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Gemacht für den einen besonderen Tag

Die Hochzeitsmesse im Refektorium Doberlug begeistert durch ihre Programmvielfalt.
Die Hochzeitsmesse im Refektorium Doberlug begeistert durch ihre Programmvielfalt. FOTO: T. Pötzsch/top1
Doberlug-Kirchhain. Da, wo einst die Mönche ihr Haupt zur Nachtruhe betteten, im Refektorium an der Doberluger Klosterkirche, war am vergangenen Wochenende kaum an Ruhe zu denken. Auf dem Plan stand die 6. Niederlausitzer Hochzeitsmesse, die bereits zum zweiten Mal in den historischen Mauern stattfand. Torsten Pötzsch / top1

Eine Hochzeitsmesse in den Mauern des Refektoriums in Doberlug-Kirchhain durchzuführen, erwies sich erneut als eine gute Wahl, unterstreicht das liebevoll restaurierte Haus doch das Besondere des Tages der Hochzeit. Da nahmen es die Besucher auch in Kauf, das rund um das Refektorium noch Baugruben einen Blick in längst vergangene Zeiten gewährten.

Auf zwei Etagen zeigten 44 Aussteller alles was man braucht, um diesen einen besonderen Tag im Leben zu einem perfekten Tag zu machen. Es sollte an Nichts fehlen und eine kleine Umfrage unter den Messebesuchern ergab, dass wirklich an alles gedacht wurde und man fand, was man suchte und sei es nur eine Inspiration. Und so waren am Ende des ersten Messetages nicht nur die Besucher weitestgehend zufrieden, auch das Organisationsteam rund um die Messemacherin Wiesia Heydel-Waberska. "Es hat alles so geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben und wie wir es geprobt haben."

Der Besucherzuspruch lag dabei, nach Aussage der Leiterin, im Durchschnitt der vergangenen Jahre und somit plant man im Kopf schon die nächste Messe im kommenden Jahr. Neu bei der diesjährigen Messe war der Potsdamer Sänger, Komponist und Pianist Hannes Kreuziger, der mit seinen Liedern den Besuchern nicht nur die Zeit verkürzte - nein, man kann ihn auch zum Tag der Tage buchen. Ebenfalls neu war der Limousinenservice. Der weiße, sechs Meter lange Hummer, der vor dem Refektorium postiert wurde, war ein absoluter Blickfang, besonders für den männlichen Teil der Messebesucher.

Den Strauß gefangen

Auf der Suche nach dem Speziellen am Hochzeitstag war auch die Finsterwalderin Carolin Gollaneck, die mit ihren Freundinnen die Messe besuchte und nicht mit leeren Händen nach Hause fuhr. Sie war die Glückliche, die beim Brautstraußwerfen das kleine Blumengebinde fing und sich über einen 300-Euro-Gutschein für ein Brautkleid freuen durfte. "Natürlich heirate ich", verriet sie auf Nachfrage. "Aber bis auf den Termin und unser Hochzeitsauto, ein Cadillac, steht noch nicht so viel fest. Deshalb bin ich heute hier und bin mit den Angeboten auch sehr zufrieden. Es wurde wirklich an alles gedacht. Dass ich mir nun noch weniger Gedanken um mein Kleid machen muss, freut mich natürlich sehr."

Unbestritten die Höhepunkte und große Zuschauermagnete waren die Brautmodenschauen. Von Kopf bis Fuß gestylt, zeigten 45 Models, was man zur Hochzeit tragen kann. Unter ihnen auch Jeanette Friedrich, Miss Sängerfest 2012. "Ich laufe hier das zweite Mal mit. Es ist zwar etwas anstrengend, aber es macht riesigen Spaß. Und es ist schon etwas Besonderes, ein Brautkleid zu tragen. Es ist wirklich ein ganz tolles Gefühl."

Eine ganz besondere Schau gab es nur am Samstag zu sehen. "Brautmoden im Wandel der Zeiten", so das Thema und gezeigt wurden Brautkleider ab 1860. Zum Teil aus dem Fundus des Bauernmuseums Lindena, größtenteils waren es aber private Leihgaben. So wie das himmelblaue Kleid mit großem Hut von Siegrid Gölsdorf aus Doberlug-Kirchhain.

"Ich fand die Idee von Frau Waberska von Anfang an ganz toll. Ich hatte mein Kleid vor zehn Jahren schon einmal für eine historische Brautmodenschau hergegeben, konnte sie aber leider damals nicht sehen. Das möchte ich heute nachholen und ein bisschen bin ich auch aufgeregt und gespannt." Das schöne Kleid hat der Dame übrigens Glück gebracht, obwohl in einer "Hauruckaktion" gekauft. Seit 1982 hält ihre Ehe.

Mit dem Kleid der Mutter

Die 70er- und 80er-Jahre waren innerhalb der Schau nochmals etwas Besonderes, wurden doch einige Modelle von den Töchtern getragen. Sowas sieht man wirklich nicht oft öffentlich, dass Töchter die Brautkleider ihrer Mütter tragen. Eine gute Stunde dauerte die Zeitreise und von Langeweile keine Spur.

Bei der Musikauswahl und der Choreografie wollte Wiesia Heydel-Waberska auf Nummer sicher gehen und übernahm alles selbst. Dabei bewies sie Mut und ein glückliches Händchen, denn alles wirkte sehr stimmig.

Nach den Modenschauen ging es für die Models noch zum Fotoshooting und die meisten Besucher machten sich auch wieder auf den Heimweg.