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| 17:06 Uhr

Besuch in Frankreich
Gemeinsames Gedenken 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges

Die beiden Bürgermeister gedenken der gefallenen Soldaten bei einer Schweigeminute.
Die beiden Bürgermeister gedenken der gefallenen Soldaten bei einer Schweigeminute. FOTO: Stadt Finsterwalde
Finsterwalde. Eine Finsterwalder Delegation um Bürgermeister Jörg Gampe hat an einer Gedenkfeier in der französischen Partnerstadt Montataire teilgenommen.

Vor vier Jahren hatten die beiden Bürgermeister Jörg Gampe und Jean-Pierre Bosino bereits gemeinsam Kränze am Denkmal für gefallene Soldaten auf dem Rathausplatz in Montataire niedergelegt. Damals gedachten sie des Beginns des Ersten Weltkrieges, in dem erstmals industrielle Waffen verwendet worden sind. „Mit seinen 17 Millionen Opfern, allein neun Millionen Soldaten mussten in diesem furchtbaren Krieg ihr Leben lassen, wurde ein für die Menschheit bis dahin unvorstellbares Maß an Gewalt und Leid erzeugt“, betonte Bürgermeister Jörg Gampe in seiner Rede am Denkmal für die gefallenen Soldaten in Montataire.

Auch zum Gedenken an den Waffenstillstand von Compiegne und dem darauf folgenden Ende des Ersten Weltkrieges trafen sich die Freunde aus den beiden Partnerstädten an gleicher Stelle nun. Am Tag zuvor besuchten sie gemeinsam ein Museum im Ort Albert und den deutschen Soldatenfriedhof in Somme, im Norden Frankreichs.

Das auf beiden Seiten mit großer Emotionalität verbundene Gedenken war geprägt vom Gedanken des Friedens und der Freundschaft zwischen den Völkern. „Es ist unsere Aufgabe, diesen Frieden zu bewahren und die Freundschaft zwischen den Völkern zu pflegen. Die seit 56 Jahren aktive Partnerschaft zwischen Finsterwalde und Montataire ist ein Bestandteil dieser Freundschaft und Verbundenheit“, sind sich Jean-Pierre Bosino und Jörg Gampe einig. Während der Reden auf dem Platz in Montataire betonten beide ihr gegenseitiges Vertrauen. Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe bedankte sich für die Gelegenheit, das Wort an diesem besonderen Tag an seine französischen Freunde richten zu dürfen und bezeichnete diese Möglichkeit als „eine große Ehre“. Jean-Pierre Bosino bekräftige die gegenseitige Freundschaft mit der Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Montataire an seinen Amtskollegen. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom Programm deutscher und französischer Schüler, die unter anderem gemeinsam das Lied „Grenzgänger“ vortrugen. Die Kinder der Grundschule beeindruckten und berührten das Publikum mit ihren musikalischen Beiträgen.

Jean-Pierre Bosino übergibt die Ehrenmedaille der Stadt Montataire an Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (rechts).
Jean-Pierre Bosino übergibt die Ehrenmedaille der Stadt Montataire an Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (rechts). FOTO: Stadt Finsterwalde

Bereits am 9. November besuchten Vertreter Finsterwaldes und Montataires das Gymnasium in der französischen Stadt und sprachen mit den Schülerinnen und Schülern dort über die deutsch-französische Geschichte. Geschichtslehrerin Birgit Neidnicht, die gemeinsam mit ihrem ehemaligen Schüler Tony Weggen Teil der Delegation um Bürgermeister Jörg Gampe war, erläuterte die Betrachtungsweise der französischen Geschichte im deutschen Unterricht und betonte, dass vor allem die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg und die Machtergreifung Hitlers wichtige Themen seien. „Die Schülerinnen und Schüler erfahren und sprechen viel über die Entstehung des Nationalsozialismus und diskutieren den Nährboden von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus auch im aktuellen Kontext“, erläutert sie ihre Arbeit. Dem folgend betonen ihre französischen Kollegen, dass dies auch in ihrem Unterricht ein Thema sei, an dem die Schülerinnen und Schüler sehr interessiert seien. Für den Besuch der Finsterwalder Delegation haben sie Briefe in französischer und deutscher Sprache vorbereitet und eine Textstelle aus „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque auf Deutsch und Französisch vorgetragen.

Ein weiterer Besuch der französischen Freunde aus Montataire in Finsterwalde wird vom 7. bis 9. Dezember anlässlich des Jahresabschlusses und der Verleihung der Louis-Schiller-Medaille stattfinden. Es ist bereits seit einigen Jahren Tradition, dass Bürgermeister Jean-Pierre Bosino, der Präsident des Partnerschaftsvereins auf französischer Seite, Benjamin Benoist, und Ehrenpräsident Michel Ringenbach, der 2009 selbst mit der Schiller-Medaille ausgezeichnet worden ist, zu diesem Anlass in die Sängerstadt reisen.