Von Sylvia Dedek

Woher kommen eigentlich mein Brot und meine Wurst? Wen kann ich mit meinem Bauvorhaben ansprechen? In welchen Branchen kann ich einen Ausbildungsplatz bekommen und gleichzeitig in meiner Heimatregion wohnen bleiben? – Die Fragen, die die Gäste der 6. Gewerbeschau in Doberlug-Kirchhain am Mittwoch zu einem Besuch bewegten, waren vielfältig.

Vor Ort einen Eindruck verschaffen

Bei der HIL, der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH, die zum zweiten Mal an der Gewerbeschau teilnahm, konnten Besucher einmal Bereiche in Augenschein nehmen, die sonst nicht zugänglich sind. Olaf Wessel und Ilona Knapper, die ihren Besuch der Gewerbeschau bei der HIL begannen, erklärten, dass sie genau aus diesem Grund gekommen waren. „Sonst kommt man hier ja nicht hin, deswegen wollten wir uns einmal einen Eindruck verschaffen.“

Damit dieser Eindruck möglichst umfangreich und abwechslungsreich gestaltet werden konnte, hatte die HIL an diesem Mittwoch viele Produktions- und Lagerstätten geöffnet. Überall standen kompetente Ansprechpartner und Firmenmitglieder für Fragen zur Verfügung und viele Besucher kamen aus dem Staunen kaum heraus. „Ich bin beeindruckt von der Größe des Geländes und den vielfältigen Arbeitsstätten“, gestand Christin Dietrich, die sich zusammen mit ihren Kindern einmal ein Bild von dem Unternehmen machen wollte.

Froh über Ausbildung vor Ort

Auch als Ausbildungsbetrieb hat die HIL eine große Bedeutung in der Region. Als Auszubildende für Lagerlogistik, Industriekauffrau, Holz- und Industriemechaniker standen Jasmin Irrgang, Michelle Leßke, Max Krüger und Felix Jeck am Stand der Personalabteilung für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Alle vier stammen aus der Region und sind froh, einen Ausbildungsplatz vor Ort gefunden zu haben. Ein großes Unternehmen wie die HIL bietet außerdem aus ihrer Sicht viele Vorteile, wie beispielsweise Abwechslungsreichtum und die verschiedenen Arbeitsplätze, die man im Laufe der Ausbildung kennenlernt, aber auch die Chancen zur Übernahme und die Möglichkeit sich als Azubis untereinander auszutauschen. „Wir bilden in jedem Jahr neue Fachkräfte aus. Wer bei uns arbeiten möchte, sollte Interesse und Motivation, befriedigende Schulleistungen und Zuverlässigkeit mitbringen. Wer möchte, kann gern vorab die Möglichkeit nutzen und unser Unternehmen in einem Praktikum kennenlernen“, erklärte Steffi Trappe von der Personalabteilung. Ab August werden die neuen Ausbildungsstellen für das Jahr 2020 auf der Homepage ausgeschrieben.

Auch kleine Unternehmen haben Vorteile

Aber auch die kleinen und mittleren Unternehmen der Region geben jungen Leuten eine Chance auf gute Ausbildungen. Florian Simroth, der im Autohaus Kühne bereits sein drittes Lehrjahr als Kfz-Mechatroniker für Karosserietechnik absolviert, schätzt die familiäre Atmosphäre und das angenehme Arbeitsklima eines kleineren Unternehmens. „Wir haben hier relativ flache Strukturen“, erklärt Betriebsleiter Fred Sawallisch. „Wenn ein Lehrling eine gute Idee hat und sie einbringt, probieren wir es genauso aus, wie wenn ein erfahrener Geselle einen Vorschlag macht.“ Mit seinem Unternehmen möchte er die Region beleben und bereichern.

Ein Anliegen, das Schirmherr Bodo Broszinski an all seinen Unternehmen besonders schätzt. „Auf der Schau präsentieren sich in diesem Jahr rund 50 Unternehmen verschiedenster Größe. Sie sind in unserer Gegend etabliert und zeichnen sich nicht nur durch ihr wirtschaftliches Engagement aus, sondern vor allem auch durch ihr gesellschaftliches. Das ist eine unschätzbare Bereicherung.“

Scheck für Jugendfeuerwehr

Ganz in diesem Sinne überreichte der Bauunternehmer Frank Eichstätt im Rahmen der Gewerbeschau auch einen Scheck an die Jugendfeuerwehren der Feuerwehr Doberlug-Kirchhain. Damit folgt er seiner Philosophie, dort zu helfen, wo es nicht so laut und nicht so groß ist. Das Geld soll in der Kinder- und Jugendarbeit für eine Fahrt verwendet werden.