziemlich rasch gegangen, freut sich Uwe Keil, alle bürokratischen Hürden problemlos genommen zu haben. Auf den Etiketten steht drauf, was wirklich drin ist. "Wir arbeiten komplett ohne Zusatz-, Farb- und Konservierungsstoffe", versichert Uwe Keil. "Darauf legen wir großen Wert."

Den letzten großen Test vor der Produkteinführung gab es beim Abfischen im vergangenen Herbst. Da bekamen die Helfer die Assietten-Kost serviert. "Gib mal noch eins her", hätten die einen gesagt. "Andere sprachen kein Wort, haben nur ordentlich gefuttert", erzählt Uwe Keil. In einer Schale sind etwa 500 Gramm Karpfenfilet mit Kräutersoße oder Käse-Schmand-Soße. "Der Deckel kommt ab und die Assiette in den Ofen, nicht in die Mikrowelle", betont Uwe Keil. Angeboten werden die Assietten nur in der Fischerei in Lindena sowie in den eigenen Filialen.

Auf die Frage, ob er vorbereitet ist, wenn jetzt die Kunden Heißhunger bekommen, lacht der freundliche Fischer. "Klar doch", und lässt in sein großes Kühlhaus schauen. Bereits vor den jüngsten Feiertagen hatte man sich bevorratet. "Karpfenfilet gibt es übrigens bei uns das ganze Jahr über", sagt Uwe Keil. Noch bis Ostern wird der frische Fisch aus den Hälterbecken geholt, dann wird die Kühlung randvoll gefüllt. Frischer Karpfen ist dann wieder ab Herbst zu haben. "Und wenn die Kormorane mal nicht so hungrig sind, dann auch wieder mehr kleine Karpfen" - der Frust über die Räuber ist nicht zu überhören.

Doch vor dem Herbst kommt die Grillsaison und da sei Grillfisch to go, also außer Haus, seit letzter Saison der Renner, erzählt Uwe Keil von der Sommer-Produkteinführung. Schnell hatte sich herumgesprochen, dass Keils den Fisch gewürzt und bereits in Alufolie grillfertig verpackt im Angebot haben. Seefisch, Forelle und Karpfen - gern gewählt mit frischem Gemüse, einer speziellen Gewürzmischung und in Öl.

Außerdem wird es in diesem Jahr wieder Graskarpfen für den heimischen Teich geben. Die Tiere werden als Teichputzer eingesetzt. Und wenn der Teichwirt nicht gerade wieder Fischkreationen ausheckt, sind Teich- und Technikpflege an der Tagesordnung. Außerdem müsse Holz für den Räucherofen gemacht werden. Schließlich gibt es nicht nur Frischfisch.