| 02:34 Uhr

Geschichtserzählung mit Tiefe

Prof. Dr. Klaus Neitmann und Bürgermeister Bodo Broszinski unterzeichnen die Vereinbarung.
Prof. Dr. Klaus Neitmann und Bürgermeister Bodo Broszinski unterzeichnen die Vereinbarung. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die bisher erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Stadt Doberlug-Kirchhain und dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv wird fortgesetzt. Die Tinte unter der entsprechenden Vereinbarung ist trocken. Heike Lehmann

Die Doberlug-Kirchhainer Geschichte ist noch nicht zu Ende erforscht. Mit einem gemeinsamen Projekt vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv und der Stadt sollen jetzt weitere Kapitel hinzugefügt werden. Dieser Tage haben dessen Leiter Prof. Dr. Klaus Neitmann und Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) ihre Unterschriften unter eine Vereinbarung zur Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit gesetzt. Ein Beschluss der Stadtverordneten ist dem im Februar dieses Jahres vorausgegangen. Mit viel beachteten Ausstellungen anhand von Originalurkunden zur Klostergeschichte hat die Partnerschaft bereits Erfolge erzielt. Jetzt soll ein Buch, das Klaus Neitmann als "umfassende Stadtgeschichte" beschreibt, entstehen. "Die Ortsteile als ehemaliger Klosterbesitz werden einbezogen", betont Broszinski.

"Durch unsere bisherigen Kontakte haben wir immer wieder Interesse bei der Stadt an der eigenen Geschichte gespürt. Ich fühle mich bemüßigt, das als Landesarchiv zu erwidern", erklärt Neitmann. Die Koordinierung im Rathaus werde Jana Lange als Leiterin vom Zentralen Service übernehmen, so der Bürgermeister. Von Dr. Andreas Hanslok, Leiter des Weißgerbermuseums, erhoffe man sich wertvolle Anregungen. Hanslok hat selbst eine "Kleine Städtechronik" verfasst.

"Die Vereinbarung ist eine Absichtserklärung, der jetzt die Forschungsarbeit und die Publikation folgen sollen", so Neitmann. Man wolle der Einwohnerschaft und Interessierten darüber hinaus einen Gesamtüberblick liefern, der eine "Orientierung in einem Zuge" zur Doberlug-Kirchhainer Vergangenheit möglich mache. Der Bogen werde geschlagen von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Als Leitgedanken umschreibt der Archivar: "Wie war es um die Lebensbedingungen der Bewohner der Region bestellt - vom einfachen Bauern bis zum Stadtbürger? Wie bilden sich Zünfte? Wie wächst die Verwaltung?" Geschichte muss anschaulich sein, so Neitmann, ihm schwebt eine "Geschichtserzählung, verständlich für den einfachen, geschichtsinteressierten Bürger" vor.

Keiner könne aber allein 2000 Jahre Ortsgeschichte fundiert beschreiben. Deshalb setzen Neitmann und Broszinski auf Fachleute, die als Autoren angeworben werden sollen. Bis Ende 2017 will Neitmann "die Mannschaft" zusammenhaben. Dann könne 2018 der Startschuss fallen. Da das Buch Neuheiten, Dinge, die man bislang noch nicht gewusst hat, bieten soll, stehen zu Beginn die Arbeit in Archiven und die Auswertung von Quellen an. Abbildungen müssen zusammengetragen werden.

In den Händen halten können wird man die umfassend zusammengetragene Stadtgeschichte frühestens nach 2020.