Seit zehn Jahren verfolgen die Akteure um Bürgermeister Ditmar Gurk und Amtsdirektor Gottfried Richter den ehrgeizigen Plan, vor der Haustür einen touristischen Magneten der Extra-Klasse zu etablieren. Jetzt liegt der 2. Entwurf des Bebauungsplanes Bergheider See vor. Im Mai soll der Straßenbau für die öffentliche Infrastruktur am Bergheider See beginnen. 400 000 Euro hat die Gemeinde dafür in diesem Jahr vorgesehen. Stolz ist man darauf, mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft einen Partner zu haben, mit dem der Straßenbau am Bergheider See zum Nutzen der Gemeinde abgestimmt wird. Wirtschaftswege, die zur Sanierung zwingend erforderlich sind, werden zur Basis für die öffentlichen Straßen. Über das Bund-Länder-Abkommen zur Finanzierung der Braunkohlesanierung fließen 80 Prozent der Mittel, für die Gemeinde bleiben 20 Prozent. Der Anteil der Gemeinde fließt aus Grundstücksverkäufen und soll - wenn noch nötig - aus einem Kredit finanziert werden. Mit dem 2. Entwurf des Bebauungsplanes wird der bereits rechtskräftige Bebauungsplan in Details an neue Entwicklungen angepasst. Zum Beispiel sollen der Bereich des Hafens vergrößert, Ferienhausflächen auf dem Wasser reduziert und dafür an Land erweitert werden. Camping- und Caravanplatz, eine Ferienhaussiedlung mit 80 Parzellen für private Bauherren und Flächen für Gastronomie sind Bestandteile des genehmigten Planes.

Mit dem Besucherbergwerk F 60 ist schon vor dem Badespaß ein Publikumsmagnet etabliert worden. Michael Nadebohr, Geschäftsführer der gemeinnützigen Betreibergesellschaft des Besucherbergwerkes und Volksvertreter in Lichterfeld-Schacksdorf: "Wir erwirtschaften alle Ausgaben selbst, von der Bezahlung der Mitarbeiter bis zu Strom und Wasser. Wir benötigen keine Zuschüsse. Ende 2016 erwarten wir den einmillionsten Brückenbesucher. Gäste der Veranstaltungen zählen gar nicht dazu." Weiter im Bebauungsplan enthalten, prangt auf dem Wasser die Erinnerung an geplatzte Träume der Aufbruchzeit mit der Internationalen Bauausstellung (IBA). Wer weiß, anstelle des schwimmenden Restaurants gibt es vielleicht irgendwann ein anderes Highlight.

Zum Thema:
Der Bergheider See erstreckt sich auf 320 Hektar Fläche mit einem Wasservolumen von 36 Millionen Kubikmetern. Wasserstand: 108,0 Meter über NHN.Die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf ist über ihre eigene Gesellschaft, die IVVB GmbH, Eigentümerin des Bergheider Sees. Seit 2015 ist das Baden im See erlaubt. In diesem und im nächsten Jahr wird die öffentliche Infrastruktur am See entwickelt.