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| 02:37 Uhr

Geld für Neues nur mit kostendeckenden Gebühren

Doberlug-Kirchhain. Die Gebühren für Nichtbeitragszahler beim Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) werden "sehr hoch sein, es ist keiner glücklich darüber", so Vorsteher Dietmar Seidel vor der Verbandsversammlung. Aber nur mit kalkulierten Gebühren seien künftige Investitionen in Sonnewalde zu finanzieren. Heike Lehmann

In der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung wurde das Ergebnis der Gebührenkalkulation für 2017 vorgestellt - notwendig geworden nach umfangreicher Beitragsrückzahlung. Dietmar Seidel stellte voran: "Wir müssen weitestgehend auf die Vorteile der Beitragszahlung, sprich das Abzugskapital, verzichten. Es wird differenzierte Gebühren für Beitragszahler, Teilbeitragszahler und Nichtbeitragszahler geben." Vom erklärten Willen der Verbandsversammlung, mit 2017 einheitliche Gebühren im Verband festzulegen, entfernt man sich demnach immer weiter.

Die laufenden Kosten wurden auf die Mengengebühr, die kalkulatorischen Kosten nach Anschlussnehmer auf die Grundgebühr verteilt. Die Verwaltung folgt dem juristischen Rat und setzt auf stabile Mengengebühren. "Das bringt Vorteile für junge und größere Familien, Gewerbebetriebe und soziale Einrichtungen", so Seidel.

Das Kalkulationsergebnis für die Trinkwasserversorgung von Sonnewalde hat bei 3,09 Euro/m{+3} Mengengebühr für Nichtbeitragszahler eine Grundgebühr von 145,26 Euro/Jahr ergeben (bisher 96 Euro). Für Beitragszahler würde sie sogar sinken. Die Verwaltung möchte aber bei 2,08 Euro/m{+3} bleiben, eine Preisschraube verhindern und 128,59 Euro bzw. 229,22 Euro/Jahr kassieren. Das aber haben die Stadtverordneten von Sonnewalde bereits abgelehnt.

Beim Schmutzwasser Doberlug-Kirchhain hat die Kalkulation 2,13 Euro/m{+3} und 240,32 Euro/360,90 Euro sowie 595,09 Euro/Jahr ergeben. Die Verwaltung ist für 3,16 Euro/m{+3} wie bisher, was für Teilbeitragszahler 264,75 Euro und Nichtbeitragszahler 498,44 Euro/Jahr bedeutet.

Beim Schmutzwasser Sonnewalde haben sich 6,24 Euro/m{+3} und 141,10 Euro/542,76 Euro sowie 632,04 Euro/Jahr ergeben. Bleibt es bei den 6,08 Euro/m3, klettern die Grundgebühren von 144 Euro/Jahr auf 150,31 Euro (mit Beitrag), 554,22 Euro (mit Teilbeitrag) und 640,87 Euro (ohne Beitrag).

Die Sonnewalder Stadtverordneten möchten an den 144 Euro/Jahr festhalten. Das ergäbe 11,84 Euro/m{+3} bzw. 15,14 Euro/m3. Diese Zahlen wurden auf Bitten des künftigen Vorsitzenden der Verbandsversammlung Andreas Dommaschk öffentlich gemacht.

Weil die Verbandsversammlung die Gebühren erst am 8. Dezember beschließen wird, wird um ein erneutes Votum aus Sonnewalde gebeten.

Auf die eingangs gestellte Bürgerfrage, ob man guten Gewissens den höheren Gebühren zustimmen könne, hatte der Vorsitzende Manfred Drews geantwortet, dass es kein Gebühren-wünsch-dir-was geben könne. Es kalkuliert ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer, die Kommunalaufsicht und das Rechnungsprüfungsamt überwachen den Vorgang.