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| 01:04 Uhr

„Gewinnen ja, aber nicht um jeden Preis“

Finsterwalde.. Der Weg zur Voliere gehört für Helmut Simper zum täglichen Ritual. Hier, auf dem Grund und Boden seines Gartens, hat sich der Finsterwalder Rentner einen Lebenstraum geschaffen. Von Sven Gückel

Nahezu 100 Brieftauben und Sittiche versorgt Simper und erfreut sich zugleich an ihrem Dasein. „Das ist mein Leben“ , gibt er offen zu.

Als 14-Jähriger begonnen
Bereits als 14-Jähriger hat er begonnen, Tauben zu züchten. Heute, 51 Jahre später, kann er aus dem seither Erlebten ein umfangreiches Wissen ziehen, das er gern auch Jüngeren weiter gibt. 19 Jahre agierte er zugleich als Vorsitzender des Brieftaubenvereins 0919 Finsterwalde-Süd, leistete so einen wesentlichen Beitrag zur Brieftaubenzucht in der Region.
Gefragt nach seinen Erfolgen, hält sich Simper bedeckt. „Ich sehe mich als Durchschnittszüchter“ , betont er. Für ihn ist es vielmehr die Liebe zu den Tieren, die ihn bei der Stange hält. Eigentlich wollte er den Schlag schon lange reduzieren. Doch das Selektieren fällt ihm schwer; an Schlachten der Stückzahl wegen will er gar nicht denken. Doch spätestens dann, wenn einige seiner Tiere verletzt vom Ausflug zurückkommen oder gar vom Greifer gefangen werden, fragt er sich doch, wie lange er noch züchten will.
Dem gegenüber stehen die Erfolgserlebnisse, wenn die Tauben bei Wettkämpfen nach 650 Kilometer Flug in Finsterwalde eintreffen. „Es ist unglaublich, was diese Tiere leisten können“ , schwärmt er. Seine Frau Hannelore, so gibt er zu, duldet das Hobby nur seinetwegen. „Willst du mich haben, musst du die Tauben mitheiraten“ , hatte er ihr einst gesagt. Seither hat sich die Voliere im Garten das Paares stetig vergrößert, nahm die Zahl der Tiere unentwegt zu.

Liebhaberei: die Wellensittiche
Etwas abseits der Brieftauben sorgen unterdessen Wellensittiche und Zebrafinken für reichlich Gezwitscher hinter den Gittern. Obwohl Helmut Simper diese Zucht als Liebhaberei bezeichnet, kann er sich auch davon nicht trennen.

Doping lehnt er ab
Die Anforderungen an die Tauben haben sich im Laufe des Züchterlebens von Simper etwas gewandelt. War früher auch die Schönheit der Tiere gefragt, so ist es heute ausschließlich die erzielte Fluggeschwindigkeit. Doping, das hierfür einige „Tierfreunde“ immer wieder einmal verabreichen, lehnt er kategorisch ab. „Gewinnen ist schön, aber nicht um jeden Preis“ , so seine Devise. Vielmehr erscheint es ihm wichtig, dass seine Tauben gesund und fidel sind. Dennoch war er bei der Brieftaubenausstellung, die zum Jahresende in der Gaststätte „Alt-Nauendorf“ stattfand, mit seinen Tieren vertreten (siehe unten stehender Beitrag).

Ganz ohne Tauben geht nicht
Irgendwann, so räumt Helmut Simper ein, werde ich die Anzahl der Tauben reduzieren. Seine Frau wird es mit Freuden vernehmen. Ganz ohne, geht es aber nicht, fügt er relativierend gleich an.