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Goldmedaille für Finsterwalder Bier

Stolz präsentiert Markus Klosterhoff Medaille und Urkunde der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.
Stolz präsentiert Markus Klosterhoff Medaille und Urkunde der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. FOTO: Torsten Pötzsch/top1
Finsterwalde. Eines der besten Biere des Landes – was wie ein Werbeversprechen eines Brauereimultis klingt, ist in der Sängerstadt nun gezapfte Realität. Kürzlich wurden die Sorten "Pils" und "Lager" des Braumeisters Markus Klosterhoff vom Finsterwalder Brauhaus mit einer Goldmedaille und dem "Goldenen Preis" der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) geehrt. Torsten Pötzsch / top1

Mit mehr als 24 000 Mitgliedern ist die DLG die oberste Hüterin für Qualitätsstandards in der Nahrungsgüterherstellung. "Sich von der DLG prüfen zu lassen, erfolgt auf rein freiwilliger Basis", erklärte Braumeister Klosterhoff, der seit 1999 in Finsterwalde die Maische ansetzt. "Wir stehen zu unserem Produkt, sind von seiner Qualität überzeugt und so habe ich es einfach gewagt." Ende 2012 reichte er die Proben ein, seither herrschte Schweigen. "Dann kam eine Mail, die ich erst gar nicht richtig deuten konnte. Nach und nach ging mir aber ein Licht auf. Ich hatte gehofft, dass wir gut abschneiden, dass wir aber mit einer überdurchschnittlichen Punktzahl abschneiden, das hätte selbst ich nicht erwartet. Für so eine kleine Brauerei wie die unsere ist dies wie ein Ritterschlag."

Blindprobe gemeistert

Bei einer neutralen Verkostung testen etwa 70 Fachleute so genannte "Blindproben". Es entscheiden dabei rein objektive Kriterien. "Man nennt dies auch den sensorischen Teil des Prüfprozesses. Hier entscheiden Geruch, Reinheit des Geschmacks, die Geschmacksstabilität und die Qualität der Bittere. Dann gibt es noch den Laborteil. Hier geht es um Alkoholgehalt, Stammwürze, Farbe . . . Alles muss sortentypisch sein", erklärte der Fachmann.

Bei all diesen objektiven Faktoren - wie kreiert der Braumeister denn nun so ein Spitzengetränk? "Das ist wie bei einem guten Koch und der Zubereitung eines guten Gerichts. Die Auswahl der Rohstoffe spielt eine entscheidende Rolle, die Kombination der Mengen, das handwerkliche Können und die Erfahrung, die man sich über die Jahre angeeignet hat", antwortet er. Den Hopfen bezieht Markus Klosterhoff aus dem Raum Meißen-Riesa, das Malz kommt aus Franken "und das Wasser, wie bei jedem Zuhause, aus dem Hahn. Das Finsterwalder Wasser hat eine hervorragende Qualität für unsere Zwecke", sagt er.

Nächstes Ziel: "Beer Star Award"

Zwei Jahre darf der Braumeister die Goldtitel für sein "Pils" und für sein "Lager" tragen, dann muss oder kann er sich wieder der Fachjury stellen. Doch so lange will er gar nicht warten und strebt schon nach höheren Zielen. "Im Auge haben wir den "Beer Star Award", die höchste internationale Ehrung. Darum wollen wir uns im kommenden Jahr bewerben", so Klosterhoff.

Braumeister Markus Klosterhoff macht aus seinem Wissen und Können übrigens kein Geheimnis. Im Gegenteil. Mittlerweile hat sich in der Region eine kleine Gruppe von "Hobbybrauern" gebildet und vernetzt. Einmal im Monat trifft sie sich im Brauhaus zum "Bierfreundestammtisch". Hier wird weniger Bier getrunken, sondern mehr darüber geredet. Wer aus berufenem Munde also einmal mehr über den edlen und nun auch hoch dekorierten Gerstensaft erfahren möchte, der ist am 20. Juni beim nächsten "Bierfreundestammtisch" ein gern gesehener Gast. Am besten ist es aber, man besucht den Braumeister einmal in seinem neuen Biergarten und probiert selbst ein Glas.