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Gerhard Kieß: Ungenutzte Brücke an der "Kleinen Unterführung" abreißen!

Eng und unübersichtlich ist es für Autofahrer an der "Kleinen Unterführung" - die vordere Brücke könnte abgerissen werden
Eng und unübersichtlich ist es für Autofahrer an der "Kleinen Unterführung" - die vordere Brücke könnte abgerissen werden FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde. Es ist das wohl engste und zugleich belebteste Nadelöhr von Finsterwalde. An der "Kleinen Unterführung", wo die Straße so eng ist, dass lediglich ein Auto aus immer nur einer Richtung durchpasst, drängeln sich tagtäglich Hunderte Fahrzeuge und verursachen in Stoßzeiten einen langen Rückstau. Dieter Babbe / dbe1

Mit viel Geduld, allerhöchster Konzentration und guten Nerven müssen die Autofahrer, die aus vier Straßenarmen und von der Kreuzung Tuchmacher- und Forststraße kommen, diese Bahnunterführung passieren - ohne dass man von beiden Seiten Einblick in den entgegenkommenden Verkehr hat. Seit durch den Straßenbau in der Innenstadt hier zusätzlich der Umleitungsverkehr durchgeleitet wird, verlängern sich die Staus sogar noch. "Dabei könnte man die Situation deutlich entkrampfen und den Verkehr zumindest übersichtlicher gestalten, wenn eine der beiden Brücken der "Kleinen Unterführung" abgerissen werden würde. Damit wäre die lange und enge Durchfahrt deutlich verkürzt und der Blick frei zum entgegenkommenden Verkehr", schlägt Gerhard Kieß, ein Finsterwalder Bahn-Experte, jetzt vor. Seine Begründung: Während auf der einen Brücke die Züge zwischen Cottbus und Leipzig rollen, wird die andere Brücke nicht mehr gebraucht - die Crinitzer Bahn fährt hier schon lange nicht mehr. Die Gleise darüber sind längst verschrottet, auf der Brücke wachsen inzwischen Bäume auf dem Schotterbett. Mit seinem Vorschlag wandte sich Gerhard Kies an die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster - ermuntert durch die öffentliche Ankündigung, dass die "Große Unterführung", durch die am Eingang zur Innenstadt gegenwärtig noch die Bundesstraße führt, im kommenden Jahr umgestaltet und erweitert werden soll. "Die Arbeiten sollen teilweise bei Vollsperrung erfolgen, dann wird die "Kleine Unterführung" wieder deutlich mehr Umleitungsverkehr aufnehmen müssen", befürchtet Gerhard Kies. Rainer Genilke (CDU), Verkehrsexperte seiner Partei in Landtag, Kreistag und Stadtverordnetenversammlung, zugleich auch Präsident der Landesverkehrswacht Brandenburg, unterstützt das Anliegen von Gerhard Kies. Dabei geht Genilke noch weiter - in einem Schreiben an den Konzernbeauftragten der Deutsche Bahn AG für das Land Brandenburg, das der Lausitzer Rundschau vorliegt, regt er neben dem Abriss des nicht mehr benötigten Teils der Brücke der "Kleinen Unterführung" an, "die Deutsche Bahn sollte in dem Zuge auch über eine Verbreiterung der Durchfahrt für die andere Brücke nachdenken". Gerhard Kieß hat mit 43 Dienstjahren sein gesamtes Berufsleben bei der Bahn verbracht, wo er mehr als zwei Jahrzehnte und bis zur Wende als Ingenieur für Eisenbahnbetriebs- und Transporttechnik im Berliner Rechenzentrum für den Güterverkehr in der Deutschen Reichsbahn der DDR zuständig war. Auch nachdem der heute 81-Jährige im Jahre 1993 in den Ruhestand ging, hat sich der Herz-Blut-Eisenbahner immer wieder öffentlich zu Verkehrsproblemen geäußert und Beiträge über die Geschichte der Bahn in der Region publiziert.